Wird er neuer Löwen-Präsident?

Steiner: "Schneider wird nicht isoliert"

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Löwen-Präsident? „Ich schließe nichts aus“: Otto Steiner, derzeit Vorsitzender des e.V.-Aufsichtsrats. Der 49 Jahre alte TV-Produzent gilt als ewiger Kandidat.

München - Was wird aus Löwen-Präsident Schneider? Einer wird schon länger für den begehrten Posten gehandelt: Aufsichtsratschef Steiner. Im Interview schafft er es, den Präsidenten gleichzeitig zu stärken und zu schwächen.

Otto Steiner, die Posse um Sven-Göran Eriksson, die ewigen Differenzen mit dem Investor – die Löwen geben mal wieder ein desaströses Bild ab. Was geht da in einem langjährigen Aufsichtsrat vor?

Es ärgert mich natürlich. Dieses chaotische Bild entspricht bei weitem nicht der Realität. Auf vielen Ebenen wird sehr professionell gearbeitet. Leider wird vieles durch unsere schlechte Außendarstellung kaputt gemacht.

Auch Investor Hasan Ismaik trägt dazu bei, indem er immer wieder poltert und Rücktritte fordert. Nur zwei Aufsichtsräte nimmt er von seiner Alle-müssen-weg-Schelte aus: Siegfried Schneider und Sie.

Eine sehr ambivalente Sache. Auf der einen Seite freut man sich, mal was Positives zu hören, weil man ja sonst eher auf den Deckel kriegt. Auf der anderen Seite möchte ich feststellen, dass die Dinge, die in den Sitzungen ein Thema waren, inhaltlich unter den Gremien abgestimmt waren. Das war nie das Vorgehen von Einzelpersonen.

Vom Maurer-Aus bis zum geplatzten Eriksson-Deal: Eine Chronik

Vom Maurer-Aus bis zum geplatzten Eriksson-Deal: Eine Chronologie

Nach wochenlangem Gezerre ist der Machtkampf beim Fußball-Zweitligisten 1860 München beendet. Die Vereinsgremien segneten den Vorstoß von Investor Hasan Ismaik ab, den schwedischen Starcoach Sven-Göran Eriksson neben Trainer Alexander Schmidt zu installieren. Doch die Installation des Schweden platzte doch noch. Die Nachrichtenagentur dpa zeichnet den langen Weg nach. © Sampics
17.11.2012: 1860 München trennt sich angesichts ausbleibender Erfolge von Trainer Reiner Maurer. Als Nachfolger wird Regionalliga-Coach Alexander Schmidt befördert - erst einmal bis zur Winterpause. © M.I.S.
24.11.2012: Unter den Augen von Sven-Göran Eriksson, der als Wunschkandidat von Investor Hasan Ismaik die „Löwen“ erneut live verfolgt, verpasst Schmidt in seinem ersten Zweitliga-Spiel knapp den Sieg bei Union Berlin. © M.I.S.
26.11.2012: Präsident Dieter Schneider wiegelt angesichts des erneuten Auftritts von Eriksson ab: „Das Ganze wird ein bisschen hochgehängt. Der Investor hat sich über Eriksson eine zweite Meinung über die Mannschaft eingeholt.“ © M.I.S.
27.11.2012: Beim 1:0-Heimsieg gegen den SC Paderborn holt Schmidt den ersten und bisher einzigen Dreier. Eriksson sitzt wieder auf der Tribüne, beteuert aber: „1860 braucht keinen neuen Trainer.“ © M.I.S.
16.12.2012: Schmidt bleibt „Löwen“-Coach bis zum Saisonende. „Er wird Trainer über die Winterpause hinaus bleiben“, erklärt überraschend Präsident Dieter Schneider vor dem letzten Heimspiel des Jahres. © M.I.S.
17.12.2012: Schmidt registriert selbstbewusst seinen Verbleib bis zum Saisonende. „Ganz ehrlich: Diese Entscheidung hat mich nicht überrascht. Ich bin sehr ehrgeizig und möchte diesen Verein wieder in die Spur bringen.“ © M.I.S.
02.01.2013: Investor Ismaik attackiert Präsident Schneider und die gesamte Vereinsführung. „Die Wahrheit ist, dass sie sich nicht wirklich um den Club kümmern, sondern um ihre Ämter und ihr Ansehen in den Medien.“ © M.I.S.
03.01.2013: „Überrascht und irritiert“ reagieren die „Löwen“ auf den harschen Vorstoß Ismaiks in aller Öffentlichkeit. Persönliche Angriffe seien „kontraproduktiv“, erklären Präsidium und Aufsichtsrat. © M.I.S.
07.01.2013: Ein Treffen zwischen Ismaik und der Vereinsführung endet im Eklat. „Ich kann mit diesen Leuten nicht arbeiten“, klagt der jordanische Investor. © Sampics
09.01.2013: Bei einem Schlichtungstreffen in Abwesenheit Ismaiks wird den Vereinsgremien ein Kompromissvorschlag des Investors unterbreitet. © M.I.S.
10.01.2013: Ismaik schlägt nun auch öffentlich versöhnliche Töne an. „Für mich ist das Projekt noch lange nicht vorbei“, sagt er in einem Interview. „Wir haben ein gemeinsames Ziel und müssen Kompromisse finden.“ © Sampics
15.01.2013: Nach einer fast siebenstündigen Sitzung ist tief in der Nacht endlich die Einigung gefunden: Eriksson sollte künftig zusammen mit Schmidt agieren. © Sampics
18.01.2013: Rolle rückwärts! Sven-Göran Eriksson wird doch nicht Trainer. "Seit dem ersten Kontakt mit dem Verein im November ist einige Zeit vergangen und wir alle wissen, wie schnelllebig das Profi-Fußballgeschäft ist. Deshalb bitte ich alle Beteiligten, meine Entscheidung zu respektieren. Ich wünsche meinem Freund Hasan Ismaik und dem TSV 1860 München viel Erfolg für die Zukunft", so der Schwede © Getty

Trotzdem drang der Vorwurf nach außen, dass Dieter Schneider und Vize Franz Maget die Kompromissvereinbarung mit Ismaik gefährdet hätten. Sehen Sie das auch so?

Nein. Das wäre eine zu einfache Darstellung der Dinge. Vieles erklärt sich durch die bald zweijährige Historie der Zusammenarbeit zwischen Verein und Investor, die stark von Auseinandersetzungen geprägt war. Da trafen immer wieder zwei Personen aufeinander, die die beiden Gesellschafter repräsentieren: Ismaik selbst – und Schneider als Vertreter der Klubseite.

Sehen Sie es auch so wie Ismaik, dass Schneider vieles verbockt hat, unter anderem den Deal mit Sven-Göran Eriksson?

Nein, das sehe ich nicht so.

Lesen Sie hier das komplette Interview bei merkur-online.de!

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