„Das ganze Drumherum geht mir auf den Sack“

Der „Fußballgott“ Sascha Mölders sagt Servus

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Kultfigur in Giesing: Den Aufstieg feierte Torschütze Mölders frenetisch – die Fans lieben ihn. 

Im Frühjahr hatte sich Sascha Mölders’ Vertrag beim TSV 1860 automatisch um ein weiteres Jahr verlängert. Dass es sein letztes als Profi-Mittelstürmer sein würde, war bislang nur eine Vermutung.

München - Seit gestern ist es Gewissheit. Mölders, von den Löwenfans als „Fußballgott“ verehrt, wird nach dem Ende dieser Saison mit dann 35 Jahren einen Schlussstrich unter seine Karriere als Aktiver ziehen.

„Bisher habe ich es geheim gehalten, aber ich habe mich entschlossen, im Sommer meine Karriere zu beenden“, bestätigte Mölders in einem Interview der „Augsburger Allgemeinen“. „Ich könnte zwar noch einige Jahre spielen, aber das ganze Drumherum geht mir, entschuldigen Sie die Ausdrucksweise, auf den Sack. Es geht im Profibereich oft gar nicht mehr um den Fußball und das macht mir keinen Spaß mehr.“

Was oder wen Mölders damit genau meint? Darauf wollte er in dem Interview nicht näher eingehen. Der Gedanke, dass auch die überschaubare Perspektive der im Gesellschafter-Patt gefangenen Löwen eine Rolle gespielt haben dürfte, ist allerdings wohl nicht zu weit hergeholt. „Es ist immer was los, jeden Tag“, kommentierte er die chronische Unruhe beim Giesinger Drittligisten. Wie es für ihn ab Sommer 2020 weitergehen werde? „Ich werde irgendwo im Umkreis in der Regionalliga Bayern als Spielertrainer arbeiten“, sagt Mölders, der mit seiner Familie in Mering bei Augsburg sesshaft geworden ist. „Es gibt schon zwei, drei lose Kontakte zu Vereinen. Im Winter werde ich beginnen, Gespräche zu führen.“

Den Lehrgang zur DFB-Elite-Jugend-Lizenz will Mölders kommendes Jahr absolvieren – und danach die A-Lizenz erwerben, um in der Regionalliga trainieren zu dürfen. Trainer-Erfahrung im Amateur-Fußball hat Mölders bereits gesammelt: In der Saison 2016/17 trainierte er den SV Mering in der Landesliga, aktuell ist er für die A-Jugend der Meringer zuständig. Als Nachwuchstrainer eines Proficlubs sieht er sich nicht: „Ich glaube, ich passe nicht in so ein Nachwuchsleistungszentrum rein. Ich sehe mich nicht als Laptop-Trainer, um das verkürzt darzustellen.“

Die Löwen verlieren in Mölders nicht nur einen Strafraumstürmer alter Schule, sondern auch eine Kultfigur. Sein nicht vorhandener Sixpack wurde schnell zum Giesinger Kulturgut, nachdem ihn der damalige 1860-Sportchef Oliver Kreuzer zur Winterpause 2015/16 vom FC Augsburg holte. Ebenso Mölders’ Verbundenheit mit Daniel Bierofka, die er mit seinem Verbleib nach dem Doppelabstieg 2017 demonstrierte. Zum „Fußballgott“ avancierte Mölders durch seine Tore in der Aufstiegsrelegation gegen Saarbrücken. Damals lag sich der blaue Teil Münchens in den Armen. Bierschaum von gestern.

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