Er will den Verein schützen

TSV 1860: „Es geht nicht ohne Schmerzen“ - Präsident Reisinger erklärt Sparkurs

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Robert Reisinger hat eine klare Meinung.

Der TSV 1860 hat den Klassenerhalt geschafft. Der Existenzkampf geht aber weiter. Jetzt hat sich Präsident Robert Reisinger zum Sparkurs und Hasan Ismaik geäußert.

Update vom 22. Mai: Die Löwen sind auch in der neuen Saison drittklassig. Diese Nachricht allein gibt schon Raum für Gedankenspiele - ist das gut oder schlecht? Gut, weil man den erneuten Absturz in die Regionalliga vermieden hat. Schlecht, weil man eigentlich andere Ziele hat. Als Hasan Ismaik 2011 beim TSV 1860 einstieg, sprach er davon, die Sechziger in zehn Jahren auf eine Stufe mit dem FC Bayern und dem FC Barcelona zu führen. Viel Zeit bleibt nicht mehr.

Nun äußerte sich Präsident Robert Reisinger zur derzeitigen Situation. Gegenüber der Sport Bild sprach er über den Sparkurs bei den Löwen. Für ihn ist klar: „Hasan Ismaik versucht, sein Investment zu schützen. Ich schütze den Verein. Im Einzelfall können die Interessenlagen deshalb verschieden sein.“

1860-Präsident Reisinger: Wird er wieder gewählt?

Einen wirtschaftlichen Kurs, der den Verein bedrohe oder das gemeinsame Unternehmen noch tiefer in Abhängigkeiten verstricke - den „kann und darf ich nicht unterstützen“, betont Reisinger. Am 30. Juni steht die Mitgliederversammlung an. Der 55-Jährige kandidiert wieder um die Präsidentschaft.

Reisinger sagte gegenüber der Sport Bild weiter: „Alle Ausgaben im Profifußball müssen künftig von den Einnahmen aus Sponsoring, TV-Geldern, Transfererlösen und Ticketing gedeckt sein. Dass das nicht ohne Schmerzen geht, ist uns völlig klar.“ Löwen-Sportdirektor Günther Gorenzel spricht ebenfalls über die aktuelle Situation. Wer war nach dieser turbulenten Saison der beste Löwe? Stimmen Sie ab

TSV 1860: Stimoniaris schimpft über Reisinger - „Jeder Kreisligist wird demokratischer geführt“

Erstmeldung vom 16. Mai: München - Der TSV 1860 spielt auch in der kommenden Saison in der dritten Liga. Nach einer wochenlangen Negativ-Serie war es zuletzt nochmal eng geworden, im Grünwalder Stadion machte man den Klassenerhalt dann aber doch noch perfekt.

Nach dem 3:2-Sieg über Fortuna Köln war die Erleichterung bei Spielern und Fans groß. Gleichzeitig äußerte sich aber auch Trainer Daniel Bierofka und forderte mehr Geld für die neue Saison - schließlich spiele er sonst nur mit einem Innenverteidiger. 

TSV 1860: Stimoniaris fordert Rücktritt vom Präsidium

Nun ist es aber so, dass bei den Löwen ein Konsolidierungskurs angesagt ist. Präsident Robert Reisinger, der vom Verwaltungsrat erneut als Kandidat bei der anstehenden Mitgliederversammlung am 30. Juni bestimmt wurde, möchte diesen Weg weiter gehen. Aufsichtsratschef Saki Stimoniaris, gleichzeitig Sprecher von Investor Hasan Ismaik, ist dagegen anderer Meinung, wie er im kicker nun noch einmal unterstrichen hat. 

Angesprochen auf den Präsidenten sagt er im Artikel (für Abonnenten), dass Reisinger in den vergangenen knapp zwei Jahren nicht bewiesen habe, dass er 1860 gewachsen sei. Damit aber noch nicht genug. Stimoniaris fordert: „Peter Cassalette hat 2017 mit seinem Rücktritt Verantwortung übernommen. Darauf warte ich bis heute von Reisinger, Hans Sitzberger und Heinz Schmidt. Sie waren auch dabei, haben alle Entscheidungen mitgetragen und zugestimmt. Wann übernehmen sie Verantwortung und treten zurück?“

Er wollte selbst Präsident werden, aber ...

Stimoniaris hatte sich selbst um den Posten des Präsidenten beworben, wurde aber abgelehnt. Warum? Das könne er nicht sagen. „Vielleicht weil der Verwaltungsrat meint, bessere Kräfte im Verein zu haben und ich nicht kompatibel mit gewissen Ideen und Marschrichtungen der Gremien bin. Ich halte nichts von einer Hinterzimmer-Politik - vielleicht ist das mein großes Handicap“, heißt es im kicker weiter.

Der Vorsitzende des Verwaltungsrates, der unter anderem aus ehemaligen Vertretern der aktiven Fanszene besteht, ist Sebastian Seeböck. Zu den Gründen, warum Reisinger und nicht Stimoniaris als Präsident kandidiert, meinte er, dass es eine Entscheidung zugunsten des derzeitigen Präsidiums gewesen sei. 

TSV 1860: Problem in der Satzung?

Dazu muss erklärt werden: Laut Satzung müssen sich Interessenten beim Verwaltungsrat bewerben. Dieser siebt dann den Kandidaten für eine Stelle aus. Theoretisch könnte der Verwaltungsrat also auf einen potenziellen Präsidenten setzen, der seine Interessen vertritt. Wird er bei der Mitgliederversammlung abgelehnt, beginnt das Spiel von vorne: Bewerbung beim Verwaltungsrat, Auswahlverfahren, neue Wahl - und immer so weiter. 

Seeböck sieht in diesem Konzept durchaus Verbesserungspotenzial. „Wer etwas ändern will, ist als Mitglied eingeladen, einen fundierten Antrag auszuarbeiten und ihn rechtzeitig vor der Versammlung zur Abstimmung einzureichen“, sagt er gegenüber dem kicker. Eine Chance für Stimoniaris? Seine Haltung ist klar: „Momentan wird jeder Kreisligist demokratischer geführt als 1860“, heißt es im Artikel weiter. Gute Nachrichten gibt es für die Löwen aber auch: Der Hauptsponsor will mehr investieren.

akl

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