Präsidium äußert sich

Der Streit bei 1860 geht weiter

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Löwen-Präsident Robert Reisinger konnte keinen Konsens über eine Fremdfinanzierung mit 1860-Investor Ismaik erzielen.

Uneinigkeit über das Management des TSV 1860 zwischen Löwen-Präsident Robert Reisinger und Ismaik-Sprecher Sakis Stimonaris überschatten den jüngsten sportlichen Aufwärtstrend der Blauen.

Rein sportlich hat sich die Lage beim TSV 1860 beruhigt, die Löwen verkörpern bei jeweils neun Punkten Abstand zur Auf- und Abstiegszone  das halbwegs sichere Mittelfeld in der Dritten Liga. Blaue Langeweile muss der geneigte Beobachter trotzdem nicht befürchten. Denn Sechzig wäre nicht Sechzig, wenn die Unruhe nicht an anderer Stelle aufflammen würde: im verminten Grenzgebiet zwischen den beiden Gesellschaftern der  Profifußball-GmbH. 

Wie zwei Käfigkämpfer stehen sich Robert Reisinger und sein Herausforderer Saki Stimoniaris gegenüber. Doch während der Ismaik-Sprecher die Muskeln spielen lässt und den e.V.- Präsidenten jüngst wiederholt als  ideologiegetriebenen Blockierer  hinstellte, hielt sich Reisinger zurück. Bis gestern. Als Reaktion auf Stimoniaris’ Wahlkampf-Aussagen, wonach Reisingers Konsolidierungskurs die Löwen geradewegs an die Wand führe, veröffentlichte das Präsidium vier Wochen nach der letzten Aufsichtsratssitzung ein Statement auf der Vereinshomepage tsv1860.org, das die Debatten nicht eindämmen wird. 

TSV 1860: Präsidium nennt vier mögliche Szenarien vor

„Perspektive der Profifußball-Tocher für die kommenden drei Jahre“ heißt es in der Überschrift. Es folgt eine Zusammenfassung der Strategie- und Etatberatungen in besagter Sitzung. So seien den Gesellschaftern von Geschäftsführer Michael Scharold u.a. vier Entwicklungsmodelle für die nähere Zukunft vorgestellt worden. 

1.: Eigenfinanzierung ohne Fremdmittel.   

2.: Eigenfinanzierung und Entlastung der Profi-GmbH durch eine temporäre Rücknahme des NLZ, der U 21 und U 19. 

3.: Fremdfinanzierung durch Genussschein-Darlehen (zwei Millionen Euro, sofort zu überweisen). 

4.: Das Ganze in unbegrenzter Höhe. 

Laut dem von Reisinger und seinen Vizepräsidenten unterzeichneten -Schreiben hätte der e.V. Modell Nr. 2 favorisiert, Ismaiks Vertreter hätten „ohne nähere inhaltliche Begründung“ abgelehnt. Da auch über eine Fremdfinanzierung kein Konsens erzielt wurde, plane die Geschäftsführung „bis auf Weiteres“ mit Konsolidierungs-Szenario 1.

 Warum man Ismaik nicht traut, wird mit der teilweisen Nicht-Umwandlung von Darlehen zum 31.12. 2018  begründet, die der DFB mit einem Bußgeld geahndet habe (nach tz-Informationen 150 000 Euro). Auch die Aufnahme eines dritten Gesellschafters thematisiert der e.V. Es gäbe „seriöse Interessenten“ - Ismaik hätte der Option allerdings eine „spontane Absage“ erteilt. Ob sich die Fronten bei der nächsten Aufsichtsratssitzung im April zum Wohle der sportlichen Perspektive aufweichen lassen? Nicht nur Trainer Bierofka und Sportchef Gorenzel hoffen auf einen Kompromiss. Und Ruhe im blauen Käfig.

Ludwig Krammer

Lesen Sie auch: Athanasios Stimoniaris warnt davor, dass Löwen-Trainer Daniel Bierofka den TSV 1860 aufgrund des eingeschlagenen Konsolidierungskurses verlassen könnte.

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