Schneider: "Ich leide wie jeder Löwen-Fan"

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Dieter Schneider (l.) will Reiner Maurer nicht zum "Bauernopfer" machen

München - Hamada Iraki liefert den leidenden Löwen-Fans einen Strohhalm zum Festklammern. Es bleiben zwei Fragen, die Präsident Dieter Schneider beantwortet. Einmal ist auch er überfragt.

"Ich denke schon, dass wir uns um drei neue Spieler umschauen werden. Ganz gezielt für Positionen, auf denen wir es nötig haben. Und das müssen dann aber drei richtig gute Leute sein. Mit Bundesligareife.“ So hat es Hamada Iraki, der Vertraute von Investor Hasan Ismaik, am Montag in der tz angekündigt.

Ein Hoffnungsschimmer für die Fans der Sechziger in diesen trostlosen Zeiten. Ein Strohhalm zum Festklammern, bis sie endlich vorbei ist, diese vermaledeite Übergangssaison. Bleiben zwei Fragen. Erstens: Wie soll man den verbleibenden 20 Spieltagen noch einen Sinn einhauchen? Und zweitens: Wie wird das Investment 2012 konkret vonstatten gehen?

Beginnen wir mit dem Leichteren. Einfach den Geldbeutel aufmachen und juppheidi! – so wird’s nicht laufen. Präsident und KGaA-Aufsichtsrat Dieter Schneider spricht von drei buchhalterisch praktikablen Varianten: einem Darlehen, einer Aufstockung der stimmrechtslosen KGaA-Anteile und/oder einer Beteiligung an den Transferrechten der Zugänge, wobei ihm letzteres Modell als sinnvollstes erscheint. Summen will Schneider noch nicht in den Raum stellen. „Das wird von den sportlichen Notwendigkeiten abhängen“, sagt er. Klein dürfte das Volumen indes kaum sein, schließlich soll als Saisonziel 2012/13 der Aufstieg ausgegeben werden. Seriös, wohlgemerkt.

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Damit zur Sinnfrage, respektive zum aktuellen Großfrust nach dem halbstündigen Offenbarungseid gegen Bochum. „Ich leide“, sagt Schneider. „So wie jeder Fan. Dieses Spiel am Samstag hat richtig weh getan.“

Woran’s liegt, dass die Löwen nach dem ordentlichen Saisonstart derart abgestürzt sind und nun schon neun Punkte hinter dem großen SC Paderborn im Mittelfeld dümpeln, darauf hat auch Schneider keine Antwort. Sondern gleich mehrere. Und die werden den Profis nicht gefallen.

„Ich sag’ ja gar nicht, dass die Spieler nicht wollen“, setzt der Präsident an, „aber es ist ein Unterschied, ob ich für mich was will oder ob ich auch bereit bin, auf dem Platz meinen Schweinehund zu überwinden, um als Team was zu reißen.“

Fehlender Gemeinschaftssinn also. Kombiniert mit einem Mangel an Einfühlungsvermögen. Schneider: „Die Spieler sollten weniger ihre Unsicherheit und ihr Gemüt pflegen, sondern sich mal in die Fans reinversetzen, die nicht nur Geld für so einen Grottenkick zahlen, sondern auch noch drei, vier Stunden fahren, um sich daheim dann derblecken lassen zu müssen. Die Fans bringen ihren Einsatz – und was kriegen sie zurück?“

Spieler an den Pranger stellen, zugleich den Trainer stärken – so wollen sie bei den Löwen über die Runde(n) kommen. Maurer wäre in Schneiders Augen ein „Bauern­opfer“, diesen Weg will er nicht gehen.

Und wie sollen die Fans noch zum Stadionbesuch motiviert werden? Schneider seufzt: „Das ist die Frage, die ich jeden Tag höre.“ Seine Antwort: „Wir können noch Spannung nach oben erzeugen, auch wenn’s im Moment nicht so ausschaut. Ich bin mir sicher, dass Maurer und Hinterberger die richtigen Worte finden werden. Wenn die Spieler Konsolidierung als Alibi für solche Leistungen auffassen, dann sind sie falsch gewickelt.“

lk

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