Geldgeber meldet sich zu Wort

Ismaik prangert mit emotionalem Post Hetzjagd an - „Investoren genauso wichtig wie die Fankurve“

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Hasan Ismaik solidarisiert sich mit Dietmar Hopp und Martin Kind.

Nach einigen Wochen Stillschweigen hat sich Hasan Ismaik zu Wort gemeldet. Dem Investor geht eine Sache nämlich gewaltig gegen den Strich.

München - Lange Zeit war es still geworden um Hasan Ismaik. Doch nun scheint den Investor ein Thema derart beschäftigt zu haben, dass er sich dazu auf Facebook zu Wort meldete. Dem Geldgeber des TSV 1860 geht es nämlich gewaltig gegen den Strich, dass Bundesliga-Investoren in Deutschland teilweise heftige Kritik über sich ergehen lassen müssen. Dabei bezieht sich der Jordanier speziell auf den Hoffenheimer Mäzen Dietmar Hopp sowie Martin Kind von Hannover 96. Hopp musste gerade erst beim Spiel zwischen Borussia Dortmund und 1899 Hoffenheim heftige Beleidigungen einstecken.

Ismaik schreckt „Hetzjagd“ auf Kind und Hopp ab

„Was mich und bestimmt auch viele andere Fans abschreckt, sind die traurigen Entwicklungen im deutschen Fußball, oder besser gesagt die Hetzjagd auf Menschen, die ihren Vereinen Gutes tun wollen“, schreibt Hasan Ismaik auf seiner Facebook-Seite. „Warum werden diese Funktionäre beleidigt, bedroht und beschimpft? Sie leben für ihre Vereine und werden als Feindbilder abgestempelt.“ Ohne Menschen wie Kind oder Hopp wäre die Bundesliga nur halb so viel Wert, schreibt Ismaik und fügt an: „Sie sind genauso wichtig wie die Fankurve.“

Ismaik erzählt in seinem Posting, dass er auf seinen Reisen oft gefragt werde, warum die Bundesliga auf Menschen, die helfen wollen, so negativ reagiere. „Ich habe leider keine Antwort darauf, weil ich dieses Phänomen selbst am eigenen Leib gespürt habe“, schlägt der Investor den Bogen zu seinen eigenen Erfahrungen in München. Dann bekräftigt er: „Meine Intension war und ist auch heute noch, die Löwen wieder erfolgreich zu machen.“

Ismaik: „Es ist bekannt, dass ich ein bekennender Deutschland-Fan bin“

Ismaik bekräftigt einmal mehr, dass er alles andere als hinter der 50+1-Regel, gegen die er sogar einst Klage eingereicht hatte, steht und bezeichnet sie als altmodisch und hemmend. „Es ist bekannt, dass ich ein bekennender Deutschland-Fan bin“, stellt der Jordanier klar. „Was ich aber nicht nachvollziehen kann, dass der Sport in diesem Land gegenüber Investoren teilweise so negativ reagiert.“

Zuletzt hatte sich der TSV 1860 immer wieder dank der 50+1-Regel über Ismaik hinweg gesetzt, unter anderen wurde Michael Scharold im Januar 2018 gegen den Willen des Investors als neuer Geschäftsführer installiert. Ismaik hatte Franz Gerber holen wollen. Die Löwen verzichten seit dem Doppelabstieg 2017 zudem auf weitere Kredite und Darlehen des Investor, nahmen allerdings weitere zwei Millionen Euro in Form von Genussrechten an.

In der Abstiegssaison 2016/17 hatte 1860 mit Ismaik und dem Präsidium um Peter Casalette rund 20 Millionen Euro verbrannt. In den vergangenen Monaten war es angenehm ruhig an der Grünwalder Straße geworden, das Sportliche lag im Fokus. Doch mit der Ruhe könnte es nun erst einmal vorbei sein, das Facebook-Posting könnte erneut Wind in die 50+1-Diskussion bringen - auch wenn der Investor sein Posting mit versöhnenden Worten beendet: „Ich bin ein Löwen-Fan, dem dieser Verein trotz aller negativen Geschichten in den letzten Jahren ans Herz gewachsen ist.“

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