Mölders-Tor reicht am Ende nicht

Zu früh gefreut: Trotz Last-Minute-Treffer müssen Löwen die „gefühlte Niederlage“ einstecken

Spätes Wechselbad der Gefühle: Mölders traf per Elfer zum 1:0, kurz darauf waren die Löwen gefrustet.
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Spätes Wechselbad der Gefühle: Mölders traf per Elfer zum 1:0, kurz darauf waren die Löwen gefrustet.

Nach dem Elfmeter-Tor von Sascha Mölders sah es schwer nach einem späten Sieg aus für den TSV 1860. Doch Eintracht Braunschweig schlug noch später zurück.

Braunschweig/München – Die Enttäuschung war Michael Köllner ins Gesicht gemeißelt. „Es ist extrem bitter, dass wir nach dem späten 1:0 noch den Ausgleich hinnehmen mussten“, sagte der 1860-Trainer zwischen den Plexiglaswänden des Braunschweiger Pressepodiums, während die Freudengesänge der rund 7000 Eintracht-Fans draußen langsam abklangen.

TSV 1860: „Eine ganz bittere Pille“

„Wenn die Heimmannschaft beim 1:1 gefeiert wird, dann haben wir wirklich ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht“, hatte Köllners Fazit wenige Minuten zuvor am Magenta-Mikrofon gelautet, als die Feierlichkeiten der Blau-Gelben knapp vor der Ehrenrunde standen. Und warum die ganzen Gefühle?

Harm Osmers hieß der Dramaturg. Der Schiedsrichter aus Hannover bescherte einer intensiven Partie mit zwei strittigen Entscheidungen ihr emotionales Finale. Sascha Mölders nutzte einen Handelfmeter, der eher keiner war, zur späten Führung (89.), ein Foul von Kevin Goden, das eher keines war, führte in der Nachspielzeit zum Freistoß und nach der anschließenden Ecke zum Ausgleich durch Brian Behrendt. Niki Lang hatte das Kopfballduell am ersten Pfosten verloren, am zweiten stand niemand, der den Ball am Überqueren der Linie hätte hindern können. „Schlecht verteidigt“, seufzte Köllner. „Eine ganz bittere Pille“, seufzte Marcel Bär, Sechzigs Ex-Braunschweiger. „Deswegen fahren wir mit keinem guten Gefühl zurück.“

TSV 1860: Auf die Leistung von Samstag lässt sich aufbauen

Eine Gemütslage, die sich rasch bessern sollte. Denn auf die Leistung vom Samstag lässt sich mit Blick auf die anstehenden Spiele gegen Meppen, Halle, Zwickau und Verl durchaus aufbauen. „Zwischen Gut und Böse, Tag und Nacht“, hatte Köllner die Löwen nach den ersten fünf Spielen verortet. Das sechste rückte das Bild klar in Richtung Gut und Tag. 45 Minuten lang dominierten die Blauen den Zweitliga-Absteiger. „Wir haben den richtigen Hebel gefunden“, sagte Köllner. Was fehlte, war ein Tor. Bär hatte mit seinem Lattenknaller nach Vorlage des starken Neudecker einfach nur Pech (30.), bei Erik Talligs unplatziertem Schuss vier Minuten zuvor war der Entschuldigungs-Spielraum geringer.

Dass die Braunschweiger in der zweiten Halbzeit aufkamen, war auch den schwindenden Kräften der Sechziger geschuldet. Köllners Entscheidung, Bär anstelle des ausgepowerten Merv Biankadi vom Feld zu nehmen (75.), kam zumindest überraschend. Keeper Marco Hiller hielt die Giesinger mit herausragenden Paraden bei Langs missglücktem Klärungskopfball und Zauners Gewaltschuss im Spiel. Es folgte die wilde Schlussphase, die „gefühlte Niederlage“, wie es Hiller zusammenfasste. „Wir werden es morgen aufarbeiten. Vielleicht können wir dann schon wieder lächeln.“ Klappte beim Sonntagstraining tatsächlich.

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