Joranier sieht keine Wirtschaftlichkeit auf Giesings Höhen

Investor gegen Grünwalder: Zurück in die Zukunft mit Karl Heinz Ismaik?

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Hasan Ismaik.

Hasan Ismaik schoss vor der Mitgliederversammlung gegen den Präsidenten - aber auch das Grünwalder ist dem Jordanier ein Dorn im Auge.

München - Überraschung? Nicht wirklich. Dass sich Hasan Ismaik vor der Mitgliederversammlung an diesem Sonntag noch einmal zu Wort melden würde, war beim TSV 1860 allgemein erwartet worden. Die Frage war nur: in welcher Form? Seit Donnerstag ist auch das geklärt. Der Investor telefonierte (oder mailte?) mit dem Fachblatt „Kicker“ – und sprach sich in dem anderthalbseitigen Interview eindeutig gegen die Wiederwahl des Präsidiums aus. „Wenn Robert Reisinger wiedergewählt werden sollte, ist das kein positives Signal für die Zukunft“, ließ Ismaik wissen. „Wenn dagegen die Vernunft einkehrt, fliege ich am nächsten Tag gleich nach München und bin bereit, sofort über alle wichtigen Dinge zu sprechen, damit der Profifußball von 1860 wieder aufsteht.“

Vernunft – an diesem Begriff scheiden sich bei Sechzig seit jeher die Geister. Während Ismaik eine Finanzierung über Darlehen für zukunftsfähig hält, fürchtet das e.V.-Lager um Reisinger eine noch größere Abhängigkeit vom Investor. Stattdessen sollen die Mitglieder am Sonntag über eine Kapitalerhöhung und die Einbindung eines dritten Gesellschafters abstimmen. Ismaik lehnt beides ausdrücklich ab. Seine Hoffnung besteht in der Mobilisierung der oft genannten schweigenden Mitglieder-Mehrheit, um die aktive (und mehrheitlich gegen ihn ausgerichtete) Fanszene zu überstimmen. „Es kann nicht sein, dass das Schicksal von 1860 von 500 bis 700 seitens des e.V. gut organisierten Personen bestimmt wird. Die Löwen-Familie ist viel, viel größer.“

„Getrickst, getäuscht und getarnt – nur um mich loszubekommen“

Der aktuellen Klubführung unterstellt Ismaik Böswilligkeit und wirtschaftliche Inkompetenz („Trachtenverein“). So sehe die Vereinsspitze zu, wie Aufsichtsratschef Saki Stimoniaris „und meine Person in der Fankurve massiv beleidigt werden, ohne einzuschreiten“. Auch die Pyrotechnik-Probleme würden vom Präsidenten toleriert werden, ohne dagegen vorzugehen. „Man will es sich ja nicht mit den Wählern verscherzen.“ Kurzum: Es werde „getrickst, getäuscht und getarnt – nur um mich loszubekommen“. Mit Aussicht auf Erfolg? Ismaiks Gegenmaßnahmen bestehen aus einem unabhängigen Wirtschafts-prüfer, der „alle Zahlen umdrehen“ soll. Dazu kommt das Nein zu allen Verkaufsspekulationen: „Ich werde meine Anteile niemals verkaufen (…) auch nicht in 30 Jahren. Ich appelliere an alle: Helft endlich mit, dass 1860 wieder der Verein wird, der er früher war.“

TSV 1860: Investor hofft auf Fall von 50+1

Zurück in die Zukunft mit Karl Heinz Ismaik? Noch immer hofft der Investor auf den Fall der 50+1-Regel. Auch mit dem Grünwalder Stadion ist er nicht mehr glücklich, „Symbolcharakter“ hin oder her. „Irgendwann“ müsse „die Wirtschaftlichkeit an erster Stelle stehen. Irgendwann muss das Träumen ein Ende haben.“ Irgendwann…

Präsident Reisinger wollte sich am Donnerstag nicht zu dem Interview äußern.

lk

Nach zwei souveränen Siegen zum Start in die Vorbereitung testete der TSV 1860 München am Mittwoch gegen einen Champions-League-Teilnehmer.

Am Sonntag kommt es in der Kulturhalle Zenith in Freimann zurMitgliederversammlung des TSV 1860 München. In unserem Live-Ticker verpassen Sie nichts.

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