Trainieren statt sprechen – gegen Zwickau muss am Samstag ein Sieg her

Wegen Löwen-Krise: 1860-Fanclub hat dramatische Botschaft

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Trainieren statt reden: So heißt das Motto aktuell beim TSV 1860 München.

Zwei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze, nur ein Sieg aus den letzten zehn Spielen – die Situation beim Löwen ist brenzlig.

München - Auch bei den Fans ist die Stimmung nicht gerade rosig. Gestern meldete sich Anton Senior vom Fanclub Miesbacher Löwen bei der tz*. „Wenn die Einstellung der Spieler weiter nicht passt, bekommen wir unseren Bus nicht mehr voll“, sagt er. 30 Mitglieder fahren im Durchschnitt mit zu den Spielen – auch am Samstag zum Spiel gegen Zwickau.

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Die Partie gegen den Tabellenachbarn wird zum Charaktertest. Sportchef Günther Gorenzel fordert eine Reaktion. Vor allem die Führungsspieler seien jetzt in der Pflicht. Von den Spielern ist die Woche öffentlich nichts zu hören. Interviews will gerade lieber keiner geben. Sie merken: der Wind wird rauer an der Grünwalder Straße. Die Konzentration richtet sich jetzt komplett auf das Spiel gegen die Sachsen. Trainieren statt Sprechen: Das Schweigen der Löwen!

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„Jeder muss sich jetzt hinterfragen“

„Jeder muss sich jetzt hinterfragen“, kündigte Daniel Bierofka am Sonntag nach der 2:3-Pleite in Karlsruhe an. Sich selbst nahm er explizit nicht aus. „Habe ich die richtigen Spieler aufgestellt?“, so Bierofka und kündigte an: „Ich brauche am Samstag Spieler, die Gras fressen!“ Von den Stammspielern darf sich keiner mehr sicher sein, seinen Status zu behalten. Beim KSC wechselte er zur Halbzeit (!) seinen Kapitän Felix Weber und Routinier Qurin Moll aus. Ein deutliches Zeichen.

Daniel Bierofka.

Beim gestrigen öffentlichen Vormittagstraining spielten in der vermeintlichen A-Elf nur Marco Hiller, Phillipp Steinhart, Simon Lorenz, Daniel Wein und Aaron Berzel beide Halbzeiten. Moll, Weber, Adriano Grimaldi oder auch Nico Karger durften jeweils nur für eine Hälfte ran. Bierofka ließ die A-Elf im 5-4-1-System spielen, also nur mit einer Spitze, dafür wieder mit richtigen Außenspielern. Ein Zeichen für Samstag?

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Experiment Doppelspitze greift nicht

In Karlsruhe ließ Bierofka in den ersten 45 Minuten eine Doppelspitze (Karger/Grimaldi) ran, dazu drei zentrale Mittelfeldspieler. Die beiden Außen, Steinhart und Marius Willsch mussten vorne und hinten ackern. Der Erfolg hielt sich in Grenzen. „So, wie in der ersten Halbzeit, kann man nicht Fußball spielen“, sagte Bierofka.

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Die nächsten drei Spiele sind alles Partien gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte. Gegen Zwickau (12.), Fortuna Köln (16.) und Carl Zeiss Jena (17.) müssen ganz dringend Punkte her. Auch Bierofka muss jetzt zeigen, dass er eine Mannschaft auch in einer Krise führen kann. Bislang stellte er sich immer vor seine Mannschaft – jetzt kritisierte er sie öffentlich. Ob’s was gebracht hat, zeigt sich am Samstag. Darauf hoffen nicht nur die Miesbacher Löwen.

Florian Fussek

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