1860-Stürmer im Interview

„Geflucht hab ich nicht“ - das sagt Ziereis über Sturm-Konkurrent Owusu

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Endlich darf er wieder ran: Markus Ziereis ist zurück beim TSV 1860 München. Der Stürmer spricht über den Aalen-Sieg und Kollege Prince Owusu.

München - Markus Ziereis (26) ist wieder da. Nach seiner langwierigen Knieverletzung (Außenbandriss) durfte er am Montagabend gegen den VfR Aalen zum ersten Mal seit August 2018 wieder ran – und zwar gleich von Anfang an. Wir trafen uns zum Interview mit dem Stürmer.

Markus, was haben Sie sich gedacht am Montag, als Prince Owusu zum 2:1 traf? „Jawoll“ oder „Verdammt, ausgerechnet mein Konkurrent“?

„Ich habe nicht geflucht“

Ziereis: Geflucht hab ich überhaupt nicht, im Gegenteil - ich hab mich genauso gefreut wie alle anderen. Der Sieg war so wichtig für uns, wer das Tor schießt, darauf kommt’s nicht an. Der Teamgedanke steht im Vordergrund.

Die Mitspieler hätten Prince ja fast erdrückt beim Jubel…

Ziereis: Ja, Wir haben uns vor lauter Freude alle auf ihn geworfen, da haben wir gar nicht dran gedacht, ob er noch Luft kriegt oder nicht. Er ist wieder aufgestanden, also passt alles.

Sieben Punkte Vorsprung habt ihr jetzt auf den ersten Abstiegsrang. Ist der Kas damit gebissen für heuer?

Ziereis: Nein nein, wir haben uns eine gute Basis geschaffen fürs nächste Spiel in Cottbus, mehr nicht.

„Ich brauche ein bayerisches Mädl“

Ihre Ehefrau Evi arbeit bei der Mittelbayerischen Zeitung als Videoreporterin. Hat sie Ihnen schon was beigebracht im Umgang mit den Medien?

Ziereis: Freilich, den einen oder anderen Tipp hat sie mir schon gegeben. Zum Beispiel, dass ich nicht so oft „natürlich“ sagen soll.

Die Evi spricht ein astreines Bairisch. Käme für Sie eine Nicht-Bayerin überhaupt in Frage als Frau?

Ziereis: Nein, ich brauche schon ein bayerisches Mädl. Die Evi und ich, wir verstehen uns nicht nur sprachlich. Sie trinkt auch gern mal ein Weißbier und beim Schafkopfen macht sie große Fortschritte.

So viele echte Bayern habt ihr nicht in der Mannschaft. Ist die Verständigung manchmal ein Problem?

Ziereis: Nein, ich rede ja auch nicht mehr so extrem Bairisch wie 2007, als ich aus der Oberpfalz gekommen bin. Da haben mich die Wenigsten verstanden, nicht mal der Kevin (Volland), der alte Aasgeier (Ziereis’ nette Bezeichnung für Allgäuer).

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„Habe eine brutale Aufstiegsquote“

Nach drei persönlichen Aufstiegen in Folge wird es dieses Jahr wohl eine Pause geben bei Ihnen. Ungewohnt, oder?

Ziereis: Bei den Aufstiegen hab ich schon eine brutale Quote, das stimmt. Die Erlebnisse und Erfahrungen kann einem niemand nehmen. Schauen wir mal, was noch geht heuer…

Und was meinen Sie, wie es generell weitergeht mit Sechzig und Ihnen persönlich? Ihr Vertrag ist bis 2020 datiert…

Ziereis: Wenn der Kern der Mannschaft zusammenbleibt, dann sind wir nicht schlechter als in dieser Saison. Und mannschaftlich werden wir immer geschlossener.

„Der Ziereis ist nur in der Regionalliga ein Guter, in der Dritten zerreißt er nichts“ – wie oft haben Sie solche Sprüche schon gehört?

Ziereis: Nicht nur einmal, aber das juckt mich jetzt nicht. Ich hab jetzt des erste Spiel seit Ewigkeiten gemacht. Und mit einem Spiel in der Dritten Liga hab ich noch keine Krise, weil ich nicht gleich getroffen hab.

Interview: Ludwig Krammer, Uli Kellner

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