Vollands Volltreffer! Löwen-Torflaute beendet

Kevin Volland
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Kevin Volland (l.) feierte seinen Treffer mit Stefan Aigner

Berlin - Kevin Volland hat die Torflaute des TSV 1860 beendet. Nach vier sieglosen Spielen mit späten Gegentreffern haben diesmal die Löwen das letzte Wort. Auch Keeper Kiraly trumpft auf.

Ganz große Erleichterung bei Dieter Schneider. Endlich durfte er seinen ersten Sieg als 1860-Präsident feiern. Nach zwei Niederlagen

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und einem Unentschieden seit seinem Amtsantritt platzte im vierten Anlauf der Knoten. Die Löwen gewannen am Freitag bei Union Berlin mit 1:0 durch ein Last-Minute-Tor von Kevin Volland. Der zweite Saisontreffer des 18-jährigen Eigengewäches, vor fünf Wochen hatte Volland auch schon für den 1:0-Sieg der Löwen in Osnabrück gesorgt.

Union Berlin - TSV 1860: Erste Bilder des Spiels

Union Berlin - TSV 1860, Spielbilder und Noten: Fünf Mal die 2

Bell L.) gegen Mosquera © dpa
Union Berlin - TSV 1860: Erste Bilder des Spiels
Ede (l.) gegen Rukavina © dpa
Union Berlin - TSV 1860: Erste Bilder des Spiels
Rakic (l.) gegen Göhlert © dpa
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Aigner (l.) gegen Göhlert © dpa
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Michael Parensen gegen Stefan Buck © dpa
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Kevin Volland (l.) jubelt mit Stefan Aigner © dpa
Union Berlin - TSV 1860: Erste Bilder des Spiels
Marcel Höttecke (r.) gegen Djordje Rakic. Die Einzelkritik: © dpa
Union Berlin - TSV 1860: Erste Bilder des Spiels
Király: Vor allem zu Beginn ein echter Rückhalt. Allein in der elften Minute mit zwei Glanzparaden. Note: 2 © Getty
Union Berlin - TSV 1860: Erste Bilder des Spiels
Rukavina: Auf der rechten Seite zumeist mit Defensivaufgaben beschäftigt, die er ohne Hektik erledigte. Note: 3 © Getty
Union Berlin - TSV 1860: Erste Bilder des Spiels
Bell: Ein paar kleine Unachtsamkeiten in der Innenverteidigung, die ohne Folgen blieben. Note: 3 © Getty
Union Berlin - TSV 1860: Erste Bilder des Spiels
Buck: Das Pendeln zwischen der Außenbahn und der Zentrale bereitet ihm keine Probleme. Sehr umsichtig im Spielaufbau. Note: 2 © Getty
Union Berlin - TSV 1860: Erste Bilder des Spiels
Ignjovski: Wieder auf der linken Bahn eingesetzt. Sehr engagiert in den Duellen und mit guten Aktionen nach vorne. Note: 3 © Getty
Union Berlin - TSV 1860: Erste Bilder des Spiels
Bülow: Rotierte aus der Abwehr ins Mittelfeld. Der Ex-Rostocker hielt das Zentrum dicht und bereitete das 1:0 perfekt vor. Note: 2 © Getty
Union Berlin - TSV 1860: Erste Bilder des Spiels
Stahl: Wie gewohnt ungemein bissig in den Zweikämpfen. Dass bei Union immer weniger nach vorne ging, lag auch an ihm. Note: 2 © Getty
Union Berlin - TSV 1860: Erste Bilder des Spiels
Aigner: Brauchte eine Zeit, um in die Partie zu finden. Steigerte sich nach der Pause. Note: 3 © Getty
92. Aygün: o. B © sampics
Union Berlin - TSV 1860: Erste Bilder des Spiels
Bierofka: Rackerte auf der linken Seite rauf und runter, doch der letzte Zug zum Tor gelang nicht. Note: 3 © Getty
Union Berlin - TSV 1860: Erste Bilder des Spiels
85. Camdal: o. B. © Getty
Union Berlin - TSV 1860: Erste Bilder des Spiels
Volland: Scheiterte in der 33. Minute nach einem Alleingang an Höttecke. Machte es kurz vor Schluss viel besser… Note: 2 © Getty
Union Berlin - TSV 1860: Erste Bilder des Spiels
Rakic: Viel unterwegs als einzige echte Spitze. Erarbeitete sich einige Chancen, die er aber nicht verwerten konnte. Note: 3 © Getty
Union Berlin - TSV 1860: Erste Bilder des Spiels
72. Wood: o. B. © Getty

Und diesmal nach einer klasse Vorarbeit von Kai Bülow, womit sich Trainer Reiner Maurer auch noch für eine taktische Maßnahme auf die Schultern klopfen durfte. Bülow, bisher in dieser Saison nur als

Taktik-Analyse:

Reiner Maurer mit einigen Umstellungen. Anstelle des gesperrten Benny Lauth durfte Djordje Rakic als einzige echte Sturmspitze ran, und dann präsentierte der Löwen-Trainer noch einen Schachzug, den niemand auf dem Zettel hatte: Bülow ins Mittelfeld, Buck dafür in die Innenverteidigung und Ignjovski auf die linke Außenbahn. Das Ganze ging gut auf. Das Spiel der Löwen wirkte von Minute zu Minute immer homogener, das schnelle Umschalten von Abwehr auf Angriff klappte immer besser, weil sich auch die beiden offensiven Außen steigerten. Der verdiente Lohn war schließlich der Siegtreffer kurz vor Schluss.

Innenverteidiger unterwegs, spielte nämlich erstmals im Mittelfeld und bewies bei seinem starken Pass auf Volland also durchaus auch Qualitäten im Spielaufbau. Maurer: „Ich freue mich, das Kevin das Tor noch gelungen ist, denn ein paar Minuten zuvor hätte es eigentlich nach einem Foul an ihm Elfmeter geben müssen. Schön, dass sich ­Volland dann selbst noch belohnt hat.“ Was aber noch viel wichtiger ist: Mit den drei Zählern in Berlin hat der TSV 1860 auch die Gefahr, noch in den Abstiegskampf zu rutschen, auf ein Minimum reduziert. Zehn Punkte beträgt der Vorsprung auf den Drittletzten Oberhausen. In unruhigen Zeiten wie diesen mit einigen Nebenkriegsschauplätzen (die Kündigung des Hauptsponsors sorgte in den letzten Tagen für großen Wirbel) tat der Sieg gut.

Wer 1860 schon verlassen hat - und wer bald folgen könnte

Wer 1860 schon verlassen hat - und wer bald folgen könnte

Der Wechsel von Mate Ghvinianidze zum ukrainischen Klub Sevastopol ist perfekt – der achte Weggang eines Löwen im Winter. Rekordverdächtig! Hier sehen Sie, wer schon weg ist - und wer noch folgen könnte. © Getty
Eke Uzoma ist weg (Arminia Bielefeld) © Getty
Sandro Kaiser ist weg (Arminia Bielefeld) © Getty
Juan Barros (l.) ist weg (Leihe beendet) © sampics
Kenny Cooper ist weg (Portland) © Getty
Mathieu Beda ist weg (FC Zürich) © Getty
Emanuel Biancucchi ist weg (Transfer zum FC Girona fast besiegelt) © Getty
Moritz Leitner ist weg (Verkauft nach Dortmund, spielt zunächst für den FC Augsburg) © dpa
WER FOLGEN KÖNNTE: Benny Lauth: Das reduzierte Angebot des TSV 1860 (soll rückwirkend schon ab Januar gelten) hat der Torjäger kategorisch abgelehnt. Eine Einigung ist eher nicht in Sicht. © Getty
Stefan Aigner: Noch bis 2012 unter Vertrag. Hat aber erklärt, dass er sich im Fall des Nichtaufstiegs verabschieden will. 1860 hat nichts dagegen, zieht eine Ablösesumme für den Publikumsliebling vor. © Getty
Alexander Ludwig: Vertrag läuft aus, erhielt kein neues Angebot. Muss gehen. © Getty
Stefan Bell: Ausgeliehen von Mainz 05. Reiner Maurer würde ihn gern behalten, aber etliche andere Klubs sind an dem Abwehrmann interessiert. © sampics
Philipp Tschauner: Nachdem sich die Löwen mit Gabor Kiraly über einen neuen Vertrag geeinigt haben, ist für den bisherigen zweiten Torhüter kein Platz mehr. Er wechselt ablösefrei zm FC St. Pauli. © Getty
Aleksandar Ignjovski: Gehört dem OFK Belgrad, das Leihgeschäft läuft aus. Soll einen Vorvertrag beim AC Florenz haben. © Getty
Toni Rukavina: Steht noch bis 2012 unter Vertrag, gehört aber zu den Spitzenverdienern und soll abgegeben werden. Das aber wurde schon vor einem halben Jahr versucht – ohne Erfolg. © Getty
Florin Lovin: Hat ebenfalls noch bis 2012 Vertrag, auch ansonsten gilt für den Rumänen das Gleiche wie für Rukavina. Zu teuer. Abnehmer dringend gesucht. © Getty
Bobby Wood: Der 18-jährige Stürmer, der auch bereits für die U-20-Nationalmannschaft der USA gespielt hat, steht bei den Löwen noch bis 2012 unter Vertrag. Wie die tz erfuhr, sind die Bundesligisten 1. FC Köln und Schalke 04 an dem Talent interessiert. © Sampics
Vom jetzigen Kader blieben damit nur Kiraly, Bierofka, Buck, Bülow, Halfar, Camdal, Volland, Stahl, Rakic, Schindler und Schwarz als Profis übrig. Elf Mann. Das reicht für ein Spiel, aber nicht die ganze Saison… © sampics

Und es war ein verdienter Erfolg. Die Löwen zeigten sich über weite Strecken des Spiels überlegen, lediglich in der Anfangsphase benötigten sie einiges Glück und das Können von Gabor Király. Der Löwen-Keeper parierte in der 11. Minute innerhalb von wenigen Sekunden zwei Großchancen von Peitz und Göhlert, kurz darauf rettete Rukavina nach einem Freistoß von Mattuschka auf der Linie.

Aber auch die Sechziger hatten ihre Möglichkeiten. Eine sehr gute durch Rakic (27.) und eine riesige durch Kevin Volland, der in der 33. Minute ganz allein auf Torhüter Höttecke zulief und beim Abschluss einfach nicht cool genug war.

In der zweiten Halbzeit war’s auf beiden Seiten mit den Großchancen nicht mehr weit her, aber die Löwen kontrollierten das Spiel immer besser und kamen schließlich verdient zum Sieg. Mit einer am Ende sehr jungen Truppe (Wood und Camdal wurden eingewechselt), woraufhin Maurer trotz aller Probleme im Umfeld feststellte: „Für mich hat 1860 auch weiterhin eine Zukunft.“

bu

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