Klamm in die neue Saison

1860 nimmt seine Sorgen mit ins Trainingslager 

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Neue Umgebung, alte Themen: Die Löwen trainieren auch in Österreich ohne die erhoffte Sturmverstärkung.

Um sich auf die bevorstehende Drittligasaison vorzubereiten, reiste der TSV 1860 ins Trainingslager nach Österreich. Mit im Gepäck hatten die Löwen auch ihre aktuellen Geldsorgen.

Windischgarsten – Der Luftkurort Windischgarsten im Süden Oberösterreichs – hier am Fuße der Kalkalpen bereitet sich der TSV 1860 seit gestern auf die anstehende Drittligasaison vor. Eingefädelt hat das Ganze Sportgeschäftsführer Günther Gorenzel, der Hotelchef Horst Dilly schon seit seiner Trainerzeit beim österreichischen Zweitligisten Blau-Weiß Linz kennt und schätzt.

TSV 1860 und die Geldsorgen:  Investor Hasan Ismaik ist keine Hilfe

Das Thema, das die Löwen in diese idyllische Region verschlagen hat, ist allgegenwärtig: Die Finanzen, bzw. der Mangel an selbigen, treibt Gorenzel und seine Drittliga-Abteilung Tag für Tag um. Der Ball liegt einmal mehr bei Investor Hasan Ismaik, der durch seine Darlehensstundung vom Wochenende zwar die Insolvenzgefahr für die nächsten beiden Jahre abgewehrt, doch Gorenzels Handlungsspielraum für Neuverpflichtungen nicht vergrößert hat.

Um Verstärkungen verpflichten zu können, müsste Ismaik Darlehen in Genussscheine umwandeln, am besten sofort. Solange dies nicht geschehen ist, muss Gorenzel eine mögliche Sanktionierung durch den DFB einkalkulieren, der eine Verschlechterung der Eigenkapitalquote zum Stichtag 31. Dezember mit einer Strafzahlung im mittleren sechsstelligen Bereich ahnden würde. Eine Rücklage, die Gorenzel „weh tut“, da er das Geld lieber für Spieler ausgeben würde. Kurzum: Ismaik kann sich entscheiden, ob er sein Geld lieber dem DFB gibt oder der sportlichen Abteilung um Gorenzel und Trainer Daniel Bierofka zur Verfügung stellt.

Für 1860 wird die Saison knallhart

Möglicherweise bewegt sich in der (noch nicht exakt terminierten) Gesellschafterversammlung etwas, bei der Ismaik von Fanartikel-Geschäftsführer Anthony Power vertreten werden soll. Für Gorenzel und Bierofka könnte der weiße Rauch gar nicht früh genug kommen. „Es wird eine knallharte Saison, wenn man sieht, wie viel Erfahrung in den Kadern der Konkurrenz steckt“, sagt der Sportchef: „Wir müssen alles herausholen aus unserem Kader und hoffen, dass wir von Verletzungen verschont bleiben.“ Nur dann könne man Stand jetzt auf eine sorgenfreie Saison hoffen.

Diskutiert wird intern über eine erneute Ausleihe von Stürmer Prince Owusu, auf den Gorenzel große Stücke hält. Trainer Bierofka soll Probestürmer Sascha Marinkovic favorisieren, bei dem aktuell Möglichkeiten einer Fremdfinanzierung durch Gönner ausgelotet werden. Gorenzel bestätigte dies. „Wenn es eine saubere Möglichkeit gibt, werde ich mich nicht dagegen wehren“, sagte er. Allerdings: „Eine KGaA unterliegt anderen finanzrechtlichen Kriterien als ein e.V.“ Die Löwen fahren finanziell also einmal mehr auf Sicht. Auch Beteiligungen an möglichen Transfers von Julian Weigl (Dortmund), Felix Uduokhai (Wolfsburg) und Marin Pongracic (Salzburg) sind nur Hoffnungswerte. Gorenzel: „Es braucht niemand zu glauben, dass das ganze Geld im Falle des Falles bei mir ankommen würde.“

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Gibt‘s neue Kohle für die Löwen, Herr Ismaik? Das sagt der Investor.

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