1860 verliert Trainingsspiel gegen zweite Mannschaft

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Verstärkung für die Löwen: Kapitän Benny Lauth (r.) ist ins Training zurückgekehrt.

München - Nach dem Sieg gegen Frankfurt sind die Löwen im Trainingsspiel gegen die zweite Mannschaft nur zu einer müden Leistung fähig. Sportdirektor und Trainer zeigen sich besorgt.

Florian Hinterberger, der Sportdirektor des TSV 1860, saß auf einer Bank unweit des Löwen-Stüberls, und als er den sportiven Bemühungen auf dem Trainingsplatz zusah, legte sich seine ohnehin mitgenommene Stirn in noch tiefere Falten. Auf dem angrenzenden Spielfeld kickte die erste Mannschaft gegen die zweite, und was Hinterbergers Aufmerksamkeit erregte, stimmte ihn zumindest bedenklich. „Das gefällt mir nicht“, sagte er, „das ist nicht sehr schön.“ Gemeint waren die müden bis konfusen Aktionen der Paradeelf. Hinterberger sah sich dabei auch veranlasst, ins Grundsätzliche zu gehen: „Nach so einem Spiel wie gegen Frankfurt läuft man Gefahr, den nächsten Gegner zu unterschätzen.“

Am vergangenen Samstag noch hatten die Löwen erheblichen Glanz verbreitet, indem sie Eintracht Frankfurt mit 2:1 besiegten und damit den Tabellenführer stürzten. Am Sonntag steht das Gastspiel beim Tabellen-15. Alemannia Aachen (13.30 Uhr) auf dem Programm. Von der Papierform her also eine scheinbar locker lösbare Aufgabe. Doch Hinterberger verweist auf die Leistungsschwankungen in dieser Saison: „Das war ein Auf und Ab - da brauchen wir uns nichts vormachen.“

Während des Trainingsspiels machte auch Reiner Maurer nicht gerade den freundlichsten Eindruck. Mehrmals kommentierte er den Schlendrian in vehementer Lautstärke. Offiziell wollte sich der 1860-Trainer aber nicht allzu kritisch äußern. Auch wenn er einräumte: „Einige Spieler waren sehr müde.“ Zudem merkte Maurer an, dass das jüngste Erfolgserlebnis längst noch kein dauerhaftes Hoch garantiere: „Soviel Lob haben die Spieler schon lange nicht mehr abgekriegt, da kann es schnell passieren, dass man nachlässig wird.“ Von der Moral her, so der Coach, „tut man sich gegen den Tabellenführer leichter als gegen eine Mannschaft aus dem unteren Drittel.“

Dabei wäre die Gelegenheit für den Tabellensechsten günstig, sich noch vor der Winterpause im Verfolgerfeld zu etablieren. „Ich bin jetzt nicht so vermessen, zu verlangen, dass wir noch unter die ersten Drei durchbrechen“, erklärte Hinterberger. Zumal die führenden Teams überaus souverän vorneweg marschierten. „Aber der eine oder andere wird noch wackeln.“ Weswegen der Sportdirektor Chancen sieht, „da oben noch hinzuschnuppern“.

Immerhin hat sich die Lage personell etwas aufgehellt. Benny Lauth, den zuletzt Rückenprobleme plagten, ist gestern ins Training zurückgekehrt. Die angeschlagenen Stefan Aigner und Sandro Kaiser üben ab heute wieder mit. Und auch der ebenfalls von Rückschmerzen heimgesuchte Necat Aygün, der in den vergangenen Wochen der 1860-Hintermannschaft neuen Halt gab, wird in Aachen wieder einsatzfähig sein.

Das Trainingsspiel verlor die erste Mannschaft übrigens mit 0:3; Hinterberger verabschiedete sich vorzeitig mit den Worten: „Na, des gefällt mir wirklich net.“ Abwehrrecke Aygün machte sich seinen eigenen Reim auf den tristen Vormittag: „Mir ist lieber, dass in einer Trainingseinheit alles schief geht, als am Spieltag.“ So kann man es natürlich auch sehen.

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