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Kessel schockt 60 - Bierofka kritisiert Schiri

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Von: Uli Kellner

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Fussball 3. Liga Eintracht Frankfurt vs TSV 1860 München
War für 60-Trainer Bierofka spielentscheidend: Der Schiedrichter zeigte Felix Weber die gelb-rote Karte. © Christina Pahnke / sampics

Benjamin Kessel legte beide Hände hinter die Ohren, nachdem er den Ball spielentscheidend ins Tor der Gäste geköpft hatte. Die Geste war unschwer zu interpretieren und bedeutete so viel wie: Und jetzt, Sechzger, gebt Ihr endlich Ruhe?

Es war ein Treffer aus der Kategorie „Ausgerechnet“, denn ausgerechnet Kessel war es gewesen, der beim letzten Duell die finale Eskalation provoziert hatte, gipfelnd in Efkan Bekiroglus ­Spuckattacke als Reaktion auf gezielten „Dirty Talk“.

Gelb-rote Karte gegen Weber war für Bierofka „spielentscheidend“

1:1 endete das Aufeinandertreffen Ende März, das für die Löwen eine gefühlte Niederlage war. Am Samstag nun bezogen die Löwen eine tatsächliche Niederlage (1:2) – und wieder war mit dem Schlusspfiff längst nicht alles vorbei. Dass es Kessel war, der die anfangs überlegenen Münchner bezwang, war gar nicht mal das Schlimmste für Daniel ­Bierofka („Ist ja nichts Neues, dass er immer den Kontakt zu anderen Spielern sucht“). Bitter aus Bierofkas Sicht war eine Szene, die sich elf Minuten vor Kessels Siegtreffer ereignet hatte: die Gelb-Rote Karte gegen Kapitän Felix Weber, die der 1860-Coach auch mit einer Nacht Abstand als „spielentscheidend“ bezeichnete.

Der Live-Ticker vom Spiel zum Nachlesen: Drama in Braunschweig - Bärenstarke Sechzger belohnen sich nicht

Die Linie des erfahrenen Referees Martin Thomsen (49 Zweit-, 73-Drittliga­spiele), von Bierofka verächtlich als „Herr Schiedsrichter“ bezeichnet, sei „nullkommanull nachvollziehbar“ gewesen, kritisierte er. „Pfitzner foult Effe nach fünf Minuten und sieht keine Gelbe Karte. Nkansah haut Sascha (Mölders) an der Mittellinie aus den Schuhen raus und bekommt nix. Wo ist da die Verhältnismäßigkeit? Es ärgert mich, wenn einer nach der einen Seite so und nach der anderen so pfeift.“ Bierofka ging sogar so weit zu sagen, „dass wir das Spiel vielleicht sogar noch gewonnen hätten, wenn es bei elf gegen elf geblieben wäre“.

Lediglich Mölders war ein Treffer gelungen – per Kopf wuchtete er einen Eckball von Daniel Wein ins Tor (5.). Viel lief danach über die Außenbahnen, wo Benjamin Kindsvater und Startelf-Debütant Fabian Greilinger (18) für Betrieb sorgten. Doch nur Bekiroglu hatte noch eine gute Schusschance. Die Gastgeber kamen erst kurz vor der Pause zum ersten Torschuss: Manuel Schwenk zog ab, 1860-Keeper Hendrik Bonmann tauchte ab, war beim Kopfballnachsetzer von Martin Kobylanski aber auf verlorenem Posten. Schlusswort Bierofka: „Gefühlt könnten wir sechs Punkte haben, tatsächlich haben wir nur einen. Deswegen war die Mannschaft auch so niedergeschlagen.“

Nach der bitteren, weil relativ unverdienten, Niederlage gegen Braunschweige haben die Löwen nun die nächste Chance auf den ersten Saison-Sieg: 1860 spielt am Mittwoch gegen Zwickau - wir berichten im Live-Ticker.

Der Toto-Pokal ist ausgelost und zwei Amateurklubs freuen sich besonders. Sie dürfen den TSV 1860 und die SpVgg Unterhaching empfangen.

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