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TSV 1860: Freude am dreckigen Sieg - „Sehr gutes Gefühl, wenn man so ein Ergebnis halten kann“

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Von: Uli Kellner

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Jesper Verlaat erlöste die Löwen mit seinem ersten Tor für den TSV 1860.
Jesper Verlaat erlöste die Löwen mit seinem ersten Tor für den TSV 1860. © Stefan Matzke

Zweiter Sieg im zweiten Spiel. Der TSV 1860 feiert einen perfekten Saisonstart. Gegen Oldenburg zeigten die Löwen bislang ungeahnte Qualitäten.

München – Es war der Mann mit der Stoppuhr, der nach dem 1:0-Sieg gegen Oldenburg die Richtung vorgab. Fitnesscoach Jörg Mikoleit ignorierte das Winken jener 1860-Profis, die sich vor der Westkurve postiert hatten, bereit, mit den Fans den gelungenen Heimspielstart zu feiern. Mit professioneller Hingabe scheuchte er die andere Hälfte der Mannschaft über den Rasen:

Auslaufen mit knackigen Zwischensprints. Die Botschaft: Keine Zeit verlieren! Schließlich geht es ja schon am Dienstag weiter – dann kommt der SV Meppen ins Grünwalder Stadion (19 Uhr).

TSV 1860: Skenderovic noch zu ungenau

Auf dem Papier wird es ein Spitzenspiel. Weil sich Jesper Verlaat die frechen Oldenburger spät zur Brust genommen hatte. „Ein Willenstor“, lobte Trainer Michael Köllner seinen Abwehrchef, der einen von Deichmann verlängerten Ball mit dem Oberkörper über die Linie gedrückt hatte (75.). Von Mama Kassandra gab’s dafür ein Küsschen am Zaun, von den Fans Huldigungen (nachdem Mikoleit fertig war). Bescheiden sagte der Niederländer, der hinten wie vorne überragt hatte: „Ich persönlich finde es schwierig, heute einen rauszunehmen. Wichtig war, dass wir uns raffen nach dem Dortmund-Spiel – und das Spiel irgendwie ziehen.“

Mama Kassandra herzte Jesper nach dem Spiel.
Mama Kassandra herzte Jesper nach dem Spiel. © kolbert-press/Ulrich Gamel

In einem zähen Spiel waren die Löwen lange erfolglos angerannt. „Gegen eine eklige Mannschaft“, wie Joseph Boyamba die Defensivtaktik des Aufsteigers umschrieb. Das war durchaus anerkennend gemeint, denn egal, was die Löwen in Spiel eins ohne Marcel Bär (Fuß-OP) versuchten: Es klappte nur zum Teil. Weil die Präzision fehlte, wie bei den zahlreichen Abschlüssen von Drittliga-Debütant Meris Skenderovic, 24. Weil zwischenzeitlich das Tempo fehlte. Und weil sich der Trainer viel Zeit ließ, seiner Mannschaft noch einmal frische Kräfte zuzuführen.

TSV 1860: Zweiter knapper Erfolg in Serie

Bezeichnend: Verlaats Siegtor fiel kurz nach einem Lattenkracher von Christopher Lannert, mit dem sich der Rechtsverteidiger nicht nur seinen Dortmund-Frust von der Seele ballerte – sondern auch das müde gewordene Publikum noch einmal aufweckte. „Wir sollten uns nicht aus der Ruhe bringen lassen“, verriet Boyamba, der mit Lannert in der 68. Minute gekommen war: „Das hatte uns der Trainer gestern gesagt – und vorgestern.“ Ein-, zweimal sei es „knifflig“ geworden: „Da hat Hiller seinen Job überragend gemacht. Den Rest haben wir als Mannschaft wegverteidigt.“

Wie schon in Dresden gelang es den Löwen, ein Spiel über die Zeit zu bringen, das die Nerven der Fans strapaziert hatte. Eine neue Qualität? Gewöhnt sich Köllners Team gerade die lästigen Unentschieden ab, die zwei Jahre hintereinander zum Nichtaufstieg beigetragen hatten? „Es gibt einem ein sehr gutes Gefühl, wenn man so ein Ergebnis halten kann“, sagte Verlaat. Und, fügte er mit Blick auf die neue Kaderbreite hinzu: Es sei auch nicht so schlecht, „wenn man in der 3. Liga einen Lakenmacher, Boyamba und Moll einwechseln kann“. Fynn Lakenmacher war anfangs draußen geblieben, weil ihn Köllner nicht verheizen will. Später half er mit, Bälle zu halten und für Entlastung zu sorgen. „Solche Siege gehören dazu“, outete sich Tim Rieder als Fan des „dreckigen“ 1:0-Erfolgs.

Und Köllner? Der sah es wie sein Fitnessguru Mikoleit. Schnell von Oldenburg auf Meppen umschalten – und am Dienstag daran arbeiten, den besten 1860-Start in der 3. Liga auszubauen. „Jetzt haben wir die Aussicht, nach drei Spielen mit neun Punkten dazustehen – ich denke, das ist eine tolle Aussicht.“ (ulk)

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