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Bär: „Vier, fünf Stück hätten es in der zweiten Halbzeit noch sein müssen“

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Von: Uli Kellner

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1860-Stürmer Marcel Bär trifft per Elfmeter zum 2:0 bei Viktoria Berlin
Schütze Nummer fünf beendet die Elfmeterkrise: Marcel Bär trifft aus elf Metern zum 2:0-Endstand. © Sampics / Christina Pahnke

Das ging leichter als erwartet: Der Löwen-Sieg bei Viktoria Berlin war bereits nach 20 Minuten eingetütet, danach jedoch verpassten Lex & Co. ein Schützenfest.

Stefan Lex schüttelte den Kopf, als ihn Michael Köllner fünf Minuten vor Schluss vom Platz holte. Der 1860-Kapitän hatte gut gespielt und auch den Strafstoß herausgeholt, den Marcel Bär zum 0:2 verwandelte. Was den Linksaußen jedoch grämte: Selber hatte es nicht mit einem Tor geklappt – und überhaupt hatten seine Löwen die Chance ausgelassen, ein Schützenfest im Berliner Jahn-Sportpark zu feiern. 2:0 (2:0) siegten Lex & Co. am Ende, schlossen nach Punkten zu Saarbrücken auf, hätten aber mit zwei weiteren Treffern selber auf Platz vier vorrücken können. In der Nachspielzeit schoss der eingewechselte Greilinger freistehend übers Viktoria-Tor – ein Sinnbild des Spiels, in der die Giesinger Seriensieger arg gnädig mit den Gastgebern umgegangen waren.

„Das soll jetzt nicht respektlos rüberkommen, aber vier, fünf Stück in der zweiten Halbzeit hätten es noch sein müssen“, sagte Bär selbstkritisch, derweil sein Trainer lieber die positiven Aspekte des vierten Löwen-Dreiers in Serie herausstrich. „Wir hätten sechs, sieben oder acht Tore schießen können, aber egal: Wir wollten hier gewinnen und dominant auftreten, das war der Auftrag. Hut ab, dass wir die Englische Woche mit dem Sieg heute richtig vergolden konnten.“

Wir hätten sechs, sieben oder acht Tore schießen können, aber egal: Wir wollten hier gewinnen und dominant auftreten, das war der Auftrag. Hut ab, dass wir die Englische Woche mit dem Sieg richtig vergolden konnten.

1860-Coach Michael Köllner

Schon Mitte der ersten Halbzeit hatten die Gäste aus München in den entspannten Wochenend-Modus geschaltet. Die knapp 2000 mitgereisten Löwen-Fans stimmten fröhliche Endlosgesänge an – und auf dem Rasen zelebrierten die 1860-Profis ihre Überlegenheit. Früher als erwartet war ein Trainingsspiel aus dem Duell mit dem Überraschungsteam der ersten Saisonphase geworden. Der aufstrebende Erik Tallig hatte schon nach drei Minuten die Weichen auf Sieg gestellt, als sein Strafraum-Dribbling zweifach abgefälscht im Kasten der Viktoria landete (3.). Eine gute Viertelstunde später profitierte Bär von der Umtriebigkeit des für den Aufsteiger nie zu stoppenden Löwen-Kapitäns. Pinckert hatte Lex beidbeinig im Strafraum zu Fall gebracht – Elfmeter war die logische und auch von den Gastgebern nicht infrage gestellte Entscheidung. Bär schnappte sich den Ball, drosch ihn hoch und mittig ins Netz und schraubte sein Trefferkonto auf 14 hoch. Erfreulich: Nach den seriellen Fehlschüssen der Hinrunden-Löwen vom Kreidepunkt (Mölders, Steinhart, Dressel, Staude) scheint Köllner in Bär den richtigen Elferschützen für den Ligaendspurt gefunden zu haben.

Die zweite Halbzeit brachte dann eine Fortsetzung der Löwen-Dominanz, aber wie erwähnt keine weiteren Tore, obwohl die schwache Berliner Gegenwehr dazu einlud, das Torverhältnis kräftig aufzubessern. Trotzdem: Eine reifer Löwen-Auftritt, der zur Frage führte: Ist mit 1860 jetzt endgültig im Aufstiegskampf zu rechnen? „Wir haben Spaß am Fußball“, mauerte Bär, „und so wollen wir das in den nächsten Wochen weiterfahren.“ Köllners Meinung dazu: „Verliere ich am Sonntag in Mannheim, wird es heißen: Das war jetzt doch nur ein kurzes Hoch . . .“

Bitter: Lex wird beim Verfolgerduell im Carl-Benz-Stadion wegen seiner fünften Gelben Karte fehlen. Nach einem weiteren Strafraumsturz in der zweiten Halbzeit hatte er Gelb wegen einer Schwalbe gesehen – seine fünfte Verwarnung, die ihn zu einem spielfreien Wochenende zwingt. Auch das dürfte ihm durch den Kopf gegangen sei, als er mit Grantelmiene vom Platz trottete.

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