Investor verwirrt Fans auf Facebook

Ismaik will Merkel treffen - was das mit dem Streit bei 1860 zu tun hat

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Hasan Ismaik will gerne Angela Merkel kennenlernen.

Hasan Ismaik hat auf die Breitseite von Präsident Robert Reisinger reagiert. Der Investor des TSV 1860 München nimmt die Kritik überraschenderweise zum Anlass, sich als Merkel-Fan zu outen.

München - Es war zu erwarten, dass eine Antwort nicht lange auf sich warten lassen würde. Investor Hasan Ismaik hat sich auf Facebook zu Wort gemeldet, nachdem ihn der Präsident des TSV 1860 München, Robert Reisinger, in seinem Statement zum Rücktritt aus dem Aufsichtsrat der GmbH & Co. KGaA schwer kritisiert hatte. Dass Ismaik auf die Art und Weise reagiert, wie er es getan hat, das hätte wohl kaum jemand vorhersagen können. Fast sein ganzer Post gilt nämlich Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel. 

Wir versuchen in diesem Artikel zu interpretieren, was er (möglicherweise) damit sagen will. 

Ismaiks Botschaft an Reisinger und Co. „Sie verschwenden ihre Kräfte“

Ismaik postet Merkels Abschiedsrede, die sie auf dem jüngsten CDU-Parteitag hielt. Dort wurde sie nach 18 Jahren von Annegret Kramp-Karrenbauer als Parteivorsitzende abgelöst. Er äußert sich in seinem langen Statement eigentlich gar nicht direkt zu Reisinger, er sagt lediglich: „Ich kann nur immer wieder betonen: Diejenigen, die glauben, mich provozieren zu können, verschwenden ihre Kräfte."

Der Adressat dieser Worte dürfte aber niemand anderes als Reisinger sein, dem Ismaiks Verhalten, bis zum letzten Drücker mit seinen Zahlungen gewartet zu haben, sehr übel aufgestoßen war. 

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Wie kommt Ismaik plötzlich auf Merkel?

Und wie kommt Ismaik nun auf Merkel? Will er andeuten, dass er sich wie Merkel auch bald zurückzieht? Wieso erzählt er der Welt, dass er „ihr Wirken großartig“ findet, die Bundeskanzlerin „gerne kennenlernen“ würde und was für ein „großes Ereignis“ das für ihn wäre? Das wird erst deutlich, wenn man sich Merkels Rede genauer ansieht.

Merkel und Ismaik - und der letzte Drücker

Der gemeinsame Nenner lautet hier vermutlich: Der allerletzte Drücker. Denn so beginnt Merkels 40-minütige Rede: Sie erzählt den CDU-Delegierten von ihrer Angewohnheit, die Mottos der Parteitage immer äußerst kurzfristig zu formulieren, was einige Mitarbeiter des Konrad-Adenauer-Hauses ins Schwitzen brachte. Merkel: "Insbesondere die, die für die Herstellung der Buchstaben und das Anbringen der Worte zuständig waren, habe ich zur Verzweiflung gebracht, um nicht zu sagen: in den Wahnsinn getrieben."

Genauso, wie Ismaik die Löwen-Verantwortlichen und -fans, möchte man sagen. Denn auch der Hauptgesellschafter des TSV wartete mit seiner Zahlung von 1,5 Millionen Euro bis ultimo. Trotzdem, will Ismaik vermutlich herausstellen, zahlte er. Sechzig kam ohne Strafe davon - wegen ihm.

Merkel spricht von Fortschritt - Ismaik ist zufrieden mit seinen Löwen

Merkel kehrt am Ende ihrer Rede noch einmal zu ihrem Buchstaben-Problem zurück und spricht von Fortschritt: "Wahrscheinlich auch deshalb haben wir heute die modernste Rückwand aller Zeiten und die Buchstabenprobleme sind für immer gelöst." Ihre Ziele sind also erreicht, die CDU entwickelt sich weiter, will sie sagen. Ismaik, der mehrfach die Bundesliga und die Champions League als ultimative Ziele formuliert hat, muss da wohl noch sehr viel Geduld mitbringen. 

Er selbst sei aktuell allerdings happy, wie er am Ende seines Postings verlauten lässt: "Mit dem bisherigen Abschneiden unserer Löwen in der Dritten Liga bin ich zufrieden. Mehr war als Aufsteiger auch nicht zu erwarten."

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TSV 1860: Hasan Ismaiks Statement im Wortlaut

Liebe Löwen,

Bundeskanzlerin Angela Merkel verabschiedet sich auf Raten aus der deutschen Politik. 18 Jahre war sie Partei-Chefin der CDU, jetzt gibt sie diesen Posten ab. Ihre Rede hat mich sehr berührt. Den Applaus, den sie dafür bekommen hat, zeigt mir, dass die Deutschen sie sehr schätzen. Sie hat immer für ein weltoffenes und respektvolles Deutschland gekämpft, für die Demokratie, die in vielen Ländern leider nicht vorzufinden ist. Auch wie Merkel sich immer wieder für die Flüchtlinge einsetzt, ist ein großes Zeichen des Miteinanders. Ich hoffe inständig, dass sich die Aufgenommenen schnell integrieren und dankbar zeigen. Ich finde Merkels Wirken großartig. Ich würde sie sehr gerne kennenlernen, das wäre ein großes Ereignis für mich.

Ich bin sehr glücklich, dass ich im Jahr 2011 mit dem Kauf von Anteilen des TSV 1860 München eine Verbindung zu diesem wunderbaren Land gefunden habe. Die Stadt München wirbt zurecht mit dem Slogan "Weltstadt mit Herz", meines hat sie schon lange gewonnen. In dieser einzigartigen Stadt fühle ich mich daheim, Deutschland ist wie eine zweite Heimat für mich.

Natürlich würde ich mit 1860 sehr gerne an die alten Triumphe des Vereins anknüpfen. Erfolg zu haben mit den Löwen ist weiterhin mein Ziel, auch wenn immer wieder versucht wird, mich rauszudrängen. Ich kann nur immer wieder betonen: Diejenigen, die glauben, mich provozieren zu können, verschwenden ihre Kräfte.

Mit dem bisherigen Abschneiden unserer Löwen in der Dritten Liga bin ich zufrieden. Mehr war als Aufsteiger auch nicht zu erwarten. Mit Daniel Bierofka haben wir einen hervorragenden Trainer, der bei Fans und Spielern ausgezeichnet ankommt.

Liebe Löwen, ich wünsche Euch ein besinnliches Weihnachtsfest.

Einmal Löwe, immer Löwe

Hasan Ismaik


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