Schneider: Meine Zeit bei 1860 toppt alles ...

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Präsident Schneider mit Ehefrau Waltraud, genannt Gipsy: „Ich habe viel erlebt, aber 1860 hat alles getoppt“

München - Im großen tz-Weihnachtsinterview spricht Löwen-Präsident Dieter Schneider über seine Kindheit, prägende Erlebnisse in den USA, Dayton Edelweiß und seine Zeit beim TSV 1860.

Ruhe, Frieden, Besinnlichkeit – Begriffe, die man nicht unmittelbar mit dem TSV 1860 in Verbindung bringt. Zu turbulent war (und ist) das Löwen-Jahr, als dass alsbald eine staade Zeit zu erwarten wäre. 1860-Präsident Dieter Schneider nahm sich für die tz trotzdem Zeit für ein paar private Fragen – und natürlich ging‘s auch um die Blauen. Das tz-Weihnachtsinterview.

Löwen-Weihnachtsfeier im Deutschen Theater

Löwen-Weihnachtsfeier im Deutschen Theater

Die Löwen hatten allen Grund, auf ein erfolgreiches Halbjahr anzustoßen. Sie taten dies im Stiftl-Zelt im Deutschen Theater. Mit dabei: die Begleiterinnen sowie teils auch der Löwen-Nachwuchs. Hier sehen Sie die Bilder. © sampics
Sportchef Florian Hinterberger mit Sohn Felix © sampics
Stefan Aigner mit Freundin Laura © sampics
Daniel Bierofka mit Freundin Nicole © sampics
Gabor Kiraly mit Ehefrau Zsanett © sampics
Collin Benjamin mit Ehefrau Zunaid © sampics
Manuel Schäffler mit Begleiterin © sampics
Benny Lauth mit seiner Juliane © sampics
Trainer Reiner Maurer (l.) und Präsident Dieter Schneider © sampics
Trainer Reiner Maurer (l.) und Präsident Dieter Schneider © sampics
Trainer Reiner Maurer (l.) mit Ehefrau Andrea und Präsident Dieter Schneider mit Ehefrau Gipsy © sampics
Präsident Dieter Schneider mit Halfar-Sohn Louis © sampics
Präsident Dieter Schneider mit Halfar-Sohn Louis © sampics
Präsident Dieter Schneider mit Halfar-Sohn Louis © sampics
Christopher Schindler mit Freundin Paulina © sampics
Geschäftsführer Robert Schäfer mit Begleiterin © sampics
Präsident Dieter Schneider (l.) mit Geschäftführer Robert Schäfer © sampics
Trainer Reiner Maurer mit Ehefrau Andrea © sampics
Vize Franz Maget (v.l.) mit Reiner Maurer und Florian Hinterberger © sampics
Präsident Dieter Schneider mit Gattin Gipsy und Tochter © sampics
Trainer Reiner Maurer (l.) und Präsident Dieter Schneider © sampics
Djordje Rakic (l.) und Antonio Rukavina © sampics
Kevin Volland mit Freundin Katja, rechts Christopher Schindler © sampics
Christopher Schindler mit Begleiterin © sampics
Kevin Volland mit Freundin Katja © sampics
Präsident Dieter Schneider mit Gattin Gipsy und Tochter © sampics
Benny Lauth mit Freundin Juliane © sampics
Dominik Stahl (l.) mit Begleiterin und Stefan Aigner mit Freundin Laura © sampics
Prost! © sampics
Herr Schneider, glauben Sie, dass Sie wenigstens an den Feiertagen ein wenig zur Ruhe kommen?

Schneider: An Heiligabend mit Sicherheit. Da bleibt das Handy den ganzen Tag aus. Ich bin wie seit 30 Jahren mit meiner Frau und den Kindern im österreichischen Thiersee, wo wir ein Häuschen haben. Vormittags fahren wir zum Frühstücken nach Kufstein rein, nachmittags machen wir Spiele, Mensch ärgere dich nicht zum Beispiel.

Wie passend…

Schneider: Ja (lacht). Am Abend gibt’s eine kleine Bescherung, zum Essen haben wir wie immer Würstl mit Kartoffelsalat und später geht’s dann noch gemeinsam in die Christmette.

Welche Kindheitserinnerungen haben Sie an Weihnachten?

Schneider: Mei, als ich klein war, da war das keine große Sach. Wir waren sieben Kinder, wohnten in Olching, der Vater starb, als ich fünf war, und die Mutter musste uns allein aufziehen. Wir waren, das kann man schon sagen, eine arme Familie. Zu Weihnachten hast du halt mal vielleicht einen Pullover bekommen, Sachen eben, die man gebraucht hat. Nur zum Geburtstag hatte ich immer einen speziellen Wunsch.

Was Größeres?

Schneider: Ein Glasl mit Essiggurken. Die habe ich heiß und innig geliebt.

Mit Anfang 20 waren Sie ein paar Jahre in Amerika. Wie war Weihnachten dort?

Schneider: Anders. Am 24. feiert man mit Freunden, das ist eigentlich nur ein großes Besäufnis. Bescherung ist dann erst einen Tag später, aber manchmal waren die Leute noch so betrunken, dass sie ihre Geschenke für die Kinder nicht mehr gefunden haben…

Wie hat Sie die Zeit in Amerika geprägt?

Schneider: Ohne diese Jahre dort wäre ich nicht das, was ich bin. Vielleicht wäre ich Beamter geworden. Als ich rüber bin, 1969, da war ich ein unsicherer Bursche, der nicht genau wusste, was aus ihm werden soll. Aber ich hatte halt diesen Traum von Amerika. Da wollte ich immer hin.

Was gab den Ausschlag?

Schneider: Die Tatsache, dass ich mit 21 volljährig war und endlich tun konnte, was ich wollte. Eine Schwester von mir wohnte drüben, GI, Sie wissen schon, und ich habe geschaut, dass ich irgendwie Geld verdiene. Angefangen habe ich in Dayton/Ohio als Schraubensortierer, Englisch habe ich da automatisch gelernt, dann war ich Tanzlehrer, danach Autoverkäufer, später Grundstücksverkäufer. Schon bald habe ich Geld ohne Ende verdient, und irgendwann war ich Vizepräsident bei der Grundstücksfirma und mir stand ein eigener Learjet zur Verfügung. Es war der amerikanische Traum.

Wie war es drüben mit Fußball?

Schneider: Habe ich gespielt. Dayton Edelweiß hieß der Verein.

Warum sind Sie wieder nach Deutschland zurück?

Schneider: Nach dreieinhalb Jahren hatte ich die Befürchtung, dass ich für immer in Amerika hängen bleibe, je länger ich dort bin. Das wollte ich nicht. Ich hatte immer im Kopf, in München auf dem Abendgymnasium mein Abitur nachzumachen. Das habe ich auch geschafft.

Wenn Sie in den USA geblieben wären, dann wären Sie immerhin vom TSV 1860 verschont geblieben. Wie kam der Kontakt zustande?

Schneider: Also Löwenfan bin ich ja immer schon gewesen. Ich kannte ja den Rudi Brunnenmeier ein bisserl, der kam ja auch aus Olching und hat dort im Fußballverein angefangen.

Aber wer hat Sie als Sponsor gewonnen?

Schneider: In der Zeit, als Stefan Ziffzer Geschäftsführer war, bekam ich mit meiner Firma eine Einladung, auf der uns Geschäftsleuten der Kauf von Business-Seats nahegelegt wurde. Ich hab peu á peu zwölf Stück genommen und mich nach einem Sponsoring erkundigt, so kam eins zum anderen. Ich hatte damals ein sehr gutes Verhältnis zu Robert Schäfer, der bei IMG (damals 1860-Vermarkter, d. Red.) arbeitete. Später, als Robert Niemann Geschäftsführer bei 1860 wurde, sagte Schäfer zu Niemann, er kenne da einen, der Ahnung hat und helfen könnte. Er hat mich gemeint.

Interessant.

Schneider: So war’s. Der Verein war ja im Herbst 2010 in großen finanziellen Schwierigkeiten und ich sollte helfen. Da hab ich gesagt, gebt mir einen Beratervertrag über einen Euro im Jahr und ich mache es. Ein bisschen kenn ich mich mit Zahlen ja aus. Kurz darauf war ich Vizepräsident, ein paar Monate später Präsident.

Und mittlerweile wird Ihnen von manchen Seiten unterstellt, Sie würden Ihr Amt mit zu viel Eitelkeit ausüben. Trifft Sie das?

Schneider: Das trifft mich nur, wenn es von Leuten kommt, die es eigentlich besser wissen müssten. Ich sehe mich in dem Amt auch nicht als Machtmensch - wobei mir viele empfohlen haben, dass ich mehr so sein sollte wie Karl-Heinz Wildmoser (grinst).

Mit dem Wissen von heute: Würden Sie das Ganze noch mal machen?

Schneider: Das kann ich Ihnen in einem Jahr sagen. Wenn es funktioniert, dann war es den ganzen Stress wert, wenn nicht, dann nicht. Ich habe viel erlebt in meinen 40 Berufsjahren, aber die Zeit bei 1860 hat jetzt schon alles getoppt.

Interview: cm, lk

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