"Bitter, dass er geht"

Funkel-Aus: So reagieren die Spieler

München - Die Spieler hatten es am Mittwochnachmittag auf dem Trainingsplatz von Friedhelm Funkel selbst erfahren, dass er über das Saisonende hinaus nicht weitermachen wird.

Und bei fast allen wurde diese Entscheidung mit Bedauern aufgenommen. „Diese Nachricht ist ganz bitter“, sagte Daniel Adlung, dessen Formkurve sich in den vergangenen Wochen immer weiter nach oben bewegt hat. Kai Bülow  wiederum nahm das Ganze mit einer Portion Fatalismus auf. „Tja“, sagte er, „so ist das Geschäft.“ Trainer kommen und gehen, vor allem beim TSV 1860.

Für Kapitän Guillermo Vallori  war das Ganze dennoch eine „Überraschung“, wie er gestern sagte, „schließlich haben wir in den letzten vier, fünf Spielen schon gute Leistungen gezeigt.“ Und er fügte hinzu: „Ich hätte gern mit Friedhelm Funkel weitergemacht. Aber wir müssen seinen Entschluss akzeptieren. Wir sind nur die Spieler.“

Funkel im Kreis seiner Mannschaft: "Wir können noch Platz fünf erreichen."

Markus Steinhöfer, der im Januar ja nicht zuletzt wegen Funkel, mit dem er schon zu gemeinsamen Frankfurter Zeiten bestens klargekommen war, aus Sevilla an die Grünwalder Straße wechselte, folgte dem allgemeinen Tenor. „Wir Spieler bedauern diese Entscheidung“, erklärte er, „aber ich denke, Friedhelm Funkel hatte seine Gründe. Und nach dem ganzen Hin und Her in den vergangenen Wochen musste ja jetzt eine Entscheidung fallen.“

"Wir müssen seinen Entschluss akzeptieren. Wir sind nur die Spieler"

Markus Schwabl  wiederum fand es „überraschend, dass der Trainer es zum jetzigen Zeitpunkt bekannt gegeben hat, ausgerechnet in einer Phase, nachdem ich jetzt dreimal hintereinander in der Anfangself gestanden habe.“ Und dann fügte er augenzwinkernd hinzu: „Ich hoffe nicht, dass Funkel uns deshalb verlässt, weil er in letzter Zeit auf mich als Innenverteidiger zurückgreifen musste.“ Jetzt gehe es, nicht nur für ihn, „wieder bei Null los“, sagte der 23-Jährige, „aber der Fußball ist ja schnelllebig, gerade beim TSV 1860. Du weißt halt nie, was als Nächstes kommt.“

Schwabls Abwehrkollege Christopher Schindler  dachte gleich mal einen Schritt weiter. „Wir müssen jetzt schnell einen Nachfolger finden“, riet er.

Youngster Julian Weigl  hob hervor, was er Funkel, der ihm im Winter den Sprung in den Profifußball ermöglicht hatte, zu verdanken habe. „Der Trainer hat mir das Vertrauen geschenkt“, sagte er, „diesen Mut musst du bei einem 18-Jährigen erst mal haben.“ Aber Trainerwechsel habe er auch früher schon einige mitgemacht, meinte Weigl. „In der Jugend habe ich auch schon viele kommen und gehen gesehen.“

Dominik Stahl, der sich unter Funkel fast schon zu einer Art Torjäger entwickelt hatte, tat sich, wie etliche andere auch, schwer, die Entscheidung nachzuvollziehen: „Wir hatten doch in letzter Zeit ein ganz anderes Auftreten gezeigt.“ Was er offenbar an Funkel festgemacht hatte und deshalb Sinn in einer weiteren Zusammenarbeit gesehen hätte.

Für Benny Lauth  ist es in knapp sechs Jahren der sechste Trainer, der sich mehr oder weniger vorzeitig vom TSV 1860 verabschiedet, dennoch hat er eine Premiere ausgemacht: „Dass einer sagt, er geht, aber noch bis zum Saisonende weitermacht, ist neu für mich. So etwas hatten wir hier noch nie.“

Jetzt ist der 32-Jährige gespannt, wer neuer Trainer und neuer Sportdirektor wird: „Dann werde ich ja wissen, ob man mit mir noch plant oder nicht.“ Lauths Vertrag läuft zum Saisonende aus. Bei Funkel ist der verhinderte Torjäger zuletzt ja kaum noch zum Zug gekommen.

tz

Quelle: tz

Rubriklistenbild: © sampics / Stefan Matzke

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