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1860-Abteilungsleiter Beer zieht sich zurück: „Irgendwann ist die Luft raus“

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Von: Uli Kellner

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Roman Beer steht bei der Mitgliederversammlung des TSV 1860 am Rednerpult.
Ab Sommer nur noch Mitglied und Fan: Roman Beer, seit neun Jahren Fußball-Abteilungsleiter beim TSV 1860. © Imago

Roman Beer, einer der einflussreichsten Köpfe des e.V., kündigte zum Sommer seinen Rückzug als Leiter der Fußball-Abteilung an. Warum, verrät er im Interview.

Herr Beer, sind Sie Ihrer Löwen überdrüssig?

Beer: Davon kann nicht die Rede sein. Zu einem Großteil sind es private Gründe: Ich bin vor gut einem Jahr Vater geworden und möchte meine freie Zeit an den Feierabenden und am Wochenende mehr meiner Familie widmen. Und für die FA (= Fußball-Abteilung/Red.) ist es sicher mal ganz gut, neue Leute ranzulassen.

Sie sind doch erst 42.

Beer: Schon, aber viele Abläufe wiederholen sich, zum Beispiel das ständige Thema der Finanzen. Irgendwann ist die Luft raus, das ist wohl ganz normal nach 20 Jahren in diversen Ehrenämtern rund um 1860. Ich sehe die große Chance, dass da frischer Wind reinkommt.

Ich sehe die große Chance, dass da frischer Wind reinkommt.

Roman Beer, 42, scheidender Fußball-Abteilungsleiter des TSV 1860 eV.

Ihr Steckenpferd war stets der eigene Nachwuchs – und das Thema Stadion.

Beer: Wobei ja nur das Erste mit meiner ehrenamtlichen Funktion in der FA zu tun hat. Beim Thema eigener Nachwuchs sind wir sehr gut aufgestellt und in der 3. Liga an der Spitze - im Herbst dürfen wir einen hohen Betrag aus dem DFB-Fördertopf erwarten (von den insgesamt 2,95 Mio. Euro/Red.). Aus Sicht der 3. Liga ist es ein bisschen traurig, dass dafür zwei bei den Profis eingesetzte Talente reichen: Niklas Lang und Fabian Greilinger; andere Talente wie Leo Morgalla haben ja erst ein paar Minuten – und Spieler wie Hiller, Dressel, Tallig oder Belkahia fallen aus der Wertung, da sie zum Stichtag 1. Juli über 21 Jahre alt waren.

Und was das Thema Stadionausbau angeht?

Beer: Wenn es gewünscht ist, werde ich mich da mit Rat und Tat einbringen, aber es ist nicht so, dass ich sofort wieder das nächste Amt anstrebe.

Fan bleiben Sie aber, oder?

Beer: (lacht) Selbstverständlich. Seit es wieder ging, war ich bei den meisten Spielen auf meinem Stammplatz in der Kurve. Ich werde auch weiterhin Mitgliederversammlungen besuchen, aber ohne den zeitlichen Aufwand vor und nach der Veranstaltung. Ab Sommer hat die Familie Vorrang.

Interview: Uli Kellner

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