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Meisterlöwe Fredi Heiß: „Der Zusammenhalt stimmt mich optimistisch“

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Von: Ludwig Krammer

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Glaubt an Sechzig: Meister-Löwe Fredi Heiß.
Glaubt an Sechzig: Meister-Löwe Fredi Heiß. © M.I.S.

Fahrlässig, verständlich oder schlicht alternativlos? Die (Nicht)-Einkaufspolitik der Löwen in der abgelaufenen Transferperiode ist das Thema der Stunde in Giesing und Umgebung.

München – Während sich die Konkurrenz aus Kaiserslautern (Terrence Boyd), Mannheim (Pascal Sohm) oder Wiesbaden (Petar Sliskovic) namhafte Zugänge sicherte, blieben die Vollzugsmeldungen an der Grünwalder Straße aus.

Eine Rückkehr von Tim Rieder scheiterte an der Ablöseforderung von Türkgücü, bei anderen Kandidaten überzeugte die 1860-Verantwortlichen das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht. Meister-Löwe Fredi Heiß (80) äußert im Interview eine differenzierte Sicht der Dinge.

Herr Heiß, wie überrascht waren Sie, dass Sechzig auf dem Transfermarkt nicht mehr angegriffen hat?

In erster Linie freut es mich, dass sie punktemäßig angegriffen haben nach dem 2:5-Debakel gegen Magdeburg. Ob es jetzt unbedingt noch neue Spieler gebraucht hätte, das wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen. Ich bin der Meinung, dass die Mannschaft stark genug besetzt ist, um den Lauf in dieser Dritten Liga fortzusetzen.

„Spielerisch überzeugt mich in dieser Liga außer Magdeburg sowieso niemand.“

Fredi Heiß über den Aufstiegskampf in der 3. Liga.

Mit Daniel Wein und Marius Willsch fallen seit längerem zwei Stammspieler aus, dazu kommt das Aus von Sascha Mölders. Reicht die Substanz für einen Spitzenplatz?

Der Kader ist sicherlich nicht überbesetzt, viel passieren darf nicht mehr. Aber es ist ja auch eine Frage der finanziellen Substanz. Ich verstehe, dass man das Pulver trocken halten will mit Blick auf Vertragsverlängerungen und mögliche Transfers für die nächste Saison. Und wenn ich sehe, wie die Mannschaft jetzt zusammenhält, dann stimmt mich das wesentlich optimistischer als noch vor ein paar Monaten. Anscheinend hat der Abgang von Mölders doch was bewirkt.

Marcel Bär hat seither fünfmal getroffen, Stefan Lex dreimal.

Ja, die beiden ergänzen sich da vorne sehr gut. Bär bekommt jetzt viel mehr Möglichkeiten und wird mit jedem Tor selbstbewusster. Und dass er beim Tempo Vorteile gegenüber Mölders hat, darüber brauchen wir hier nicht zu diskutieren.

Am Sonntag kommt Bärs Ex-Club Eintracht Braunschweig nach Giesing, Tabellendritter und ein direkter Konkurrent im Kampf um einen Aufstiegsplatz.

Das wird ein richtiger Gradmesser, wahrscheinlich der stärkste Gegner seit Magdeburg. Aber trotzdem musst du auch vor Braunschweig keine Angst haben, so groß wird das Selbstvertrauen dort nach dem 1:1 gegen Verl auch nicht sein. Spielerisch überzeugt mich in dieser Liga außer Magdeburg sowieso niemand. Meistens entscheidet die Tagesform.

Sie trauen dem TSV 1860 eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr also noch zu?

Auf jeden Fall. Bei den geringen Qualitätsunterschieden in der Liga ist entscheidend, wer den längsten Atem und den größten Willen hat. Wenn alle zusammenhalten, ist Sechzig immer noch eine Macht.

Interview: Ludwig Krammer

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