Jetzt wehrt sich Biero

1860-Trainer Bierofka nimmt Stellung zum Gesellschafterstreit und überrascht mit lässiger Aussage

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Nahm Stellung zum anstehenden Spiel gegen Meppen und machtpolitischen Gerangel beim TSV 1860: Löwencoach Daniel Bierofka 

Löwen-Trainer Daniel Bierofka gab einen Tag vor dem Heimspiel gegen Meppen auf einer Pressekonferenz seine Sicht der Dinge auf das Spiel zum Besten, äußerte sich aber auch zu den klubpolitischen Machtkämpfen beim TSV 1860.

Den MMA-Kämpfern am Mittwoch zu nahegekommen? Angesprochen auf seinen weißblauen Turban gab Herbert Paul gestern Entwarnung. „Nur eine Platzwunde“, sagte er auf dem Weg zum Parkplatz: „Ecke, Kopf an Kopf (mit Dennis Dressel, d. Red.) - der Klassiker. Ich geh’ jetzt zum Nähen. Ist kein größeres Problem.“ Einsatz im Heimspiel gegen Meppen nicht gefährdet - so die medizinische Ersteinschätzung des Verteidigers.

 Nico Karger, Pauls  offensiver Kollege auf der linken Außenbahn, gab am Freitag mehr Anlass zur Sorge. Im Abschlusstraining fehlte er - und hinter seinem Mitwirken heute steht ein großes Fragezeichen. „Nico hat Probleme an den Adduktoren“, begründete Daniel Bierofka die Absenz des zweitbesten Torjägers. „Wir werden es in der Früh noch mal antesten und dann sehen, ob er einsatzfähig ist.“ Edeljoker Benny Kindsvater wäre der logische Nachrücker für ihn. 

Sechs Tage nach der 1:2-Niederlage in Würzburg („Waren mental nicht auf dem Platz“) kündigte Bierofka eine Reaktion seiner Löwen an. „Und die wird auch kommen“, versprach er: „Meppen ist Dritter in der Rückrundentabelle, wir sind Sechster. Wir sind also absolut auf Augenhöhe. Es ist eine Mannschaft, die ähnlich wie Würzburg intensiv Fußball spielt. Mit Nick Proschwitz haben sie zudem einen sehr gefährlichen Stürmer, den man keine Sekunde aus den Augen lassen darf.“ 

Trotz der 0:1-Pleite im Hinspiel rechnet er mit einem „Fifty-fifty-Spiel, in dem Kleinigkeiten entscheiden werden“. So viel zum Sportlichen, über das Bierofka - trotz der personellen Sorgen - lieber sprach als über die jüngste Eskalation im Gesellschafterstreit. 

Seine Meinung dazu? „Meine Meinung ist, dass ich das momentan ignoriere“, sagte er knapp - um dann genau das nicht zu tun. Auf die Frage, ob er sich vom Präsidium provoziert fühle, wie es die Ismaik-Seite in ihrem Schreiben behauptet, sagte der Coach: „Das ist immer die Sichtweise von den einzelnen Parteien. Ich nehm’ das alles so hin. Es steht jedem frei, sich so zu äußern, wie er das denkt - der e.V.-Seite genauso wie der HAM-Seite. Bloß: Ich bin hier kein politisches Spielobjekt - das muss ich auch mal ganz ehrlich sagen.“ 

Entscheidend für ihn sei, dass er jeden Tag Freude verspüre, mit der Mannschaft zu arbeiten: „Ich konzentriere mich auf das, was für mich wichtig ist. Und nicht auf Sachen, die ich eh nicht ändern kann - wo ich nur unnötig Energie liegen lasse.“ 

Befürchtungen, dass sich die Mannschaft von den politischen Scharmützeln ablenken lässt, hat   Bierofka nicht: „Die wird das wegschieben und eine gute Leistung bringen - davon bin ich zu 1000 Prozent überzeugt.“ 

Über die politische Mannschaft bei 1860 käme ihm so ein Satz eher nicht über die Lippen. 

Uli Kellner

Lesen Sie auch: Seine Meinung zählt: 1860-„Allesfahrer“ Franz Hell äußert sich zum Gesellschafter-Streit 

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