Berufung in Österreich-Nationalteam

27 Tore in 26 Spielen: Ex-Löwe macht Karriere

Philipp Hosiner
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Philipp Hosiner 2007 im Löwen-Dress

München - Ein weiterer Ex-Löwe macht Karriere: Philipp Hosiner traf in 26 Spielen 27 Mal. Inzwischen hat er es sogar in den Kader von Österreichs Nationalmannschaft geschafft.

Die Talentschmiede des TSV 1860 hat bekanntlich schon viele große Namen hervorgebracht. Von den Bender-Zwillingen bis Kevin Volland spielt ein komplettes Team von Ex-Löwen inzwischen in der Bundesliga. Doch manche Fußball-Begabung wird bisweilen übersehen oder erst mit Verzögerung entdeckt. So konnte sich vor einigen Jahren beispielsweise ein junger Österreicher namens Philipp Hosiner von der Jugend aus nicht in den Profi-Kader der Löwen kämpfen. Heute ist der Stürmer der Wiener Austria mit 27 Treffern in 26 Spielen Toptorjäger der österreichischen Bundesliga. Inzwischen hat es Hosiner sogar in den Kader von Österreichs Nationalmannschaft geschafft. Gut möglich, dass er heute im WM-Qualifikationsspiel gegen die Färöer Inseln stürmt.

Philipp Hosiner (r.) beweist in der aktuellen Saison seinen Torriecher

Der 23-Jährige hat einige Umwege genommen, bis ihm in seiner Heimat der Durchbruch gelang. Im Alter von 17 Jahren verließ Hosiner Österreich, um in die Jugendabteilung des TSV 1860 zu wechseln. „Ich war von diesem Schritt überzeugt“, sagt er heute. Einen ersten Höhepunkt erreichte die Laufbahn des Philipp Hosiner 2007, als er den Siegtreffer der Löwen-A-Jugend im DFB-Junioren-Pokal erzielte. „Ich hatte eine tolle Zeit in München und habe den Übergang vom Nachwuchs- in den Herrenfußball geschafft“, sagt Hosiner heute, nicht ohne Stolz.

Mit der zweiten Mannschaft der Giesinger, in der er gemeinsam mit dem heutigen 1860-Stammspieler Dominik Stahl auflief, gelangen Hosiner immerhin zwölf Treffer in 31 Regionalliga-Spielen. Im Rückblick hat ihn die Zeit in München aber nicht nur fußballerisch, sondern auch menschlich weitergebracht: „Ich habe dort große Talente scheitern sehen, weil sie nicht hart genug arbeiteten.“

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Hosiner selbst hat aber trotz eines vermeintlichen Karriereknicks nie aufgegeben, weiter an sich geglaubt – auch als bei seiner nächsten Station, dem SV Sandhausen, wenig zusammenlief. Anstatt mit Nachdruck an einer Karriere bei den Sechzigern zu arbeiten, entschied er sich zu einem Wechsel zum SV Sandhausen. Bereits ein halbes Jahr vor seinem Transfer stimmte er einem Wechsel zum damaligen Drittligisten zu. Ein Fehler, wie sich später herausstellen sollte. Der Verein, der in dieser Saison unbedingt aufsteigen wollte, verstärkte den Kader immer weiter. Hosiner wurde am Ende nicht mehr gebraucht. Bei nur fünf Startelfeinsätzen, stand für ihn am Saisonende lediglich ein einziger Treffer zu Buche.

2010 brach er seine Zelte in Deutschland ab und kehrte nach Österreich zurück. Über die Stationen First Vienna und Admira Mödling gelangte er letzten Sommer schließlich zur Wiener Austria – bei der er voll einschlug. „Philipp ist schnell, beidbeinig und versteht es, Räume zu schaffen“, kommt Peter Stöger, Trainer des FK Austria, schnell ins Schwärmen über seinen Topstürmer, „und obwohl er nicht der Größte ist, beherrscht er auch das Kopfballspiel“.

Mit der Wiener Austria steht Hosiner derzeit mit 13 Punkten Vorsprung auf Red Bull Salzburg an der Tabellenspitze der österreichischen Bundesliga. Die Meisterschaft scheint nur mehr Formsache zu sein. „Natürlich ist es unser Ziel, das Maximum aus der momentanen Situation herauszuholen“, sagt Hosiner, der auch schon auf dem Notizzettel einiger größerer Klubs stehen soll. „Mein Ziel ist es, wieder im Ausland zu spielen“, plant er bereits den nächsten Karriereschritt. Denn die österreichische Bundesliga wird langsam zu klein für ihn.

Während Hosiner den Liga-Torrekord – 41 Treffer, aufgestellt von Hans Krankl – noch jagt, ist ein anderer Rekord längst gefallen: Noch nie hat die Wiener Austria in einer Saison das Trikot eines Spielers so oft verkauft wie heuer das von Hosiner.

Nino Duit

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