Kiez-Kicker Ludwig will die Löwen dirigieren

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Alexander Ludwig zeigt sein Tattoo.

St. Johann - Wenn Alexander Ludwig den linken Ärmel seines T-Shirts hochzieht, erkennt man auf der Innenseite des Oberarms ein Tattoo: Eine Krone und das Bild einer Frau.

Die Aufklärung liefert der Löwen-Neuzugang prompt: „Das ist Königin Elisabeth von Thüringen. Thüringen, da komme ich her und ich will damit ausdrücken, dass ich sehr heimatverbunden bin. Ich stamme aus einem kleinen Ort aus der Nähe von Erfurt.“

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Jetzt allerdings, wo er in Bayern lebt, würde es sich eigentlich anbieten, auf den rechten Arm noch ein weiteres Tattoo stechen zu lassen: König Ludwig – würde doch bestens passen, oder? Der Mittelfeldspieler schaut etwas irritiert drein: „Leute, ich kenn mich noch nicht so aus in Bayern. Und ich war auch noch nie in München, bevor ich zu 1860 kam. Außer mal zu einem Spiel in der Allianz Arena mit Dresden.“

Der Mann hat mit seinem Wechsel – er kam vom FC St. Pauli – also absolutes Neuland betreten. Rumgekommen ist der 25-Jährige als Fußballer allerdings schon sehr viel in Deutschland. Bereits mit 15 verließ der talentierte Kicker sein Elternhaus und wechselte in die Nachwuchsakademie von Werder Bremen. „Das war keine schlechte Schule“, sagt Ludwig anerkennend, „und Werder hat mir mit 18 dann auch einen Fünfjahresvertrag als Profi angeboten.“ Den hat Ludwig abgelehnt, „weil mein Berater meinte, ich solle zu Hertha BSC wechseln“. Ein schlechter Rat vom Berater, von dem sich Ludwig auch längst getrennt hat. „Wäre ich in Bremen geblieben, wäre ich schon längst Deutscher Meister“, ärgert er sich heute noch.

So zog er also in die Hauptstadt, wo er die Herren Huub Stevens, Hans Meyer und Falko Götz kennenlernte. Letzterer ist einer von zwei ehemaligen Löwen-Trainern, mit denen es Ludwig schon zu tun hatte. Der andere war Peter Pacult in der Zeit bei Dynamo Dresden. „Pacult war der härteste Trainer, den ich bisher hatte“, sagt er und grinst: „Aber man weiß ja, woher er das hatte. Von einem gewissen Werner Lorant…“

Die besten Lorant-Sprüche

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Weder mit Götz noch mit Pacult ist Ludwig zurechtgekommen: „Götz, den schönen Falko, habe ich ja bei der Hertha zweimal gehabt. Und als er von 1860 nach Berlin zurückgekehrt ist, ist er auf einmal ziemlich arrogant gewesen.“ Und was war mit Pacult? Ludwig: „Bei ihm bin ich richtig gegen die Wand gelaufen. Dem hat mein Lebenswandel nicht gepasst.“

Durchaus nicht zu Unrecht, wie der Mittelfeldspieler heute eingesteht. Als junger Spieler habe er sich halt die Hörner abgestoßen und vieles ausprobiert, was man sich als Profi erlauben darf und was nicht. Beim TSV 1860 brauche man sich in dieser Beziehung allerdings keine Sorgen mehr zu machen. „Seit meinem Wechsel vor zwei Jahren zum FC St. Pauli gehts bei mir bergauf“, sagt Ludwig. Nicht von ungefähr hat ihn ja auch die halbe zweite Liga gejagt und der ein oder andere Erstligist. Ein Mittelfeldspieler mit zehn Saisontreffern weckt eben Begierden.

Jetzt ist er also in München. Möglicherweise fiel die Entscheidung für die Löwen auch deshalb, weil er eine neue Sprache lernen wollte. Ludwig: „Bisher verstehe ich nämlich kein Wort, wenn einer bayrisch spricht…“Auf Wohnungssuche ist er auch noch. „Am liebsten wäre mir so was wie in Hamburg das Schanzenviertel“, sagt er, „da habe ich die letzten zwei Jahre gelebt. Alternativ, multikulti – das gefällt mir am besten.“

Claudius Mayer

Nackte Tatsachen im Fußballstadion

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