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Aufstiegs-Check in der 3. Liga: Wer schafft es in den Fahrstuhl nach oben?

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Von: Uli Kellner

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1860-Trainer Michael Köllner mit Playoffbart.
Crunch-Time: 1860-Trainer Michael Köllner. Letztes Jahr um diese Zeit ließ er sich einen Playoffbart wachsen. © Imago

Noch acht Spieltage - und sieben Vereine balgen sich um die Aufstiegsplätze. Magdeburg scheint durch zu sein, dahinter ist jede Wendung denkbar. Unser Check.

München - Die Zeit rast, auch in der 3. Liga. In ziemlich genau zwei Monaten werden die Löwen wissen, wohin ihre Reise geht: endlich rauf in die 2. Liga? Oder in ein weiteres Drittligajahr, das bereits das fünfte wäre? Am 14. Mai ist der letzte Spieltag angesetzt, ihm folgen zwei Relegationsspiele (20./24. Mai), die für die Löwen schon jetzt wieder in Reichweite sind. Drei Punkte beträgt der Rückstand auf Platz drei, den momentan der Relegationsrivale von 2018 besetzt, der 1. FC Saarbrücken. Schon jetzt klar: Es wird ein Hauen und Stechen geben um die Plätze im Fahrstuhl nach oben. Selbst Magdeburg schwächelte zuletzt, der Zweite Lautern hingegen wirkt gefestigt, während dahinter jede Woche viel Bewegung in der Tabelle ist. Nach Lage der Dinge wird es ein Siebenkampf um den Aufstieg. Wir zeigen, welche Teams mit den besten Chancen in den Endspurt gehen.

1. FC Magdeburg (30 Spiele/65 Punkte)

Bekommt der Tabellenführer wie Dresden voriges Jahr die Aufstiegsflatter? Zwei schwache Ergebnisse lassen darauf schließen (1:1 gegen Halle, 1:2 bei Türkgücü), wobei bei Magdeburgs Ein-Punkte-Woche nur der Ertrag schlecht war, nicht die Leistung. Und selbst wenn: Der enteilte Spitzenreiter könnte sich sogar eine richtige Krise leisten, denn es fehlen nur drei Siege bis zur 74-Punkte-Marke, die noch immer für einen Direktaufstieg gereicht hat. Wahrscheinlicher ist, dass der FCM seinen eigenen Rekord jagt: Stolze 85 Punkte waren es beim letzten Aufstieg 2018.

Restprogramm: Meppen (H), Berlin (A), Köln (H), Verl (A), Zwickau (H), Braunschweig (A), 1860 (H), Osnabrück (A).

1. FC Kaiserslautern (30 Spiele/56 Punkte)

In der Rückrunde tritt der FCK so souverän auf wie der FCM: Sieben Siege und drei Unentschieden ergeben 24 Punkte. Einziger Ausrutscher war die Last-Minute-Niederlage bei den Löwen, für die vier Tage später Mitbewerber Osnabrück büßen musste (1:0 auswärts). So treten Spitzenteams auf. Und ein wichtiger Wert spricht ebenfalls dafür: Lautern hat schon 18 Mal zu Null gespielt: Drittligarekord.

Restprogramm: Freiburg (A), Duisburg (H), Würzburg (A), Saarbrücken (H), Wehen (A), Dortmund II (H), Köln (A), Türkgücü (H).

1. FC Saarbrücken (30 Spiele/52 Punkte)

Ein großer Vorteil der Saarländer: Sie haben sich das Unentschiedenspielen abgewöhnt. 2022 gab es nur Siege (sechs) oder Niederlagen (vier) – so kommt man vom Fleck, zumal der FSC seine Abwehr dicht gekriegt hat – durch Umstellung auf Dreierkette. Und: Seit Ex-Löwe Adriano Grimaldi (11 Tore, fünf Assists) verletzt ausfällt, ist das Team weniger leicht auszurechnen. Ein anderer Saarbrücker Trumpf ist die starke Bank, die für den Ligabestwert an Jokertoren sorgt (zehn – plus neun Assists).

Restprogramm: Halle (H), TSV 1860 (A), Mannheim (H), FCK (A), Verl (H), Berlin (A), Zwickau (H), Freiburg II (A).

Eintracht Braunschweig (29 Spiele/51 Punkte)

Die Heimniederlage gegen Saarbrücken hat dem Absteiger wehgetan. Doch die Eintracht ist es gewöhnt, mit Rückschlägen umzugehen (wovon auch 1860 ein Lied singen kann, das im Hinspiel eine 1:0- und im Rückspiel eine 2:0-Führung einbüßte). Über den großen Trumpf der Nordlöwen ist damit schon alles gesagt: Das Team des früheren Würzburg-Trainers und Magath-Opfers Michael Schiele steht für physischen Fußball, für intensive, körperliche Arbeit auf dem Platz, vertrauend auf die eingespielte Achse Fejzic, Krauße, Behrendt, Lauberbach. Gut für den aktuellen Vierten: Er hat das Nachholspiel in Osnabrück in der Hinterhand und darf insgesamt noch fünfmal in fremden Stadien ran, was den Stärken des Teams entgegenkommt (Platz zwei in der Auswärtstabelle).

Restprogramm: Dortmund II (A), Osnabrück (A), Havelse (H), Wehen (A), Würzburg (H), Türkgücü (A), Magdeburg (H), Meppen (A), Köln (H).

TSV 1860 (30 Spiele/49 Punkte)

Wie im Vorjahr war der TSV 1860 fast schon abgeschrieben, ehe Michael Köllners Team den Blinker setzte – und nun doch wieder vor der Ausfahrt 2. Liga steht. Ziehen es die Löwen diesmal durch? Die jüngsten Auftritte sprechen dafür, die zurückgekehrte Leichtigkeit, die auf viele Schultern verteilte Verantwortung, der Erfolgshunger von Hiller bis Bär. Aber: Leicht wird’s nicht, denn das Restprogramm hat es in sich (wobei direkte Duelle auch eine Chance sind) – und natürlich nimmt irgendwann auch wieder der Druck zu . . .

Restprogramm: Mannheim (A), Saarbrücken (H), Freiburg II (A), Osnabrück (H), Duisburg (A), Havelse (H), Magdeburg (A), Dortmund II (H).

Waldhof Mannheim (30 Spiele/49 Punkte)

Das drittbeste Team der Hinrunde schwächelt seit Beginn der Rückserie (Platz elf). Die Gründe: Das Carl-Benz-Stadion ist keine Festung mehr (erst sechs Siege). Dazu kommt die Abhängigkeit von den Extrakönnern Martinovic (11/7) und Schnatterer (9/5). Den Waldhof-Buben fehlt die Konstanz, aber bei einem Sieg am Sonntag gegen 1860 ist noch alles möglich.

Restprogramm: TSV 1860 (H), Zwickau (A), Saarbrücken (A), Freiburg II (H), Osnabrück (A), Duisburg (H), Wehen Wiesbaden (A), Havelse (H).

VfL Osnabrück (29 Spiele/48 Punkte)

Dauernervthema in Osnabrück: Kommt der Winter, kommt die Krise – geschuldet den drittligaunwürdigen Trainingsbedingungen an der Illoshöhe. Zuletzt mussten die VfL-Kicker sogar auf umliegende Kreisligaplätze ausweichen, um halbwegs vernünftig trainieren zu können. Dafür machen sie es gut in der Rückrunde (Platz vier), die auch noch das Nachholspiel gegen Braunschweig bereit hält. Anderes Manko: Vorne fehlt ein Knipser. Marc Heider (seit 2016 im Verein) tut, was er kann (acht Tore, sieben Assists), aber der Kalifornier kommt halt so langsam ins Mölders-Alter, im Mai wird er 36. Die schlechteste Offensive der Top-7 (43 Treffer) könnte am Ende natürlich ein Nachteil sein.

Restprogramm: Berlin (H), Braunschweig (H), Halle (A), Verl (H), 1860 (A), Mannheim (H), Freiburg (A), Havelse (A), Magdeburg (H).

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