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„Es kann nicht sein, dass ...“ - Gorenzel poltert nach Neudecker-Sperre gegen DFB

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Von: Jacob Alschner

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Unverständnis auf Seiten der Löwen: Richard Neudeckers Karte gegen Zwickau ist bitterer als gedacht.
Unverständnis auf Seiten der Löwen: Richard Neudeckers Karte gegen Zwickau ist bitterer als gedacht. © imago

Der TSV 1860 muss im Abendspiel gegen K´lautern auf Richy Neudecker, aufgrund seiner sechsten Gelben Karte gegen Zwickau, verzichten. Grund ist ein Fehler beim DFB.

München – Es war ein normales taktisches Foul, das Richard Neudecker am 12. September vergangenen Jahres im Spiel beim Halleschen FC beging und dafür die Gelbe Karte sah. Dass eben jene Verwarnung für den TSV 1860 im heutigen Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern (19 Uhr, MagentaSport) noch einmal von Bedeutung sein könnte, hätte wohl niemand gedacht. Doch Neudecker ist gegen die Roten Teufel gesperrt.

Die Begründung des DFB: Neudecker habe in Halle zwar tatsächlich die gelbe Karte gesehen, diese sei im System des Verbands vom Gespann um den damaligen Schiedsrichter Dr. Robin Braun aber nicht ihm, mit der Rückennummer 31, zugeschrieben worden, sondern fälschlicherweise Milos Cocic (Nummer 30), der beim Spiel in Halle nur auf der Bank saß. Weil diese Eintragung maßgeblich ist, hat Neudecker offiziell also eine gelbe Karte weniger als tatsächlich und kommt nun erst durch seine Verwarnung in der letzten Woche in Zwickau auf fünf Gelbe – die Sperre wäre folgerichtig.

TSV 1860 sieht sich benachteiligt

Aber auch korrekt? Der TSV sieht sich ungerecht behandelt. Man habe bereits nach der Gelben Karte, die Neudecker beim Heimsieg im Januar gegen Wiesbaden sah, im nächsten Spiel bei Viktoria Köln auf ihn verzichtet. Denn de facto hatte Neudecker – die TV-Bilder beweisen das – schon in Halle gelb gesehen, womit die Karte gegen den SVWW seine fünfte war.

Sechzig hat mit dieser Argumentation einen Punkt: Warum sollte der Verein zum zweiten Mal auf einen absoluten Leistungsträger verzichten, nur weil der Referee seine eigene Entscheidung fehlerhaft eintrug?

TSV 1860: Gorenzel poltert gegen DFB

Doch der DFB bleibt stur und argumentiert: Die Löwen seien in der Pflicht, alle eingetragenen Schiedsrichterentscheidungen gegenzulesen und gegebenenfalls zu korrigieren. Dass das nicht erfolgt ist, räumt der Verein ein. Verweist aber auf die Gewohnheit: „Wir haben die letzten zwei, drei Jahre niemals Eintragungen im DFB-Net kontrolliert“, versicherte Sportchef Günter Gorenzel. Das werde sich ändern, man habe nun extra zwei Mitarbeiter abgestellt, die sich damit in Zukunft befassen.

Aus seinem Unmut machte er keinen Hehl: „Aus meiner Sicht macht es sich der DFB hier sehr, sehr einfach und wälzt alle Dinge einfach auf die Vereine ab“, betonte der 50-Jährige: „Es kann nicht sein, dass wir mit unzähligen Auflagen bombardiert werden, seien das Lizenzauflagen oder behördliche Auflagen, die wir erfüllen müssen. Aber wenn auf der anderen Seite Fehler passieren, ist man nicht bereit, diese Fehler auch einzusehen und zu korrigieren“, polterte er weiter, sah aber auch, wie sehr ihm die Hände gebunden sind. Man habe rechtlich keine Möglichkeit, dagegen vorzugehen: „Wir müssen uns dem beugen.“ (Jacob Alschner)

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