Löwen feiern den "größten Sieg der Hinrunde"

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Die Löwen nach dem 2:0 durch Kevin Volland: Jubel pur.

München - Der Kraftakt gegen Eintracht Frankfurt wirkte bei den Sechzgern wie eine Art Befreiungsschlag. Die Protagonisten jedenfalls freuten sich riesig, dem Tabellenführer die erste Pleite beigefügt zu haben.

Exakt 12,4 Sekunden hat’s gedauert, bis der Ball zum ersten Mal im Netz zappelte. “Der Anfang war mehr als bitter. Wir haben heute keine Mittel gefunden“ sagte der Trainer nach der Niederlage seiner Mannschaft in der Allianz Arena. Bitter, die nächste Heimniederlage der Löwen nach dem 1:3 gegen Bochum, aber gegen den ungeschlagenen Tabellenführer aus Frankfurt kann man mal verlieren, oder?

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Falsch gedacht! Es war nämlich Armin Veh, der da geknickt das Spiel analysierte. Wer meinte, es handle sich um Reiner Maurer, und sein Team hätte gegen die Eintracht aus Frankfurt die nächste Enttäuschung hinnehmen müssen, der wäre auch von der Stellungnahme des Löwen-Coaches überrascht gewesen: „Wir haben sehr gut gespielt, gut zugestellt, die Situationen immer wieder lösen können“, sagte Maurer hochzufrieden.

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Anders als von vielen erwartet, bezwangen die Löwen Eintracht Frankfurt mit 2:1 (1:0) und zeigten sich von Anfang an kämpferisch und bissig. Direkt vom Anstoß der Eintracht weg schnappte sich Stefan Aigner nach einem Pressschlag mit Frankfurts Georgios Tzavellas den Ball, seine Hereingabe von rechts bugsierten Djordje Rakic und Eintracht-Verteidiger Anderson zusammen über die Linie. Das Tor wurde als Eigentor des Frankfurters gewertet, den Löwen wars egal. 1:0 nach 12 Sekunden, das schnellste Saisontor überhaupt in der Bundesliga – besser hätte das Spi el nicht beginnen können.

Das sah auch Kevin Volland so: „Das Tor gleich war extrem wichtig, damit wir merken, dass heute was geht.“ Fast-Torschütze Rakic freute sich, als wäre es sein Treffer gewesen. „Wichtig ist, dass der Ball drin war. Das war gut für mein Selbstbewusstsein, ich brauche das.“ Mit der Führung im Rücken ließen die Löwen in der ersten Halbzeit wenig zu, die spielstarke Eintracht kam nur selten vor den Kasten der Löwen. Und das, obwohl 1860 auf zwei Schlüsselspieler verzichten musste, denn Kapitän Benny Lauth (Halswirbelblockade) und Abräumer Daniel Bierofka (Gelbsperre) fehlten.

Kai Bülow übernahm die Binde und die Löwen das Kommando: Immer wieder schalteten sie nach Ballgewinn im Mittelfeld schnell um und hätten um ein Haar das 2:0 erzielt, als Volland eine Rakic-Flanke per Kopf nur neben das Tor setzen konnte. Maurer:„Da war der Kevin zwei Zentimeter zu spät.“ Auch bei 1860 fehlte es am letzten Pass, um die Führung auszubauen. Die vor der Pause zu harmlose Eintracht musste sich in der Pause wohl eine ordentliche Standpauke von Veh abholen, denn dann drehte der Spitzenreiter auf.

Keeper Kiraly parierte stark gegen Alex Meier und Theofanis Gekas, der Grieche scheiterte auch noch freistehend am Außennetz (57.) und per Hacke an Rukavina, der auf der Linie klärte. Da wollte Frankfurt den Ball schon hinter der Linie gesehen haben und schnürte die Löwen in der eigenen Hälfte ein. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis der Ausgleich fallen würde. Maurer war in dieser Phase alles andere als zufrieden. „Wir hatten einen gewissen Bruch im Spiel, die Laufwege haben nicht mehr gestimmt. Aber die Eintracht war auch sehr stark und hat alles oder nichts gespielt.“

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Was tun also, wenn es hinten eng wird? Genau, den Ball vorne reinmachen! Nach einem weiten Abschlag von Kiraly senste Gordon Schildenfeld über den Ball. Volland lief auf Torwart Thomas Kessler zu, der kurz vor der Pause für den verletzten Oka Nikolov ins Spiel kam und vollendete eiskalt zum 2:0 für die Löwen (67.). Erst die Führung gesichert, dann den Assist zum zweiten Treffer, mehr geht nicht als Torwart. Kiraly gab das Kompliment direkt an die ganze Elf weiter: „Das war heute eine Riesen-Mannschaftsleistung. Unsere Defensive war überragend, das war heute der größte Sieg der Hinrunde.“

Kein Wunder, denn die Blauen sind das einzige Team, das die Hessen bezwingen konnte. Dominik Stahl hätte fast noch einen draufgesetzt, als er frei vor Kessler nur hauchdünn über das Kreuzeck zielte. In der Nachspielzeit erzielte Gekas zwar noch den Anschlusstreffer, doch kurz danach war Schluss und der Jubel in der Allianz Arena groß. Als hätte Kiraly noch nicht schon genug geleistet, fielen ihm nach dem Spiel noch ein paar weise Worte ein: „Wir müssen auf dem Boden bleiben und weiter arbeiten.“

Die Chance dazu haben die Sechzger nächsten Sonntag bei Alemannia Aachen. Dort können sie außerdem ihre Mini-Serie von zwei Auswärtssiegen am Stück ausbauen, damit Trainer Maurer auch dann wieder Gutes von seiner Mannschaft berichten kann.

Matthias Eicher

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