Investor spricht auch über Riem-Absage

Ismaik erklärt Stadion-Optionen - und schwärmt vom Grünwalder

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Wann hebt er den Daumen in Sachen Stadionpläne? Hasan Ismaik will schnellstmöglich raus aus der Allianz Arena.

München - Wohin mit den Löwen? Die Suche nach einem neuen Stadion scheint immer mehr zur Posse zu geraten. Nun bezieht Hasan Ismaik Stellung und äußert sich auch zum Standort Riem.

Die Stadion-Suche der Löwen wird immer mehr zur unendlichen Geschichte. Die Hoffnungen, in Riem eine neue Arena zu bauen, hat sich zerschlagen. Welche Möglichkeiten bleiben den Blauen also noch? Investor Hasan Ismaik, der sich seit Monaten regelmäßig via Facebook zu Wort meldet und den Fans dabei immer wieder von seinen Stadion-Plänen vorschwärmt, gibt nun in einem ausführlichen Interview auf der Klub-Homepage einen Überblick über seine genauen Vorstellungen und die Sechzig-Zukunft.

Dabei stellt der Jordanier klar, dass es für ihn keine Alternative zum Auszug aus der Allianz Arena gibt: „Ich kann die Gedanken der Fans nachvollziehen. Ich fühle mich auch nicht wohl in diesem Stadion. Ich werde alles dafür tun, dass dieser unglückliche Zustand bald ein Ende hat.“ In Fröttmaning treten die Blauen seit mehr als zehn Jahren nur noch als Mieter des roten Stadtrivalen auf.

Am Trainingsgelände: Hasan Ismaik (3. v. l.) besucht seinen Klub.

Olympiastadion wäre nur „Übergangslösung“

Keine wirkliche Option sieht Ismaik in einer Rückkehr in das Olympiastadion. Dies sei höchstens eine „Übergangslösung, bis wir in unser eigenes Stadion einziehen können. Das Olympiastadion steht unter Denkmalschutz und nicht zum Verkauf.“ Am Oberwiesenfeld trug Sechzig zwischen 1972 und 2004 zahlreiche Pflichtspiele aus - richtig heimisch wurden die Giesinger aber auch dort nie.

Das Olympiastadion im Fakten-Check

Schwierig dürfte sich auch ein Comeback im Grünwalder Stadion gestalten - wo die kleinen Löwen ihre Regionalliga-Partien austragen und während der Sommer-Vorbereitung der Heimatabend steigt. Auch wenn das Sechzger-Stadion nicht nur bei den Fans hoch im Kurs liegt. „Ich war auch schon zwei Mal im Grünwalder Stadion. Ich war sofort begeistert. Dieser Ort birgt einen fast greifbaren Mythos in sich“, hat es Ismaik gepackt.

Grünwalder Stadion „eigentlich am besten für alle“

Der Milliardär findet: „Dieses Stadion mit dieser überragenden Lage nur unweit unseres Trainingszentrums ist eigentlich am besten für alle. Für den Verein. Für die Tradition. Für die Fans.“ Er versichert: „Wenn Dieter Reiter (der Oberbürgermeister, d. Red.) mir das Signal gibt, dass das Grünwalder Stadion zum Verkauf stünde und die Stadt die Genehmigung für einen Neubau erteilen würde, dann würden wir sofort zuschlagen.“

Deutlich realistischer erscheint trotz der warmen Worte Ismaiks dennoch ein kompletter Neubau. Dabei schwebt dem 39-Jährigen ein Stadion in der Größenordnung „50.000+“ vor. „Ein Stadion-Neubau mit 25.000 Plätzen hätte auch überhaupt keinen Sinn gemacht“, erklärt er, warum die Riem-Pläne in den Schredder gewandert sind.

Riem: Flächengröße und Frösche als Probleme

Wobei es im Münchner Osten mehr Hindernisse aus dem Weg zu räumen gegeben hätte. „Die angebotene Fläche in Riem war nur 42.000 Quadratmeter groß und sehr rechteckig. Suboptimal für ein Fußball-Stadion nach unseren Vorstellungen“, betont Ismaik. Sechzig hätte „ursprünglich mit einer Fläche von 80.000 bis 90.000 Quadratmeter kalkuliert. Und dann gab es auf diesem Grundstück auch noch das Problem mit den Fröschen, die unter Naturschutz stehen.“ Zudem wären „einige baurechtliche Kompromisse“ nötig gewesen, „die sehr kostenintensiv gewesen wären“.

Umzug ins Umland? Das sagen die Kommunen

Laut Ismaik sei der Klub in den Gesprächen mit der Stadt kompromissbereit gewesen: „Wir hätten bei einem Angebot mit 35.000 Plätzen plus Option auf einen Ausbau sofort Ja zu Riem gesagt. Aber diesen Wunsch konnte uns die Stadt leider nicht erfüllen.“

In der Allianz-Arena Hasan Ismaik (r.) beratschlagt sich mit Präsident Peter Cassalette.

Ismaik: Wollen willkommen sein

Auch die bereits offenbarte Option eines Abschieds aus München hält er sich ausdrücklich weiter offen. „Ich kann mir prinzipiell mehrere Dinge vorstellen. Nur braucht der TSV 1860 auch die Unterstützung der Stadt, um verschiedene Lösungsvarianten durchzugehen. Wir würden alle gerne in München bleiben. Aber wir müssen auch spüren, dass wir willkommen sind“, nimmt Ismaik auch die Stadt in die Pflicht.

Ihn bewegt aber nicht nur die Frage nach der neuen Heimat, sondern auch die etwas fernere sportliche Zukunft. „Die Jugendförderung steht bei uns besonders im Fokus“, setzt Ismaik Prioritäten: „Der TSV 1860 steht seit Jahrzehnten für seine ausgezeichnete Jugendförderung, auf die ich immer wieder von großen europäischen Vereinen angesprochen werde.“ Kevin Volland, Julian Weigl oder die Bender-Zwillinge Lars und Sven sind da nur einige der Namen, die auch in der Nationalmannschaft ihre Chance bekommen haben. Es sollen nicht die letzten gewesen sein: „Es ist meine Pflicht und Aufgabe, 1860 wieder attraktiver für den Nachwuchs zu machen.“

mg

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