Super-Fan Fritz Fehling: Ein Leben für die Löwen

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Ein Bild aus den Neunzigern: Fritz Fehling und Abedi Pele.

München - Sogar seine Flitterwochen verbrachte er einst im Trainingslager des TSV 1860. Fritz Fehling ist Löwe durch und durch. Und wenn einer wie er 60 wird – am Mittwoch ist es so weit – muss er natürlich zu Wort kommen.

Fritz, wie kam es zu dieser großen Liebe für die Löwen?

Fehling: Das war in der allerersten Bundesliga-Saison 1963/64. Ich habe wie viele Buben in meinem Alter Fußballbilder gesammelt. Mein erstes war das vom Radi, der Torhüterlegende von 1860, und dann war das mein Verein.

Das Problem war, dass Sie nicht in München lebten…

Fehling: Ich wohnte damals in Dillenburg in Mittelhessen. 500 Kilometer von München entfernt. Deshalb sah ich damals eigentlich mehr Auswärtsspiele: Frankfurt, Dortmund, Köln, das waren leichter erreichbare Ziele. Hin und wieder fuhr ich aber schon zu Heimspielen nach München.

Wie ging’s dann weiter?

Fehling: Seit 1972 habe ich kein Pflichtspiel mehr versäumt und vielleicht nur fünf, sechs Freundschaftsspiele. 1977 bin ich dann nach München gezogen. Nur wegen 1860.

Sie haben somit rund 3000 Spiele von 1860 gesehen und etwa tausend Spieler erlebt. Wer war der Beste?

Fehling: Für mich war das der Peter Nowak. Der Klompetteste von allen. Trotz eines Peter Grosser oder Hennes Küppers aus der Meistermannschaft, die natürlich auch überragend waren.

Der frisch renovierte Löwen-Fanshop in der Orlandostraße

Der Löwen-Fanshop in der Orlandostraße

Der 1860-Fanshop in der Münchner Orlandostraße (in der Innenstadt in der Nähe des Hofbräuhauses). © Sampics
Der 1860-Fanshop in der Münchner Orlandostraße (in der Innenstadt in der Nähe des Hofbräuhauses). © Sampics
Der 1860-Fanshop in der Münchner Orlandostraße (in der Innenstadt in der Nähe des Hofbräuhauses). © Sampics
Der 1860-Fanshop in der Münchner Orlandostraße (in der Innenstadt in der Nähe des Hofbräuhauses). © Sampics
Der 1860-Fanshop in der Münchner Orlandostraße (in der Innenstadt in der Nähe des Hofbräuhauses). © Sampics
Der 1860-Fanshop in der Münchner Orlandostraße (in der Innenstadt in der Nähe des Hofbräuhauses). © Sampics
Der 1860-Fanshop in der Münchner Orlandostraße (in der Innenstadt in der Nähe des Hofbräuhauses). © Sampics
Der 1860-Fanshop in der Münchner Orlandostraße (in der Innenstadt in der Nähe des Hofbräuhauses). © Sampics
Der 1860-Fanshop in der Münchner Orlandostraße (in der Innenstadt in der Nähe des Hofbräuhauses). © Sampics
Der 1860-Fanshop in der Münchner Orlandostraße (in der Innenstadt in der Nähe des Hofbräuhauses). © Sampics
Der 1860-Fanshop in der Münchner Orlandostraße (in der Innenstadt in der Nähe des Hofbräuhauses). © Sampics
Der 1860-Fanshop in der Münchner Orlandostraße (in der Innenstadt in der Nähe des Hofbräuhauses). © Sampics
Der 1860-Fanshop in der Münchner Orlandostraße (in der Innenstadt in der Nähe des Hofbräuhauses). © Sampics
Der 1860-Fanshop in der Münchner Orlandostraße (in der Innenstadt in der Nähe des Hofbräuhauses). © Sampics
Der 1860-Fanshop in der Münchner Orlandostraße (in der Innenstadt in der Nähe des Hofbräuhauses). © Sampics
Der 1860-Fanshop in der Münchner Orlandostraße (in der Innenstadt in der Nähe des Hofbräuhauses). © Sampics
Der 1860-Fanshop in der Münchner Orlandostraße (in der Innenstadt in der Nähe des Hofbräuhauses). © Sampics
Der 1860-Fanshop in der Münchner Orlandostraße (in der Innenstadt in der Nähe des Hofbräuhauses). © Sampics
Der 1860-Fanshop in der Münchner Orlandostraße (in der Innenstadt in der Nähe des Hofbräuhauses). © Sampics
Ihr schönstes Erlebnis?

Fehling: Ach, da gibt’s viele. Mal abgesehen von den Titeln und Aufstiegen. Ich erinnere mich immer noch gern an einen 6:4-Sieg 1980 in Bremen oder an Auslandsreisen nach Kanada, China und Südkorea.

Das geht ja ganz schön ins Geld…

Fehling: Klar. Ich arbeite als Großhandelskaufmann und spare für 1860. Auf andere Sachen verzichte ich. Geld für Essen und Trinken oder Klamotten – da gebe ich nur das Notwendigste aus. Ich mache auch keinen Urlaub. Ich bin ja eh mit 1860 immer viel unterwegs.

Sie besuchen ja auch Spiele der Regionalliga-Mannschaft und der A-Jugend.

Fehling: Ja. Letzte Woche war ich mit der A-Jugend in Mannheim. Das hat mich einen Hunderter gekostet.

Was war Ihr schlimmstes Erlebnis?

Fehling: Das war am 1. September 1981. Ich fuhr mit der Mannschaft im Bus von einem Privatspiel in Straubing heim. Dann rammte uns ein Transporter, der Eisenstangen geladen hatte. Eine durchschlug vorn an der linken Busseite die Fensterscheibe und rammte sich in den Kopf des Spielers Manfred Eble. Ich war dann im Sanka dabei, der Eble zur Notoperation ins Dingolfinger Krankenhaus brachte. Er hat es überlebt, musste aber seine Profikarriere beenden.

1860 ist berüchtigt dafür, immer wieder neue Trainer zu beschäftigen. Wer war der beste?

Fehling: Eindeutig Werner Lorant. Er hat Fußball gearbeitet und war geradeheraus. Einfach ein Guader. Wenn ich nicht mochte, will ich hier nicht sagen. Ein guter Typ war allerdings auch der Rudi Gutendorf.

Ihr Verhältnis zum FC Bayern?

Fehling: Den schaue ich mir nicht einmal im Fernsehen an. Nur bei Derbys. Aber zu Jugend-Derbys an die Säbener Straße gehe ich nicht. Meine Distanz zu diesem Verein ist sehr groß. Auch weil von Bayern in den letzten Jahrzehnten viele Kampagnen gegen uns gefahren wurden.

Kommen wir zur derzeitigen Lage der Löwen. Ihr Eindruck?

Fehling: Es ist die normale lätscherte Saison geworden, die ich erwartet habe. Du kannst nicht mehr verlangen, wenn der Etat so zurückgefahren wird. Nur wenn du investierst, kann es wieder raufgehen. Aber da habe ich keine Hoffnung, weil niemand bei uns den Arsch dafür in der Hose hat oder haben darf. Und dass eine Mannschaft zusammenwächst, darauf kannst du nicht warten. Ich glaube, dass ich 1860 nicht mehr in der Bundesliga erleben werde.

Wie stolz macht es Sie, jetzt wirklich ein Sechziger zu sein?

Fehling: So alt zu werden, war für mich ein klares Ziel. Denn vor elf Jahren hat mir ein Arzt nach meinem Schlaganfall gesagt, dass ich keine sechs Monate mehr leben würde, wenn ich so weitermache wie bisher. Ich habe aber so weitergelebt. Deshalb werde ich den Kameraden demnächst auch in der Klinik besuchen und fragen, ob er von seinem Job eigentlich eine Ahnung hat...

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