Wer wird’s? Die tz-Kandidatenschau

SSDSP - 60 sucht den "Super-Präse"

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Theo Waigel hat ausgeschlossen, jemals 1860-Präsident werden zu wollen.

Es gibt viele offene Fragen beim TSV 1860. Welche neuen Spieler werden den Kader für die kommende Saison verstärken? Verlängert Berkant Göktan seinen Vertrag über 2009 hinaus?

Wann verbietet die UN-Menschenrechtskommission endlich den Verkauf von 1860-Rückrunden-Dauerkarten? Doch die derzeit brennendste Frage lautet – natürlich: Wer wird neuer Löwen-Präsident?

Vizepräsident Franz Maget, der selbst keine Zeit für das Amt hat, sagt: „Wir haben jetzt die Möglichkeit, neu anzufangen.“ Mit Stefan Reuter sei die Geschäftsführung kompetent besetzt („Er ist unser bester Mann“), jetzt müsse eine adäquate e.V.-Spitze her: „Wir werden einen neuen Präsidenten aussuchen und wählen lassen.“ Am Montag bei der außerordentlichen Sitzung des e.V.-Aufsichtsrates sollen die Weichen gestellt werden. „Eventuell“, so Maget im BR, herrsche danach schon Klarheit über den Nachfolger von Albrecht von Linde. Dass dessen Tage im Amt gezählt sind, darüber gibt es keine zwei Meinungen mehr. Trotzdem bat Maget von Linde, so lange im Amt zu bleiben, „bis wir eine vernünftige Lösung haben. Ein Rücktritt jetzt bringt den Verein nicht weiter.“

SSDSP heißt nun also die Devise – Sechzig sucht den Super-Präsidenten. Die tz lädt zur Kandidatenschau.

Otto Steiner:Der TV-Unternehmer hält sich öffentlich mit Kommentaren zurück. Um seine Chancen zu wahren? Eine Mehrheit für Steiner im Aufsichtsrat ist nicht ausgeschlossen, die Rückkehr des Ex-Vizepräsidenten trotzdem unwahrscheinlich. Gegen Steiner spricht vor allem die Pro1860-Übermacht in der Delegiertenversammlung. Von diesem höchsten Vereinsgremium müsste er im Herbst als Präsident bestätigt werden. Pro1860-Sprecher Hans Vonavka sagt: „Sechzig braucht einen Präsidenten, der von beiden Fangruppierungen akzeptiert wird.Und Steiner ist ein ARGE-Mann. Mit ihm ginge das Gewürge weiter.“ Steiner titulierte Präsident von Linde bei seiner Rücktritts-Pressekonferenz in Ismaning am 11. Juli 2007 als „autistischen Alleingänger“ und sagte, sein Rücktritt führe „hoffentlich zu einer völligen Neukonstellation des Präsidiums.“ Vonavkas Fazit: „Durch die Art und Weise seines Rücktritts hat Steiner verbrannte Erde bei Sechzig hinterlassen.“

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Klaus Josef Lutz:Der Sanierer des Süddeutschen Verlags und künftige Vorstandschef der BayWa hat jüngst in der tz seine Bereitschaft erklärt, 1860 dabei helfen zu wollen, Türen in die Wirtschaft aufzusperren. Ambitionen auf das Präsidentenamt verneinte er in der SZ. In Frage kommen soll dafür eher Lutz’ Geschäftsfreund Josef Kastenberger, ein angesehener Münchner Immobilienunternehmer (JK Wohnbau).

TV-Unternehmer Otto Steiner hält sich mit öffentlichen Kommentaren zurück.

Fredi Heiß:Der Meisterlöwe und Ex-Aufsichtsrat gilt als einer der Wunschkandidaten der _ARGE. Einen „super Mann“ nennt ihn ARGE-Sprecher Manfred Riedl. Doch Heiß hat wie auch der andere Traumkandidat Theo Waigel bereits mehrfach ausgeschlossen, je 1860-Präsident werden zu wollen.

Rainer Beeck: Der 1860-Aufsichtsrat und Prokurist der Münchner Flughafen GmbH könnte die Überraschung auf dem Präsidentenstuhl werden. Seit Tagen wird sein Name hinter vorgehaltener Hand genannt. Mögliches Problem: Beeck wird im Aufsichtsrat zur ARGE-Fraktion gerechnet.

Die Köpfe hinter dem Löwen-Chaos

Die Köpfe hinter dem Löwen-Chaos © dpa/sampics/Schlaf
Der Geschäftsführer: Stefan Reuter (41), Fußball-Weltmeister 1990. Seit Januar 2006 hauptamtlich bei den Löwen, seit dem Ziffzer-Rauswurf der starke Mann im operativen Geschäft. Muss jetzt seine Klasse beweisen. © dpa
Der EX-Geschäftsführer: Dr. Stefan Ziffzer ist am 11. Mai 2008 der Kragen geplatzt. In seiner Wut-Rede am 11. Mai 2008 attackierte er das Präsidium. Das kostete ihn seinen Job. © sampics
Der EX-Präsident: Dr. Albrecht von Linde war von März 2007 bis Mai 2008 im Amt. Er musste als Folge der Führungskrise seinen Hut nehmen. © sampics
Der EX-Vize-Präsident: Karsten Wettberg, führte die Löwen als Trainer in der Saison 1990/1991 in die zweite Liga und verdiente sich dadurch den Fan-Titel "König von Giesing". © Schlaf
Der EX-Vize: Franz Maget (54), Chef der Münchner SPD und der SPD-Landtagsfraktion. Seit September 2007 Vizepräsident, trug die fristlose Entlassung von Geschäftsführer Stefan Ziffzer mit. © dpa
Der Oberbürgermeister: Christian Ude (60), Mitglied in den Aufsichtsräten von Verein und KGaA. © dpa
Der Trainer: Marco Kurz. Der Löwen-Coach übernahm den Posten von Walter Schachner. In seiner ersten Trainersaison führte er das Profi-Team auf Platz 8, im zweiten knapp am Abstieg vorbei. © dpa
Der Mannschaftskapitän: Danny Schwarz (33) führt das junge Löwen-Team an. © dpa
Das Maskottchen: Der Löwe steht vor der Geschäftsstelle und ist unverwüstlich, unumstritten, unentlassbar, chaosresistent und der einzige Löwen-Offizielle, dem noch keiner die Schuld am Niedergang gegeben hat. © dpa

Kurz-News der Löwen:

Kein Tag ohne Spekulationen. Wie aus Augsburg zu erfahren war, soll sich FCA-Manager Andreas Rettig intensiv um 1860-Sturm-Juwel Manuel Schäffler bemühen. Aus Aachen heißt es, dass Alemannia-Verteidiger Alex Klitzpera in Kontakt mit 1860 stehen soll.

Und wieder ein Tipp vom FCB. Nach Uli Hoeneß’ Hinweis, Präsident von Linde zu entsorgen, fordert Karl-Heinz Rummenigge im Münchner Merkur nun die Rückkehr von Stefan Ziffzer. 1860 wäre „gut beraten“, den Ex-Finanzboss zurückzuholen. „Er ist ein Garant dafür, dass beim TSV 1860 finanziell alles in seriösen Bahnen verläuft.“

Quelle: tz

Quelle: tz

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