Stevic spricht über seine Zukunft - und die der Spieler

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"Ich plane die nächste Saison", stellt Miki Stevic klar

München - Gegenüber der tz hat sich 1860-Sportdirektor Miki Stevic nicht nur zu seiner Zukunft geäußert - sondern auch zu der von Spielern wie Benny Lauth, Mate Ghvinianidze, Tarik Camdal, Emanuel Biancucchi und Mathieu Beda.

Zwei Heimpleiten, Sieg in Osnabrück – die Löwen im Wellental der Gefühle. Wie’s weitergeht? Die tz sprach mit Sportdirektor Miki Stevic über die Zukunft des TSV und seine persönlichen Pläne.

Stevic über...

die Gespräche mit dem HSV:

„Mein Geschäftsführer wusste von Anfang an Bescheid, sonst hätte ich kein gutes Gefühl gehabt. Ich muss mich ja für Vieles entschuldigen, weil ich Stevic heiße, aber soll ich mich dafür entschuldigen, dass ein Verein wie der HSV und ein Mann wie Sammer Interesse signalisieren, mit mir arbeiten zu wollen? Ich arbeite gern bei 1860 und ich bin nach wie vor überzeugt, dass man hier was bewegen kann – trotz der schwierigen finanziellen Umstände.“

Löwen intern - hinter den Kulissen des TSV 1860

Strec

seine persönliche Zukunft:

„Ob mein Vertrag jetzt verlängert wird, in ein paar Wochen, oder in ein paar Monaten, spielt für meine Arbeit keine Rolle. Der Verein hat noch einige wichtige Hürden zu überwinden. Wenn ein Haus brennt, rette ich ja auch nicht zuerst den Fernseher, sondern ich schaue, dass ich den Brand lösche. Ich plane die nächste Saison, spreche täglich mit Trainer, Jugendkoordinator, Spielern und Beratern. Natürlich wünscht man sich in jeder langjährigen Beziehung Sicherheit. Schöner ist es immer, wenn eine Hochzeit amtlich ist. Aber meine Liebe zu 1860 leidet auch nicht ohne Trauschein.“

sein Verhältnis zu Trainer Maurer:

„Es ist inzwischen mehr Austausch da. Wir haben ein professionelles Verhältnis, das wurde in der Öffentlichkeit dramatischer gesehen, als es ist. Der Trainer stellt die Mannschaft auf. Ich wünsche mir, dass wir erfolgreich sind, dafür tut hier jeder alles. Man weiß im Leben: Das was gut ist, ändert man nicht.“

die sportliche Situation:

„Osnabrück war ein positives Signal, nicht mehr und nicht weniger. Wir haben jetzt zwei Heimspiele hintereinander. In denen kann man viel gewinnen – oder alles kaputt machen. Ich bin immer noch überzeugt davon, dass wir von der Qualität unserer Mannschaft her ins obere Drittel gehören. Entscheidend ist, was man aus den Zutaten macht. Du kannst das beste Biogemüse kaufen – am Ende zählt, was auf den Tisch kommt.“

geplante Transfers:

„Unser Ziel ist es, bis Transferschluss noch zwei Spieler abzugeben. Biancucchi will unbedingt weg, er macht ein Probetraining beim AC Cesena. Rukavina ist auch ein Spieler, der uns Geld bringen kann. Für Mathieu ­Beda gibt es Anfragen aus Rumänien, für Ghvinianidze aus der Ukraine. Auch Camdal war schon mit einem Bein weg, nach seinem guten Spiel in Osnabrück müssen wir schauen, was wir machen. Es gab eine Anfrage für ihn aus der Türkei. Trotz aller finanziellen Zwänge darf man nie vergessen: Es geht immer noch darum, sportlichen Erfolg zu haben.“

Das Sparbuch des TSV 1860

Das Sparbuch des TSV 1860

Geschäftsführer Robert Schäfer hat eine denkbar schwere Aufgabe zu lösen: Er muss die Löwen möglichst schnell gesundsparen, ehe ihnen von der DFL weitere Punkte oder gar die Lizenz entzogen wird. © sampics
Schäfer ging zum Amtsantritt gleich mit gutem Beispiel voran und kürzte das eigene Gehalt um 20 Prozent. Wir zeigen, wo die Löwen im vergangenen Jahr den Rotstift ansetzten. Sogar mit Schampus wird gespart ... © sampics
Schäfers Vor-Vorgänger Manfred Stoffers (l.) hatte es mit einem Finanzkonstrukt, der Löwen-Anleihe, versucht. Mehrere Millionen Euro sollten die Fans dem Verein für fünf Jahre zur Verfügung stellen, dafür sechs Prozent Zinsen pro Jahr kassieren und sich derweil eine Schmuckurkunde an die Wand hängen können. Stand Mitte Dezember wurde laut "Bild" nicht mal eine Million Euro erzielt. © sampics
In der vergangenen Saison wurden unter Stoffers die Dauerkarten zwar teurer, aber dafür mit Geld-zurück-Garantie ausgegeben. Sollten die Löwen am Saisonende auf Platz zehn oder darunter landen, erhalten Jahreskarten-Käufer fünf Prozent des Ticketpreises zurück. Die Löwen wurden Achter und sparten sich eine Stange Geld. © sampics
Kommen wir zum personellen Aderlass: Teammanager und Pressesprecher Robert Hettich musste im Dezember 2010 seine Sachen packen. Der Posten des Teammanagers wurde nicht nachbesetzt, die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt. Lil Zercher, die als Praktikantin bei den Löwen begann, stieg zur Pressesprecherin auf. © sampics
Finanz-Controller Wolfgang Blumenröder, der von Ex-Geschäftsführer Robert Niemann engagiert worden war, erhielt während der Probezeit die Kündigung. „Das stimmt“, sagte Blumenröder, „ich bin jetzt Ex-Controller…“ © dpa
Ewald Lienen und Co-Trainer Abder Ramdane verließen die Löwen im Sommer 2010, um Olympiakos Piräus trainieren zu dürfen. Zähneknirschend erteilten die Löwen dem Trainer die Freigabe. Ob und wieviel Geld dabei als Entschädigung geflossen ist, bleibt unklar. © dpa
Sicher ist: Mit Reiner Maurer kam ein vergleichsweise preiswerter Ersatz. © sampics
Lienen lotste auch José Holebas zu Piräus. "Für uns ist der Transfer wirtschaftlich sinnvoll", erklärte Löwen-Sportdirektor Miki Stevic damals. © sampics
Lienens Griechenland-Intermezzo endete zwar schon nach zwei Monaten, er heuerte danach aber bei Arminia Bielefeld an. Dorthin holte er für die Rückrunde zwei weitere Löwen: Sandro Kaiser ... © sampics
... und Eke Uzoma. Beide sind somit bis auf Weiteres von der Löwen-Gehaltsliste. © sampics
Auf der schlug auch Savio Nsereko Anfang der Saison voll zu Buche. Doch Savio glänzte mehr mit Abwesenheit, denn mit tollen Aktionen. Nachdem er sich wochenlang nicht gemeldet hat, wurde ihm gekündigt. © dpa
Aleks Ignjovski ist noch da, hat aber einen Vorvertrag beim AC Florenz unterschrieben, der allerdings nichtig wird, sofern ein anderer Verein mehr bietet. © sampics
Moritz Leitner wurde für eine Million Euro an Borussia Dortmund verkauft, sollte aber ursprünglich auf Leihbasis bis zum Start der Saison 2010/11 bei den Löwen bleiben. Nur sparen sich die Löwen auch das Rückrundengehalt des Youngsters, der lieber für den FC Augsburg spielt. © sampics
Juan Barros (l.) wurde in der Winterpause wieder weggeschickt, weil er sich nicht durchsetzen konnte. Gehalt gespart! © sampics
Peniel Mlapa wurde im vergangenen Sommer für kolportierte 1,3 Millionen Euro zur TSG Hoffenheim geschickt. Wieder war ein Stück Tafelsilber futsch. © Getty
Alle verbliebenen Spieler sollten eine zehnprozentige Kürzung ihres Gehalts hinnehmen. Daniel Bierofka (links) ging mit gutem Beispiel voran und akzeptierte die Sparmaßnahme als einer der Ersten. © sampics
Wie die tz herausfand, sollte es für Spieler, deren Vertrag am Saisonende ausläuft, noch dicker kommen. Unter anderem haben Gabor Kiraly, Benjamin Lauth (r.) und Daniel Bierofka (M.) eine Verlängerung zur Hälfte der bisherigen Bezüge angeboten bekommen. Haken daran: Die neuen Verträge sollten bereits ab Januar gelten. Diese Idee wurde von der Vereinsführung aber wieder verworfen. © Getty
Insgesamt rund zwei Millionen Euro hat Immobilienhändler Nicolai Schwarzer aus Berlin seit Anfang 2009 in die Löwen gesteckt – als Darlehen und als Investment in die Löwen Sportrechte Vermarktungs GmbH (LSV). Zuletzt überwies er Ende Oktober einen sechsstelligen Betrag nach München, um die Löwen und seine Einlage vor dem Insolvenzverwalter zu retten. „Ich habe 'ne Menge Kapital drin bei 1860 und bin daran interessiert, dass ich das Geld möglichst mit Rendite zurückbekomme“, sagte Schwarzer zur tz. © fkn
Zu den Auswärtsspielen geht's bei weiten Strecken fortan mit dem Bus statt mit dem Flugzeug. © sampics
Auch das Wintertrainingslager musste leider ausfallen. Reiner Maurer sagte in der "Sport Bild", dass die Planungen für ein Trainingslager in der Türkei bereits weit fortgeschritten waren und das Hotel günstig gewesen wäre. Trotzdem: gestrichen! © sampics
Am 30. November richteten die Löwen einen Comedyabend in der Muffathalle aus. Die nicht ganz billigen Karten dafür gingen weg wie die warmen Semmeln. Präsident Rainer Beeck scherzte bereits, dass die Löwen künftig öfter kulturelle Veranstaltungen bieten sollten ... © al.
Die teuren Mietpflanzen an der Grünwalder Straße wurden abbestellt. Kostenpunkt laut "Kicker": 50.000 Euro. © sampics
Vor den Auswärtsspielen wie gegen Ingolstadt wird, sofern möglich, kein Teamhotel mehr bezogen. © sampics
Auch die Weihnachtsfeier im großen Kreis fiel diesmal aus. © sampics
Mate Ghvinianidze (r.) spülte mit seinem Schampus-Umtrunk am Tag vor dem Laktattest Geld in die Kassen der Löwen. Miki Stevic sagte dazu süffisant: „Eine kleine Flasche hätte nicht so viel gekostet, aber auf den Fotos habe ich Mate mit einer Magnumflasche gesehen – und Magnum ist halt immer teurer. Mal ganz abgesehen von Mates Dekoration…“ © Partygaenger.de
Auch Emanuel Biancucchi muss für seine eigenmächtige Urlaubsverlängerung einen Obulus in die Löwen-Kasse entrichten. © sampics
Nicht zu vergessen ist der Mietnachlass, den der FC Bayern den Löwen gibt. Um welche Summen es sich dabei exakt handelt, bleibt wohl ein rot-blaues Betriebsgeheimnis. © Getty
Daniel Bierofka (r.) bleibt den Löwen zu verringerten Bezügen treu. Er verlängerte bis 2013. „Daniel hat mit seiner Vertragsverlängerung einen substantiellen Beitrag für die Sanierung geleistet und damit große Solidarität gezeigt", dankt Robert Schäfer. © sampics
Kevin Volland wechselt zu 1899 Hoffenheim, bleibt den Löwen aber auf Leihbasis eineinhab Jahre treu. Nach tz-Informationen bringt der Deal den Löwen 700.000 Euro Ablöse. © sampics
Kenny Cooper geht zurück in die USA, spielt zukünftig für Portland. Die Löwen sparen eine Menge Gehalt. © sampics
Ende Januar drückte Trainer Reiner Maurer allen Spielern eine Schneeschaufel in die Hand - Räumdienst gespart! „Das ist doch eine ­gute Teambuildungsmaßnahme, die noch dazu nichts kostet“, sagte Maurer. © TSV 1860
Mathieu Béda
Mathieu Béda stand schon seit geraumer Zeit auf der Löwen-Transferliste. Pünktlich zum Transferschluss wurden die Löwen den Großverdiener an den FC Zürich los. © sampics
Mate Ghvinianidze: Der Wechsel des Innenverteidigers in die Ukraine zum PFK Sevastopol dürfte einiges an Geld in die Kassen gespült haben. Wieviel? Das bleibt geheim. © sampics
Gabor Király hat seinen Vertrag verlängert - und dabei offenbar auch auf Geld verzichtet. Wie groß der Gehaltsverzicht gegenüber dem alten Kontrakt ausfällt, wurde nicht bekanntgegeben. Der 34-Jährige selbst erklärt, dass es von beiden Seiten ein Entgegenkommen gab. "Wir haben eine Lösung gefunden, die für den Verein und für mich zufriedenstellend ist", so Király. "Dabei haben wir uns in der goldenen Mitte getroffen." © dpa
Kushtrim Lushtaku wechselte am 2. März zu Örebro SK nach Schweden - er war zwar kein Großverdiener. Aber immerhin sparen die Löwen sein Gehalt © sampics

Vertragsverlängerungen:

„Wir sprechen aktiv mit dem Berater von Benny Lauth. Wir werden alles probieren, um ihn zu überzeugen. Anfragen von anderen Vereinen gab es bislang keine. Mit Kiraly und Tschauner haben wir auch schon gesprochen – einen von beiden wollen wir halten, wenn das in unseren Finanzrahmen passt.“

lk

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