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Marco Hiller: „Gehe davon aus, dass es mit dem Aufstieg klappt“

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Von: Jacob Alschner

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Der Rückhalt: Dreimal blieb Hiller in dieser Saison ohne Gegentor
Der Rückhalt: Dreimal blieb Hiller in dieser Saison ohne Gegentor © Stefan Matzke

Furios ist Marco Hiller (25) in seine fünfte Profisaison mit dem TSV 1860 gestartet. Als Tabellenführer nach sechs Spieltagen ist das Team bisher ungeschlagen –auch dank Hiller.

München – Im Interview mit unserer Zeitung spricht der Löwen-Torwart über die ersten Partien, die Unterschiede zur letzten Spielzeit und darüber, was die entscheidende Zutat im Rezept für den Aufstieg sein könnte.

Herr Hiller, in Köln hat Sie Fabian Greilinger ganz schön auf die Probe gestellt. Welche Bälle sind schwieriger zu halten? Die der Gegner oder die der Mitspieler?

In der Regel die vom Gegner. Am letzten Wochenende aber, wenn man mal den Elfmeter rausnimmt, der vom eigenen Mann. Der von Fabian war echt schwierig.

TSV 1860: Hiller rechnet mit Aue. Dresden, Wiesbaden und Ingolstadt im Aufstiegsrennen

Beim 1:1 gegen die Viktoria waren Trainer Michael Köllner und Ihre Mitspieler froh, dass es überhaupt ein Punkt wurde. Sehen Sie das auch so?

Wenn man unsere Leistung daran bemisst, dass Dresden und Wiesbaden dort schon verloren haben, kann man damit ganz zufrieden sein. Gerade, weil wir auswärts nach Rückstand gepunktet haben.

Der Zaun ist das Ziel: Marco Hiller will auch nach dieser Saison mit den Fans feiern.
Der Zaun ist das Ziel: Marco Hiller will auch nach dieser Saison mit den Fans feiern. © IMAGO

Und die Tabellenführung verteidigt. Welche Schlüsse kann man daraus jetzt schon ziehen?

Eine gewisse Aussagekraft hat die Tabelle schon. Nicht so sehr darüber, wer auf- oder absteigt. Sie lässt aber erahnen, wie gut die Saison verlaufen könnte. Man sieht schon, welche Mannschaften zu den stärkeren gehören.

Ihren ärgsten Verfolger, den SV Elversberg, hatten auch Sie nicht auf dem Zettel, oder?

In der 3. Liga sind die Aufsteiger oft sehr euphorisch und spielen richtig gut. Ich rechne im Meisterschaftsverlauf noch mit Dresden oder Aue, bei denen läuft es aktuell zwar nicht so aber das kann noch werden. Ingolstadt und Wiesbaden werden sicherlich auch oben mitspielen.

TSV 1860: Hiller bleibt auch bei Nichtaufstieg

Und eben auch 1860. Hätten Sie vor der Saison gedacht, dass es so früh so gut läuft?

Das war auf jeden Fall der Plan. Wobei... Man weiß ja, wie das mit Plänen so ist. Oft klappt es nicht ganz so. Aber wir wussten, dass wir eine richtig starke Mannschaft sind und dass eine solche Leistung möglich ist. Dass es so schnell klappt, ist perfekt.

Da haben Sie mit Ihrem Verbleib in München alles richtig gemacht, oder nicht?

Es war von Anfang an mein Plan, mit Sechzig in die zweite Liga aufzusteigen. Nach zwei vierten Plätzen muss es beim dritten Mal passen, das ist unser Anspruch. Ich bin guter Dinge, dass es im Sommer so weit ist, dass wir aufsteigen.

Mal angenommen, es klappt nicht…

Dann greifen wir im nächsten Jahr eben noch mal an. Ich habe Vertrag, jetzt bleibe ich bei Sechzig. Im Moment gehe ich sowieso davon aus, dass es in dieser Saison hinhaut.

Bisher stimmt die Richtung. Was ist das Erfolgsgeheimnis der Löwen?

Wir sind in diesem Jahr breiter aufgestellt, da hat der Verein vieles richtig gemacht. Wenn man die Spiele betrachtet, sieht man, dass wir gerade in den letzten Minuten immer noch mal auswechseln und nachlegen konnten. In Köln war das auch so. Die Breite des Kaders zahlt sich gerade aus.

TSV 1860: Zwist im Verein beeinträchtigt Mannschaft nicht

Macht also auch das Team um das Team einen besseren Job?

Das würde ich nicht sagen. „Besser“ hieße ja, dass wir letztes Jahr etwas falsch gemacht haben. Wir wurden immerhin Vierter, was auch nicht so schlecht ist. Aber die Neuzugänge passen jetzt perfekt ins Mannschaftsgefüge. Die Mischung aus neuen Spielern und denen, die schon länger da sind, stimmt. Das macht es dem Trainer leicht, uns so zu formen, dass wir erfolgreich sein können.

Die große Delle in den letzten beiden Jahren kam im Spätherbst. Haben Sie das im Hinterkopf?

Nein. Gar nicht. Zum einen habe ich mich damit noch gar nicht beschäftigt, zum anderen sind wir noch nie so gut gestartet wie in dieser Saison. Das zeigt, dass also nicht alles wie letztes Jahr ablaufen muss. Außerdem läuft es bei Sechzig immer gut, wenn Ruhe im Verein herrscht. Das ist gerade der Fall und so kann es gerne weitergehen.

Im Zwist zwischen KGaA und e.V. schlugen die Wellen zuletzt aber doch etwas höher.

Das bekommen wir als Spieler nur am Rande mit, das ist kein Thema bei uns.

Im Gespräch: Hiller mit Reporter Jacob Alschner.
Im Gespräch: Hiller mit Reporter Jacob Alschner. © mm

Zurück zum Sportlichen: Wird das Team von gegnerischen Mannschaften anders wahrgenommen, weil die Löwen aktuell als Tabellenführer auf dem Platz stehen?

Den Unterschied kann ich eher bei uns feststellen. Daran, wie selbstbewusst wir auftreten. Die Serie zum Saisonstart hat uns ein Selbstverständnis gegeben, mit dem wir nicht aufgeben. Wie eben in Köln.

Also ist innerhalb der Mannschaft der Kopf der große Unterschied zum letzten Jahr?

Definitiv. Im Kampf um den Aufstieg kommt es auf eine gesunde Mischung an. Der Kader ist das eine, ja. Aber der Kopf muss bis zum Ende mitspielen.

Interview: Jacob Alschner

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