U21-Abschied auf Raten?

Talfahrt hält an - kleine Löwen seit neun Spielen ohne Sieg

Christian Wörns hat mit seiner Mannschaft noch fünf Punkte Vorsprung auf den ersten Relegationsabstiegsplatz. F: Leifer
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Christian Wörns hat mit seiner Mannschaft noch fünf Punkte Vorsprung auf den ersten Relegationsabstiegsplatz. F: Leifer

Die Zukunft der kleinen Löwen steht mehr denn je in Frage. Sportchef Gorenzel hat bereits angekündigt, dass der Verein einen Rückzug in Erwägung zieht. Rein sportlich sieht es auch nicht besonders rosig aus. Seit neun Spielen wartet die Wörns-Elf auf einen Sieg.

Die 1:3-Niederlage beim 1. FC Sonthofen war das neunte Spiel in Serie, dass die Reserve von der Grünwalder Straße in der Bayernliga nicht gewinnen konnte. Der letzte Sieg datiert vom 21. Oktober 2017. Damals setzten sich die Junglöwen mit 3:1 bei der SpVgg Hankofen-Hailing durch. Seitdem gab es drei Niederlagen gegen den TuS Holzkirchen, die DJK Vilzing, Sonthofen und sechs Unentschieden gegen den SV Kirchanschöring, den SV Heimstetten, den TSV Landsberg, den FC Ismaning, den TSV 1886 Dachau und den TSV Schwabmünchen.

Passiert ist noch nichts. Im Moment steht die Mannschaft von Christian Wörns mit 30 Punkten auf dem 11. Platz und hat fünf Zähler Vorsprung auf den BCF Wolfratshausen, der den ersten Relegationsabstiegsplatz belegt. Allerdings dürfte die Entwicklung für die Verantwortlichen alarmierend sein, denn mit 26 von insgesamt 36 Spielen hat der TSV 1860 II zum Teil schon drei bis vier Partien mehr absolviert als die Konkurrenz. 

Gorenzel stellt aktuelles Gebilde in Frage

Die Tendenz ist negativ, obwohl Trainer und Mannschaft eigentlich höchstes Interesse daran haben müssten, erfolgreich zu sein. "Wir wägen derzeit sportliche und wirtschaftliche Argumente ab", sagt Sportchef Günther Gorenzel vor wenigen Wochen mit Blick auf die Weiterführung der U21 in der kommenden Spielzeit. 

Die notorisch klammen Blauen müssen sparen und aktuell liefern Christian Wörns und seine Woche für Woche zusammengewürfelte Mannschaft wenig Argumente, das Nachwuchsteam auch in der kommenden Spielzeit an den Start zu schicken. "Wir haben weder einen eigenständigen Kader noch einen festen Trainer für die Bayernliga-Mannschaft. Das kann keine Lösung sein", sagte Gorenzel deshalb.

Christian Wörns verantwortet nämlich nicht nur die U21, sondern auch die U19. Der Ex-Nationalspieler steht jede Woche vor dem Spagat, aus seinen A-Jugend- und aus den von Daniel Bierofka nicht berücksichtigten Kickern der 1. Mannschaft eine konkurrenzfähiges Team zu basteln. Die Sinnhaftigkeit der kleinen Löwen steht somit auf dem Prüfstand, obwohl Chef-Trainer Daniel Bierofka seinen ehemaligen Verantwortungsbereich gerne behalten würde. 

Früher war die Reserve das Sprungbrett

Das Problem des TSV 1860 ist hausgemacht: In den vergangenen Jahren diente die 2. Mannschaft immer als Sprungbrett für das Profi-Team. Florian Neuhaus (jetzt Stammspieler Fortuna Düsseldorf), Felix Uduokhai (jetzt Stammspieler beim VfL Wolfsburg), Marin Pongracic (RB Salzburg), Nico Karger (bester Torschütze der 1. Mannschaft) und Felix Weber (Kapitän der 1. Mannschaft) sind nur einige geläufige Namen, die über die Reserve den Gang in den Profi-Fußball geschafft haben. 

Diese jungen Burschen konnten bereits als Jugendspieler viele Erfahrungen sammeln und spielten fast ausschließlich in der A- und B-Junioren-Bundesliga. Und da liegt der Unterschied zu den jetzigen Talenten. Im Horror-Jahr 2017 stiegen nicht nur die Profis aus der 2. Bundesliga ab, sondern auch die U19 und U17. Beide Teams kämpfen in der Bayernliga für die Rückkehr. Bei den A-Junioren sieht es schlecht aus. Tabellenführer Ingolstadt hat ein Spiel weniger und trotzdem acht Zähler Vorsprung auf die Löwen. Bei der B-Jugend besteht noch Hoffnung. Auch dort misst sich der Nachwuchs von der Grünwalder Straße mit den Schanzern. Die Blauen haben zwei Spiele weniger und sechs Punkte Rückstand, aber der Titel und damit die Rückkehr in die Bundesligastaffel Süd/Südwest ist zumindest dort noch möglich. 

Um wieder wie in der Vergangenheit Spieler aus dem eigenen Stall erfolgreich auszubilden, muss nicht nur die 1. Mannschaft mindestens in die 3. Liga. Sofern die Verantwortlichen der Reserve nicht das Licht abdrehen, wäre die Rückkehr in die Regionalliga mittelfristig notwendig. Auch die A- und B-Junioren müssen zurück in die Bundesliga, sonst drohen die Löwen im Kampf um junge Talente immer mehr ins Hintertreffen zu geraten. Ingolstadt, Augsburg, Bayern und Unterhaching sind vier Konkurrenten auf engem Raum, die aktuell mindestens die gleiche bzw. meistens die bessere Perspektive für die Stars von morgen bieten. Hat man zukünftig keine jungen Topspieler mehr in den eigenen Reihen, wäre der bisherige Aufwand durch die Kosten wohl kaum tragbar. 

Quelle: fussball-vorort.de

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