Erfolgswelle 

Die Fans träumen, Biero bleibt Realist

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Dank an die Fans in der Westkurve: Trainer Daniel ­Bierofka nach dem 1:0-Derbysieg gegen ­Haching am ­vergangenen ­Dienstag

1860 wäre der erste Drittligist, der in zehn Spielen noch acht Punkte aufholt. Nach vier Siegen aus den vergangenen fünf Spielen und nur zwei Niederlagen in neun Spielen 2019 ist die Hoffnung durchaus berechtigt.

Vier Siege in den jüngsten fünf Spielen, der geglückte Sprung auf Platz fünf – es läuft beim TSV 1860. Und da im Tabellenumfeld fleißig geschwächelt wird – am Mittwoch verloren der KSC und Halle zu Hause gegen die Abstiegskandidaten Aalen und Cottbus – keimen in den Internet-Fanforen die Träume vom Relegationsplatz. „Ich kann niemandem was verbieten“, sagte Daniel Bierofka gestern Mittag darauf angesprochen und lächelte: „Wir müssen die Lage realistisch einschätzen, alles andere ist in Ordnung.“ Alles andere ist noch nie dagewesen in der Dritten Liga. Der größte Rückstand auf den Relegationsplatz, den eine Mannschaft in den letzten zehn Spieltagen bislang aufholen konnte, betrug sechs Punkte. 2015/16 war’s – damals pflügten die Würzburger Kickers mit Trainer Bernd Hollerbach unwiderstehlich durch die Rückrunde und besiegten in der Relegation den MSV Duisburg zweimal. Ein Husarenstück sondergleichen.

Welch ein Zufall, dass die Löwen morgen (14 Uhr, live im BR und bei Magentasport) ausgerechnet bei den Unterfranken antreten. „Keinen Schritt weniger“ als beim hart erkämpften 1:0 am Dienstag gegen die SpVgg Unterhaching fordert Bierofka von seiner Mannschaft. „Es sind zwar 300 Kilometer nach Würzburg, aber wir nehmen’s als Derby und wollen unseren Trend fortsetzen.“ Dass die Kickers zu den spielstärksten und torgefährlichsten Mannschaften der Liga gehören, muss Bierofka niemandem erzählen. Orhan Ademi und Dominic Baumann bringen es zusammen auf 16 Saisontreffer und acht Assists. Und wer die jüngsten Auftritte der Würzburger gegen Haching (0:1) und Meppen (1:1) gesehen hat, der weiß, dass Ergebnisse im Fußball tatsächlich nur ein Teil der Wahrheit sind. Entsprechend unentschlossen klang Bierofka bei der Frage nach möglichen Rotations-Aktivitäten angesichts der zurückliegenden Englischen Woche. „Wir müssen schon schauen, dass wir uns die Kräfte gut einteilen“, sagte der Coach. Andererseits sei der Sinn der „Never change a winning team“-Maxime auch nicht von der Hand zu weisen. Möglicherweise werde Markus Ziereis eine Chance von Anfang an bekommen, auch Benjamin Kindsvater sei eine Startelfoption. 

Außerhalb jeder Diskussion steht Sascha Mölders (ab nächsten Mittwoch 34). Der „alte Hund“ – Zitat Bierofka – müsse in Abwesenheit von Quirin Moll und Jan Mauersberger Verantwortung übernehmen. „Das macht er überragend. Momentan ist er für uns nicht zu ersetzen.“ Schön und beruhigend, wenn die älteren Mitbürger noch so gebraucht werden.

Ludwig Krammer

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