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1860 will Einblick in Türkgücü-Akte: Abmeldung? Gorenzel nimmt DFB in die Pflicht

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Von: Jacob Alschner

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Rückschlag für die Löwen: Im Olympiastadion gewann Türkgücü um Alex Sorge (l.) gegen 1860.
Rückschlag für die Löwen: Im Olympiastadion gewann Türkgücü um Alex Sorge (l.) gegen 1860. © imago

Der TSV 1860 München hofft doch wieder auf den Aufstieg. Eine Abmeldung von Stadtrivale Türkgücü könnte den Löwen in die Karten spielen. Wenn sie rechtzeitig erfolgt.

München – Sportlich geht es wieder um viel für den TSV 1860 vor dem Auswärtsspiel gegen Viktoria Berlin am Freitagabend (19 Uhr, Liveticker). An der Grünwalder Straße mischt man wieder voll mit im Kampf um den Aufstieg. Dominierendes Thema in der 3. Liga ist allerdings weiterhin der mögliche Rückzug des Stadtrivalen Türkgücü. Dessen Einspruch gegen den Abzug von elf Punkten, der wegen mangelhafter Erfüllung von Lizenzauflagen und eingereichtem Insolvenzantrag verhängt worden war, wurde durch die Geschäftsführung des DFB in erster Instanz abgewiesen.

Zwar kann der Klub dagegen erneut Einspruch einlegen. Jedoch stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit und den Erfolgsaussichten eines solchen möglichen Schrittes.

TSV 1860 beschäftigt sich mit möglichem Türkgücü-Aus - „Werden alles tun, um Einblick zu erlangen“

Was klar ist: Bleibt der Abzug bestehen, würde das ein vorzeitiges Einstellen des Spielbetriebs beim roten Stadt- und Ligarivalen beschleunigen. Und dabei wäre nicht nur das ob, sondern auch der Zeitpunkt entscheidend. Bei einem frühen Ende würde Sechzig bis auf drei Punkte an den Relegationsrang heranrücken, auf den sie aktuell fünf Punkte Abstand haben. Würde sich Türkgücü allerdings erst nach dem fünftletzten Spieltag aus der Liga zurückziehen, würden alle zuvor erzielten Ergebnisse weiter bestehen bleiben und die ausfallenden letzten Spiele zugunsten der Gegner gewertet, ohne dass diese noch einmal antreten müssten – darunter auch die Aufstiegskonkurrenten Kaiserslautern und Braunschweig auf den Plätzen zwei und drei. Eine brisante Situation, die auch 1860-Sportchef Günther Gorenzel beschäftigt. Niemand wünscht sich Entscheidungen am grünen Tisch, die in die Praxis hineinwirken. Man werde „da sehr genau hinsehen. Der DFB beruft sich ja immer auf die Sorgfaltspflicht. Hier ist der DFB in der Pflicht, die Dinge korrekt umzusetzen“, so Gorenzel. „Wir werden alles tun, um Einblick zu erlangen.“

Doch er erkannte richtigerweise auch die eigene Verantwortung der Löwen: „Das Entscheidende ist, dass wir uns auf unsere Hausaufgaben konzentrieren und unsere Spiele so erledigen, dass wir maximal erfolgreich sind.“ Das also sollte auch die Devise der Löwen für das Gastspiel in Berlin sein. Der nächste Sieg soll her. „Wir wollen die englische Woche mit einem Auswärtssieg vergolden“, formulierte es TSV-Trainer Michael Köllner (52). Gegen den Aufsteiger, von dessen Frische aus der Hinrunde nicht mehr viel übrig geblieben ist – im neuen Jahr hat die Viktoria noch kein Ligaspiel gewonnen – wollen die Münchner nach den drei Siegen gegen Zwickau, Kaiserslautern und Verl den Schwung mitnehmen.

1860 München doch wieder Aufstiegsaspirant - Köllner spürt Aufwind und Druck

Gefragt danach, ob die aktuelle Rolle der Löwen als Wieder-Aufstiegsanwärter eher Druck oder eher Leichtigkeit auslöste, antwortete Köllner: „Beides ist da. Sicherlich auch eine Anspannung, aber eher eine positive Anspannung. Das (die letzten neun Punkte, d. Red.) hat der Mannschaft schon noch mal einen mächtigen Aufwind gegeben. Auch die Spieler aus der zweiten Reihe haben jetzt das Gefühl, sie können nochmal eine Rolle spielen“, so Köllner, der Merveille Biankadi (26) und Erik Tallig (22) als Beispiele anführte, die zuletzt mächtig aufblühten. „Das treibt die Spieler um.“ Genau die können dabei übrigens die Bestmarke von vier Pflichtspiel-Siegen in Folge aufstellen. (Jacob Alschner) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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