Keine Einigung im Aufsichtsrat 

Baustelle bei 1860: Jetzt wird gespart

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Baustelle 1860: Trainer Daniel Bierofka muss den Gürtel finanziell künftig enger schnallen.

Am vergangenen Sonntag fand eine Sitzung des Aufsichtsrats von 1860 München statt. Doch statt einer Annäherung der Gesellschafter bewirkte das Treffen das Gegenteil.

München - Günther Gorenzel, Sport-Geschäftsführer der Löwen, hatte vor Wochenfrist von „konstruktiven Gesprächen“ zwischen den 1860-Gesellschaftern gesprochen. „Ob was dabei rauskommt, weiß ich aber nicht…“ 

Jetzt ist klar: Es ist nichts dabei herausgekommen. Das „kranke Unternehmen“, als das Geschäftsführer Michael Scharold die Profi-KGaA angesichts des strukturellen Defizits unlängst bezeichnete, wird sich einem harten  Konsolidierungskurs unterwerfen müssen. Die Sitzung des Aufsichtsrates am vergangenen Sonntag brachte nach  tz-Informationen keine Annäherung der Gesellschafter, sondern das Gegenteil. Die Ismaik-Seite lehnte den Vorschlag des e.V. ab, das Jugendinternat, die U 21 und die U 19 temporär zu übernehmen,  frische Darlehen auf Basis von Genussscheinen wird es nicht geben. „Das Wirtschaften auf Pump frisst den Klub sonst auf“, hatte das Präsidium  noch vor der Sitzung in einem Schreiben wissen lassen. „Das schließt Fremdmittel nicht für alle Zeiten aus. Unter bestimmten Bedingungen kann Fremdkapital dazu beitragen, unternehmerische Ziele auf kürzerem Weg zu erreichen, aber auch das ist irgendwann verzinst zurückzubezahlen. Wer glaubt, es wäre egal, wie viel Schulden das Unternehmen hat, folgt einem vergifteten Traum.“ 

Das bei 1860 sehr beliebte „Schwarze Peter“-Spiel dürfte in den nächsten Tagen und Wochen wieder Fahrt aufnehmen. Mit Statements von beiden Gesellschaftern wird bis spätestens Mitte nächster Woche gerechnet, hieß es im Klub-Umfeld. 

1860 München: „Schmerzhafte Einschnitte im Nachwuchsbereich“

Gorenzel wird für die kommende Saison mit einem überschaubaren Budget von etwa drei Millionen Euro planen müssen - mehr als der Klassenerhalt wird als Saisonziel nicht ausgegeben werden können. „Schmerzhafte Einschnitte im Nachwuchsbereich“ und eine „absolute Fokussierung auf die erste Mannschaft“ hatte Finanz-Geschäftsführer Michael Scharold für den nun eingetretenen Fall angekündigt. Aber: „Ich bin überzeugt, dass wir auch im Falle eines Konsolidierungskurses eine solide Basis bereiten können, um in einem überschaubaren Zeitraum zum jetzigen Budget zurückkehren zu können. Vielleicht nicht in einem Jahr, vielleicht nicht in zwei Jahren. Es ist ein gangbarer Weg, da braucht man aber auch ein bisschen Geduld.“ 

Nichts mit dem Konsolidierungskurs  zu tun hat die Demission von Jugendleiter Dieter Märkle. Der 56-jährige Schwabe wird ab der neuen Saison das Nachwuchsleistungszentrum des SSV Ulm leiten. Märkle wohnt in Wiblingen bei Ulm, wer seine Nachfolge in Giesing antreten wird, ist noch nicht entschieden.

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