1. kreisbote-de
  2. Sport
  3. 1860 München

Türkgücü empfängt die Löwen: Stadt-Duell mit Abschieds-Charakter vor 8000 Zuschauern

Erstellt:

Von: Ludwig Krammer

Kommentare

Marco Hiller hatte in Meppen einiges zu tun.
Marco Hiller hatte in Meppen einiges zu tun. © via www.imago-images.de

Der erste Versuch am 25. Januar fiel dem Corona-Ausbruch bei den Löwen zum Opfer, morgen steht dem kleinen Derby zwischen dem TSV 1860 und Türkgücü München nichts mehr im Weg.

München – Unser Check vor dem Aufeinandertreffen der ungleichen (Noch)-Rivalen.

Ausgangslage: 1860 erlebte ein Wochenende nach bekanntem Muster: Die Konkurrenz ließ Federn im Aufstiegskampf, dummerweise schafften auch die Giesinger in Meppen keinen Dreier, gaben mit einer schwachen zweiten Halbzeit zum zweiten Mal in Folge eine Führung aus der Hand. Erkenntnis von Torschütze Richy Neudecker: „Am Ende haben wir zu wenig gemacht, nicht konsequent genug verteidigt. Das ist der Knackpunkt.“ Bei Türkgücüü gibt es davon einige. Die Perlacher warten seit dem 17. Oktober (1:0 gegen Wehen) auf einen Sieg und haben angesichts des bevorstehenden Neun-Punkte-Abzugs nach Insolvenzanmeldung keine realistische Chance auf den Klassenerhalt. Trainer Wolfgang Heraf hofft auf Schaufenster-Motivation. Die Spieler könnten sich für „andere Vereine“ interessant“ machen, so der Wiener. Zuletzt gelangen Türkgücü zwei Unentschieden gegen die Aufstiegsanwärter Osnabrück und Mannheim.

Rückhalt: Konstant stark präsentieren sich bei beiden Clubs die Torhüter. Fanliebling Marco Hiller, 24, ist die blaue Lebensversicherung, auch in Meppen zeigte das Eigengewächs sein Potenzial für höhere Aufgaben. Nicht ohne Grund will 1860 den auslaufenden Vertrag mit dem Keeper unbedingt verlängern. Bei Türkgücü macht Franco Flückinger, 30, Werbung in eigener Sache. Am Samstag brachte der Ex-Burghauser die Mannheimer reihenweise zur Verzweiflung. „Er hat heute acht, neun Chancen gehalten, die ein Torwart normalerweise nicht hält“, staunte Stürmer Dominik Martinovic.

TSV 1860: Warten auf Ismaik bei Vertragsverlängerungen

Finanzen: Das Projekt, zweite Kraft in München zu werden, ist krachend gescheitert. Statt im Aufstiegskampf befindet sich Türkgücü in der Insolvenz (Aktenzeichen 1513 IN 198/22). Präsident Hasan Kivran sah nach dem gescheiterten Börsengang keinen Sinn mehr darin, Millionen-Löcher zu stopfen. Nun geht es darum, den Spielbetrieb bis Saisonende zu sichern. Dem Finanzdienstleister, der kürzlich als Trikotsponsor einstieg, müssten weitere Unterstützer folgen, um es bis in den Mai zu schaffen, heißt es im Club. Existenzangst gibt es bei 1860 nicht, Hasan Ismaik lässt seine Profi-KGaA nicht in die Zahlungsunfähigkeit rutschen. Allerdings wartet die Geschäftsführung weiter auf die Etatfreigabe für die neue Saison. Bis dahin liegen Transfers und Vertragsverlängerungen (u.a. Hiller, Lang, Neudecker, Dressel) auf Eis. Der Knackpunkt: Ismaik muss entscheiden, ob die Mehreinnahmen aus dem DFB-Pokal und Sponsoring von 900 000 Euro für den Etat verwendet werden dürfen oder in den Corona-Überbrückungskredit fließen.

Fans: Türkgücü erwartet zum Spiel am Mittwochabend um die 8000 Zuschauer im Olympiastadion, eine Tageskasse wird es vor Ort nicht geben. Wie zu hören war, sollen über drei Viertel der bisher verkauften 6000 Karten an Fans des TSV 1860 gegangen sein. (Ludwig Krammer)

Auch interessant

Kommentare