1860 München gegen Kaiserslautern

Viel Tradition, wenig Finanzkraft: Die Löwen messen sich mit Kaiserslautern

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Daniel Bierofka zeigt sich vor der Partie gegen Kaiserslautern zuversichtlich. 

Vor der Partie der Münchner Löwen gegen Kaiserslautern ist Daniel Bierofka zuversichtlich: „Wir müssen an uns glauben, dass wir sie schlagen können.“

Giesing oder Kaiserslautern - wo brennt der Baum schon am Samstagabend? Zum Auftakt der Rückrunde treffen sich am Samstag um 14 Uhr die Münchner Löwen mit den Pfälzer Betzebuben. Tradition pur - in Liga drei. „Lautern versucht den Gegner sofort unter Stress zu setzen. Wir müssen an uns glauben, dass wir sie schlagen können“, sagt 1860-Trainer Daniel Bierofka. „Ich lasse es nicht zu, dass jemand aufgibt“, erklärt sein FCK-Kollege Sascha Hildmann, der den Aufstieg noch nicht abgehakt hat. 

Die vergleicht blaue Not mit rotem Elend: 

Tradition: Vom einstigen Stolz ist auf beiden Seiten nicht mehr viel übrig. Mit den Löwen ging es seit der Meisterschaft 1966 stetig bergab, unterbrochen nur von einem erfolgreichen Jahrzehnt unter dem Duo Wildmoser/Lorant. In Kaiserslautern ist die letzte der vier Meisterschaften (Otto Rehhagel!) auch schon wieder 20 Jahre her. Klubikone Horst Eckel, der letzte noch lebende Held von Bern feiert im Februar seinen 87. Geburtstag. 

Fans: Nur bei den Zuschauerzahlen sind beide Klubs aktuell aufstiegstauglich. Die Löwen haben „ihr“ Sechzger-Stadion regelmäßig voll. „Normalerweise musst du dich bei jedem einzelnen Fan bedanken für die Unterstützung“, sagt Bierofka. Lautern ist mit 23.352 Fans im Schnitt Ligaspitze. Schön, aber bei weitem nicht kostendeckend. 

Finanzen: „Wir haben über Jahre auf zu großem Fuß gelebt und sportlich auf die falschen Pferde gesetzt“, sagt FCK-Aufsichtsratsboss Patrick Banf. Bis März muss Lautern zwölf Millionen Euro auftreiben, um eine Lizenz für die kommende Saison zu bekommen, ein seriöser Geldgeber wird gesucht. Bei 1860 (und beim Arena-Vermieter FC Bayern) hofften die Verantwortlichen vor sieben Jahren auf einen Investor namens Hasan Ismaik. Glücklicher ist seitdem niemand geworden. Die blaue Realität heißt Großaspach statt Barcelona. Vereinspolitisch sind die Ultras tonangebend, eine Kooperation der Gesellschafter ist ferner denn je. 

Sport: Lautern stieg als 18. aus der Zweiten Liga ab, die Löwen entkamen der Regionalliga in einer hochdramatischen Relegation gegen den 1. FC Saarbrücken. Nach 19 Drittliga-Spielen trennen den Absteiger gerade mal  zwei Punkte vom Aufsteiger, die Abstände zum Tabellenkeller sind kleiner als die zum Relegationsplatz. Zweckoptimismus heißt die Maxime vor der zweiwöchigen Winterpause. „Es waren wenige Spiele dabei, in denen wir total versagt haben“, sagt Bierofka. „Ich  kann mich nur an Meppen erinnern und an die erste Halbzeit in Karlsruhe, sonst waren wir immer auf Augenhöhe.“ FCK-Coach Hildmann warnt vor den Löwen: „Sie haben sehr unglücklich gegen Jena verloren. Ich glaube, wir tun gut daran, 1860 sehr, sehr ernst zu nehmen.“ 

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