„Ein frühes Aus wäre gut für uns“

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Elegant und engagiert: 1860-Abwehrchef Radhouéne Felhi.

München - Dass Ewald Lienen kein Freund von Länderspielen ist, ist hinlänglich bekannt. Am liebsten würde der 1860-Trainer die Nationalmannschaften ganz abschaffen.

Keine Spielerabstellungen mehr, kein Grämen – hach, es wäre das Paradies… Derzeit muss sich Lienen wieder Sorgen machen um einen abgestellten Angestellten. Um Radhouéne Felhi (25). Der blaue Abwehrchef bereitet sich mit dem tunesischen Nationalteam auf den Afrika-Cup in Angola vor. Am 13. Januar starten die Tunesier gegen Sambia ins Turnier, weitere Gegner in der Vorrundengruppe D sind Gabun (17. Januar) und Kamerun (21. Januar).

Lienen augenzwinkernd: „Ich kann dem Radhouéne natürlich keinen Misserfolg wünschen, aber für uns wär’s schon vorteilhaft, wenn Tunesien früh ausscheiden würde. Er ist ein wichtiger Spieler für uns.“ Bestenfalls für die Löwen verpasst Felhi nur den Rückrunden-Auftakt in Koblenz am 17. Januar. Schlechtestenfalls erreichen die Tunesier das Finale am 31. Januar und Felhi kehrt erst zum vierten Rückrundenspiel gegen Ahlen zurück. Allerschlechtestenfalls beobachtet Felhi den Marsch seines Teams ins Endspiel von der Ersatzbank aus. „Das wäre das Schlimmste“, sagt Lienen. „Wenn sie ihn nicht spielen lassen und er spät und ohne Spielpraxis zurückkommt.“

 Ob Nationaltrainer Faouzi Benzarti ein Einsehen hat? Viel schlechter als unter Banzartis Vorgänger Umberto Coelho kann es für Felhi jedenfalls kaum werden. Unter dem nach der verpassten WM-Quali gefeuerten Coach kam der Löwe kaum zum Einsatz – und sich oft regelrecht „verarscht“ vor, wie Lienen zu berichten weiß. Sei’s drum. So lange Felhi weg ist, wird Lienen auf das Innenverteidiger-Duo Torben Hoffmann, Mate Ghvinianidze vertrauen. Dahinter lauern die Talente Mathias Wittek und Julian Leist, der demnächst aus der U23 zu den Profis hochgezogen wird.

Beim Testmatch in Hoffenheim am Samstag um 17 Uhr werden Hoffmann und Ghviniainidze auflaufen, Lienen betrachtet die Begegnung mit dem Erstligisten als Standortbestimmung – trotzdem kann er sich ein paar flapsige Sätze nicht verkneifen: „Wir müssen dort ja Bayern imitieren, Hoffenheims ersten Rückrundengegner, drum wurden wir eingeladen. Ich werde die Pressekonferenz wohl auch auf Holländisch abhalten, zumindest im Erfolgsfall. Dann hab’ ich schon das nötige Vokabular…“

Ludwig Krammer

Quelle: tz

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