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TSV 1860: Allesfahrer Wöll setzt auf Auswärtsgesicht - Morgalla (17) vor Startelf-Debüt?

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Von: Uli Kellner

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„Das gehört zum Leben dazu“: Roman Wöll ist glücklich, dass wieder Reisen in fremde Stadien möglich sind.
„Das gehört zum Leben dazu“: Roman Wöll ist glücklich, dass wieder Reisen in fremde Stadien möglich sind. © imago

In Meppen kann der TSV 1860 wieder auf seine treuen Auswärtsfans bauen. Allesfahrer Roman Höll ist glücklich. Youngster Morgalla könnte im Emsland sein Debüt feiern.

München – Roman Wöll hatte schon unter der Woche Planungssicherheit. Der treue Löwen-Fan gehörte zu den wenigen Glücklichen, die sich auf verschlungenen Wegen eines der heiß begehrten Meppen-Tickets sichern konnten. „Ist halt immer eine Bettelei“, berichtete der 68-Jährige: „Du telefonierst mit Gott und der Welt, aber wenigstens hat’s geklappt.“ Maximal zwei, drei Allesfahrer-Spezl hätten ebenfalls erfolgreich lokale Kanäle angezapft, um an eines der streng limitierten 500 Tickets zu gelangen.

„Nicht mal der Svend hat’s bisher geschafft“, gab Wöll den Stand von Freitagmittag wieder – und das will was heißen; schließlich hatte sich der blondmähnige Svend schon zu Wildmosers Zeiten Zugang zu jeder VIP-Tribüne im Lande verschafft.

TSV 1860 München: Allesfahrer Wöll hat den Zug nach Meppen schon länger gebucht

Lange hatte es so ausgesehen, als würde das Tor zum Auswärtsspiel beim SV Meppen für alle Löwen-Fans verschlossen bleiben – und sogar für die meisten Heimfans. Die Klage der niedersächsischen Drittligisten gegen die im Bundesvergleich unverhältnismäßige Besucher-Obergrenze geriet zur Hängepartie. Erst Freitagmittag, 24 Stunden vor dem Anpfiff in der Hänsch-Arena, wurde dem Eilantrag von SV Meppen & Co. stattgegeben – jetzt sind 5000 Zuschauer zugelassen. Wöll konnte es egal sein. „Ich hab meinen Zug schon vor zwei Wochen gebucht“, freut er sich auf eine weitere Auswärtsfahrt gegen den Pandemie-Frust: „Das gehört zum Leben dazu.“

Nun ist ja bekannt, dass Wöll und Co. schon immer gerne mit und für ihre Löwen auf Reisen gegangen sind. Ausgefüllte Wochenenden, lange Busfahrten mit Gleichgesinnten, mal schweigend, mal beschwingt, aber immer abwechslungsreich. Derzeit kommt noch ein weiterer Aspekt dazu, der das Reisen für die Allesfahrer attraktiv macht: das neue Auswärtsgesicht der Löwen. Zur Erinnerung: Bis Anfang November war 1860 ein Punktelieferant, seither gab es viermal die volle Ausbeute. 3:2 bei Aufsteiger Havelse – noch mit Sascha Mölders. Danach ohne den Ex-Kapitän: 2:0 in Dortmund, 3:0 in Würzburg und zuletzt das 1:0 in Köln, bei dem fünf Stammspieler fehlten. Selbst Wöll rätselt: „Hat’s das überhaupt mal gegeben, dass wir vier Auswärtsspiele in Folge gewonnen haben?“ Die Antwort gibt er selbst: „In der Regionalliga wahrscheinlich schon, aber sonst ...“ Er als treuer Begleiter der Löwen seit den 70er-Jahren hätte sich vermutlich daran erinnert.

„Leo ist seit dieser Woche fest im Kader, macht alle Trainingseinheiten mit. Ich hoffe, dass er nochmals an Qualität zulegt und einen weiteren Leistungsschritt macht.“

Michael Köllner über den 17-Jährigen Leandro Morgalla.

Leicht, weiß Wöll, wird es nicht, beim SV Meppen die stolze Löwen-Serie in der Fremde auszubauen. „Die san sauheimstark, die Burschen“, sagt der Allesfahrer, vertraut aber auf Michael Köllner, der eine Reaktion auf das bittere Heim-2:2 gegen Braunschweig (nach 2:0-Führung) ankündigte. „Wir wollen unsere Erfolgsserie halten und Anschluss an Meppen herstellen“, erklärte der Coach, der neben dem gesperrten Stephan Salger nur auf die Langzeit-Sorgenkinder Wein und Willsch verzichten muss. Okay, auch Semi Belkahia war unter der Woche angeschlagen. Für den Notfall ist Leandro Morgalla, 17, mit an Bord, über den Köllner sagt: „Leo ist seit dieser Woche fest im Kader, macht alle Trainingseinheiten mit. Ich hoffe, dass er nochmals an Qualität zulegt und einen weiteren Leistungsschritt macht.“

Einen weiteren Entwicklungsschritt erhofft sich auch Wöll – und zwar von den etablierten Profis. Mit Blick auf die verschenkten Punkte gegen Braunschweig sagt er: „Viel darfst jetzt nicht mehr auslassen, wennst ganz oben rankommen willst.“ Und was ihn und seine Auswärtsclique angeht, die vor Corona stets per Kleinbus auf Reisen ging: „Zugfahren ist ja schön und gut, aber die Autobahn geht mir schon ab ...“ Prognose: Fahrten zu Zweitligastadien würden ihm das neue Reisen per Bahn sicher versüßen. (ULI KELLNER)

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