Nach 1:3-Niederlage gegen Jena

„Müssen uns was einfallen lassen“ - Große Ratlosigkeit bei den Löwen

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Warum klappt’s nicht?: Die Fußballer des TSV 1860 konnten die 1:3-Niederlage gegen Jena am Sonntag nicht erklären. 

In der Not versuchte es Daniel Bierofka am Sonntag mit einem alten Trainertrick. Im Heimspiel gegen Jena waren erst 26 Minuten gespielt, da schickte der Coach des TSV 1860 seine Bankspieler schon mit den bunten Aufwärmhemdchen los

In der Not versuchte es Daniel Bierofka am Sonntag mit einem alten Trainertrick. Im Heimspiel gegen Jena waren erst 26 Minuten gespielt, da schickte der Coach des TSV 1860 seine Bankspieler schon mit den bunten Aufwärmhemdchen los – obwohl er den ersten Wechsel dann erst in der 75. Minute anordnete. Vielleicht wollte Bierofka damit nur die elf Startspieler anstacheln. Falls ja, ging das schief. Der TSV 1860 hat am Sonntag nämlich gegen Carl Zeiss Jena, einen abstiegsbedrohten Drittligisten, 1:3 verloren – und nach dem Ende der Hinrunde nur drei Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone. Die Tricks der Löwen verpuffen gerade.

Am Sonntag wirkten sie ziemlich ratlos. „Alles in allem war es zu wenig, das muss man ehrlich sagen“, sagte der Stürmer Sascha Mölders. „Ich will keinem den Kampf abschreiben, aber es war zu wenig“, sagte der Mittelfeldspieler Quirin Moll. „Das darf natürlich nicht passieren“, sagte der Stürmer Adriano Grimaldi.

Was war denn am Sonntag passiert? Man könnte natürlich sagen: Der TSV 1860 hat Pech gehabt. Ein Gegner mit einem neuen Trainer, ein frühes Gegentor (3. Minute), eine frühe Gelb-Rote Karte (32. Minute), dann geht’s halt mal 1:3 aus. Man könnte aber auch sagen: Der TSV 1860, eine Mannschaft mit vielen talentierten Fußballern, hat gegen eine weniger talentierte Mannschaft verloren, weil ihr momentan die Spielidee fehlt. Es spricht gerade einiges dafür, dass die zweite Variante zutrifft.

Nun versucht Daniel Bierofka ja, etwas zu verändern. Er stellt Felix Weber, seinen Kapitän, nicht mehr auf, in der Abwehrmitte verteidigt jetzt Aaron Berzel. Beim 0:1 ließen er und seine Mitstreiter sich aber von einem Einwurf überrumpeln. Quirin Moll sagte: „Das darf uns nicht passieren, so in Rückstand zu geraten.“ Beim 1:2 entwischte ihnen Jenas Stürmer im Strafraum – obwohl dort zehn Löwen den Eckball im Empfang nahmen. Stefan Lex sagte: „Wir müssen die Standards konsequenter verteidigen.“

Die große Ratlosigkeit macht sich aber vor allem im Angriff bemerkbar. Man darf sich nicht von der Bilanz täuschen lassen: Der TSV hat 28 Tore geschossen – aber neun davon, also fast ein Drittel, in nur zwei Spielen (5:1 gegen Lotte, 4:1 gegen Aalen). Seit dem fünften Spieltag haben die Löwen nie mehr als zwei Mal pro Spiel getroffen. Es passt, dass Adriano Grimaldi, der famose Stürmer der ersten Wochen, derzeit auch die besten Chancen nicht verwandelt. „Ich muss da wieder hinkommen, dass ich sie mache“, sagte er am Sonntag. „Ich brauche einfach wieder die Ruhe, die Dinger reinzumachen.“

Quirin Moll, der frühere Zweitliga-Profi, dachte da schon über einen Strategiewechsel in der Offensive nach: „Vielleicht müssen wir mit anderen Mitteln kommen, vielleicht zwingender über die Außen.“ Er sagte auch: „Wir müssen uns was einfallen lassen.“ Er hätte auch ergänzen können: Am besten noch vor dem nächsten Sonntag.

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