Neuzugang verletzt

Schmidt ärgert "negativer Touch" - Friend fällt aus

München - Alexander Schmidt hat vor dem Spiel in Duisburg seine Spieler gelobt. Der 1860-Coach betrieb aber auch Medienschelte - nach Berichten, an denen er selbst nicht ganz unschuldig war. Fehlen in Duisburg wird Neuzugang Rob Friend.

Es ist ein Wochenende, an dem den TSV 1860 ausnahmsweise mal wieder ein kleiner Hauch Bundesliga streift. Allerdings nur, weil Samstag ist. Am seit der Gründung vor fünfzig Jahren klassischen Spieltag der deutschen Eliteklasse dürfen die Löwen beim MSV Duisburg ran. Ansonsten ist die Bundesliga für die Löwen mal wieder ganz weit entfernt. Acht Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz, da werden keine Hochrechnungen mehr angestellt. Trainer Alexander Schmidt: „Wir sind doch keine Träumer, dass wir bei diesem Abstand noch rechnen, wie wir da oben rankommen können.“

Was dem Löwencoach aber trotz der Niederlage gefallen hat: „Mit welcher Wut im Bauch die Mannschaft an den Tagen danach trainiert hat.“ Und er fügte hinzu: „Die Niederlage war den Spielern alles andere als egal. Der Stachel saß schon tief. Und man hat gemerkt, dass die Mannschaft gegen Duisburg die Niederlage unbedingt wettmachen will. Sie hat ja auch einen guten Charakter. Und deshalb sind wir auch noch nie an der Motivation gescheitert, da gibt’s kein Problem.“

Schöne, aufmunternde Worte, nur: Welcher Fan verbindet damit noch irgendeinen Funken Hoffnung? Die wenigsten. Seit Freitag haben die Löwen zudem einen neuen Verletzten zu beklagen. Stürmer Rob Friend zog sich im Training einen Muskelfaserriss im Adduktorenbereich zu. Er fällt voraussichtlich zwei Wochen aus.

Dass zudem die Münchner Presse nach einem Sieg aus sieben Spielen unter seiner Regie nicht in „Hosianna“-Rufe ausgebrochen ist, stört den Trainer ebenfalls. „Dass hier alles immer einen sehr negativen Touch hat, ist ja bekannt“, beschwerte sich Schmidt am Freitag.

Wozu er aber auch mit einigen unglücklichen Aussagen und Maßnahmen beigetragen hat. Was bitte sollen in der jetzigen Situation Sätze wie „Aber ich hab auch eine Ausstiegsklausel, das ist ja ganz normal.“ Und: „Ganz ehrlich: Ich hab schon etliche Anfragen aus der Bundesliga abgelehnt – nicht als Cheftrainer Erste, Zweite Liga, sondern in dem Bereich, in dem ich vorher gearbeitet habe.“

Aussagen wie „Ich würde auch bei Barcelona und Real nicht als Co-Trainer arbeiten“ halfen ihm ebenfalls nicht weiter, genauso wenig wie der Vergleich mit Thomas Tuchel und Christian Streich. Schmidt: „Die haben wie ich ihre Chance bekommen, aber bei denen stand nicht immer in der Zeitung, dass sie aus der Regionalliga kommen. So was habe ich bei Tuchel nie gelesen.“ 

Irgendwie baut Schmidt selbst zu viele Nebenkriegsschauplätze auf und beschäftigt sich damit permanent. So wies er am Freitag erneut darauf hin, dass ein Sieg gegen die Abstiegskandidaten aus Regensburg und Dresden schwer möglich gewesen sei, weil ihm jedes Mal Benny Lauth gefehlt habe. Bei aller Wertschätzung für den Löwenkapitän: Irgendwie klingt das dann doch nach einer billigen Ausrede.

tz

Quelle: tz

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