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TSV 1860: Der 3.-Liga-Check - keiner marschiert so wie die Löwen

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Von: Jacob Alschner

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Sechzig mit breiter Brust: Kobylanski jubelt hier über sein Tor gegen Meppen.
Sechzig mit breiter Brust: Kobylanski jubelt hier über sein Tor gegen Meppen. © Imago

Der Saisonstart des TSV 1860 ist geglückt. Die Löwen grüßen nach fünf Spieltagen von der Tabellenspitze, während bei den Mitfavoriten noch nicht alles läuft.

München – Hätte man dem TSV 1860 noch vor fünf Wochen prognostiziert, dass das Team von Michael Köllner nach fünf Spieltagen als einziges ohne Punktverlust Tabellenführer der 3. Liga ist, so ziemlich jeder im Löwen-Kosmos hätte diese Aussicht ohne zu zögern unterschrieben. Die Vorbereitung nach dem erneut verpassten Aufstieg war gut verlaufen, keine Frage.

Doch die Tatsache, dass neun Neue dazukamen barg auch ein gewisses Potenzial. Es hätte nicht verwundert, wenn sich viele Spieler erst noch hätten finden müssen, der hochkarätig besetzte Drittliga-Kader noch lange keine Mannschaft gewesen wäre. Doch es kam anders, Sechzig grüßt von ganz oben und der Kurs in Richtung Liga zwei stimmt. Sportlich läuft es, davon können andere Spitzenvereine nur träumen. Ein Überblick:

TSV 1860: Aufstiegskonkurrenten noch mit Problemen

Da wäre zum einen Dynamo Dresden, das in der Relegation gegen Kaiserslautern aus der 2. Bundesliga abstieg. Das Selbstverständnis an der Elbe sieht vor, ähnlich wie in München, dass es wieder hochgehen muss. Doch mit Platz elf nach nur zwei Siegen und drei Niederlagen, zuletzt 2:3 gegen Überflieger-Aufsteiger SV Elversberg, läuten in Dresden schon die Alarmglocken.

Frustriert: Dresdens Anfang.
Frustriert: Dresdens Anfang. © IMAGO/Dennis Hetzschold

Die SGD hat das Problem, das auch 1860 hätte treffen können: Es stehen gute Einzelspieler unter Vertrag. Doch die Mannschaft muss sich noch finden und Trainer Markus Anfang die Mannschaft. Außerdem hängt die Misere der vergangenen Rückrunde noch in den Kleidern, als kein einziger Sieg gelang. Langsam aber sicher wird es Zeit für Anfang, die nötige Konstanz in die Mannschaft zu bringen.

3. Liga: VfL Osnabrück blamiert sich bei Aufsteiger Würzburg

Immerhin: Am Samstag geht es zu Lokalrivale, Mit-Absteiger und Krisen-Club Erzgebirge Aue. Die Veilchen traf es noch härter, seit dem Abstieg läuft nichts zusammen. Nur drei Punkte stehen nach fünf Spielen zu Buche. Enttäuschend. Auch der FCE steckt mitten im Umbruch, auch hier will man nach elf Runden 2. Bundesliga in den letzten zwölf Jahren schnellstens wieder raus aus der „Kackliga“, wie Aue-Kapitän Dimitrij Nazarov (32) die 3. Liga bezeichnete. Richten soll es Trainer Timo Rost, der zuletzt Bayreuth aus der Regionalliga nach oben geführt hatte. Doch der Club steht auf Platz 17. Der direkte Wiederaufstieg scheint aktuell unmöglich. Wenn Aue nicht bald den ersten Sieg holt, sieht es düster aus für Rost.

Läuft nicht für Aues Nazarov.
Läuft nicht für Aues Nazarov. © IMAGO/Sven Sonntag

Ähnlich schleppend läuft es beim VfL Osnabrück (Platz 13). Nur fünf Punkte holte Lila-Weiß bisher. Tiefpunkt: Bei Aufsteiger Bayreuth blamierte sich die Mannschaft mit 0:1. Trainer Daniel Scherning verließ den Verein nur fünf Tage später zum Zweitligisten Arminia Bielefeld, die Suche nach einem Nachfolger zieht sich. Zuletzt schien Tobias Schweinsteiger ein Kandidat für den Posten zu sein. Der Bruder von Weltmeister Bastian war u.a. Co-Trainer beim FC Bayern II, ist aktuell beim 1. FC Nürnberg. Wer es auch wird: Viel Zeit sollte man sich beim VfL nicht mehr lassen.

TSV 1860: Ausgeglichener Kader als Erfolgsgeheimnis

Der FC Ingolstadt hingegen hat mittlerweile in die Spur gefunden, mit elf Punkten rangiert man nur einen Platz hinter dem schon erwähnten SV Elversberg. Die Saarländer ballern sich von Sieg zu Sieg, schmissen schon Bayer Leverkusen aus dem Pokal und sind - zieht man nur die Tabelle heran - aktuell der ärgste Löwen-Verfolger. Wieder einmal ein Aufsteiger, der gleich mal oben mitmischt. Zuletzt waren das Türkgücü München (2020/21) und Viktoria Berlin (21/22). Doch spätestens in der Rückrunde war dann Schluss mit dem Senkrechtstart.

Blieben die üblichen Verdächtigen: Der 1. FC Saarbrücken auf Platz vier und Waldhof Mannheim auf Platz sieben halten bisher Anschluss an die oberen Plätze. Mit dem MSV Duisburg auf dem fünften Rang hat es auch das Problemkind der Liga der letzten Jahre wieder nach oben verschlagen. Auch für die Zebras gilt: abwarten, wie lange der Aufwärtstrend anhält.

Viel Licht, viel Schatten in der 3. Liga. Nur bei einem Club darf man getrost das Gefühl haben: In dieser Spielzeit könnte es klappen. Zu groß ist der Siegeswille, zu ausgeglichen der Kader. Beim TSV 1860. (Jacob Alschner)

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