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TSV 1860: Ohne Neuzugänge in den „geilen“ Februar - gerüstet für den Aufstiegskampf?

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Von: Uli Kellner

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1860-Trainer Michael Köllner nach dem Sieg in Köln mit Ismaik-Statthalter Anthony Power.
Harmonie pur: 1860-Trainer Michael Köllner nach dem Sieg in Köln mit Ismaik-Statthalter Anthony Power. © Stefan Matzke / Sampics

Der Deadline Day ist transferlos verstrichen. Die Löwen vertrauen ihrem Bestandskader und hoffen auf ein endgültiges Türkgücü-Aus - es wäre zwei Punkte wert...

München - 3750. So viele Zuschauer sind am Sonntag zugelassen, wenn die Löwen ihr „Theater der Träume“ wieder öffnen dürfen (nach zwei Geisterspiel-Monaten), um dort die imposante Siegesserie der Post-Mölders-Ära fortzusetzen (nach Dreiern gegen Dortmund, Würzburg, Wehen und Köln). Gegner ist der Tabellendritte Braunschweig, der 1860 im Montagsspiel den Gefallen getan hat, nicht gegen Verl zu gewinnen. Bedeutet: Es bleibt beim Fünf-Punkte-Rückstand auf den Relegationsplatz – wobei die Giesinger als Tabellenachter noch zwei Nachholspiele in der Hinterhand haben. Stellt sich die Frage: Wird es ein „geiler Februar“, nachdem der so titulierte Januar coronabedingt auf zwei Liga- und ein Pokalspiel eingedampft wurde? Wir beleuchten die Aussichten für den zweiten Monat des Jahres, in dem erneut fünf Pflichtspiele angesetzt sind, was in Omikron-Zeiten nichts heißen muss.

Kader

Nach dem Sieg in Köln hatte Michael Köllner gescherzt: „Wir werden am Montag vier Neuzugänge vorstellen, uns in jedem Mannschaftsteil verstärken.“ Enttäuscht wurde, wer darauf spekuliert hat, dass die Löwen wenigstens die Hälfte des „Plans“ in die Tat umsetzen. Das Transferfenster schloss am Montagabend, ohne dass noch ein Skenderovic, Stendera oder Tim Rieder durchgeschlüpft ist. Gründe für die Zurückhaltung neben den chronisch leeren Kassen? Der Trainer wies nicht nur einmal darauf hin, dass „Augenmaß“ und „Charakter“ die wichtigsten Kriterien bei jeder Kaderrenovierung seien. Sprich: Jeder Neuzugang birgt aus Köllners Sicht die Gefahr, dass dann der jeweilige Positionsrivale für schlechte Stimmung sorgt, bei sensiblen Spielern oft verbunden mit einem Formverlust.

Weitere Auskünfte zur Transferpolitik sind frühestens am Freitag zu erwarten. Sportchef Günther Gorenzel liegt mit Fieber flach (angeblich kein Corona) und verweist auf die Fragestunde vor dem Heimspiel gegen Braunschweig, das sich übrigens mit drei Profis verstärkt hat. Einer von ihnen: U 19-Nationalspieler Fabrice Hartmann, ausgeliehen von RB Leipzig. Fazit: Die Rechnung von Köllner und Gorenzel kann aufgehen – das Köln-Spiel hat gezeigt, dass in der Tiefe des Kaders durchaus Qualität schlummert (Staude, Lang, Linsbichler, Morgalla und Co.). Trotzdem sollten Leistungsträger wie Stefan Lex lieber nicht über einen längeren Zeitraum ausfallen.

Türkgücü

Für Mittwoch, 16. Februar, hat der DFB das Nachholspiel bei Türkgücü angesetzt. Eine Gelegenheit, sich auf unbestimmte Zeit von einem ungeliebten Rivalen zu verabschieden? Nicht nur das finanzielle Türkgücü-Aus wurde durch Stellen eines Insolvenzantrages besiegelt, womöglich auch das sportliche. Durch den Abzug von neun Punkten sind die Perlacher ans Tabellenende gewandert; dass sie die Saison zu Ende spielen werden, ist alles andere als klar – und eine heimliche Hoffnung der Löwen. Der simple Grund: Würde der DFB Türkgücü aus der Wertung nehmen und die gespielten Spiele annullieren, hätte das für 1860 einen tabellarischen Boostereffekt. Denn: Anders als die Spitzenteams, die allesamt Siege gegen Türkgücü einfuhren, würde den Löwen nur ihr glückliches 1:1 vom 3. Spieltag aberkannt. Fazit: Ein endgültiges Türkgücü-Aus wäre für 1860 zwei Punkte wert – zudem ergäbe sich eine neue Chance, dass Tim Rieder zurückkehrt, dann sogar ablösefrei.

Spielplan

Und wie „geil“ sind die tabellarischen Aussichten im Februar? Ein Positivdenker wie Köllner könnte es so sehen: Gegen Braunschweig und Meppen besteht die Chance, Aufstiegskonkurrenten auf die Pelle zu rücken, in der zweiten Monatshälfte geht es dann „nur“ noch gegen ein Trio aus dem Tabellenkeller (Türkgücü, Halle, Zwickau). Fazit: 1860 hat alle Möglichkeiten, sich für ein „geiles“ Märzduell in Stellung zu bringen – im Idealfall wird das Nachholspiel gegen Lautern am 1. März ein Spitzenspiel.

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