Der Löwe tritt vom Nationalteam zurück / Schüsse in Angola

Felhi: Aus in Tunesien!

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Wieder zurück im verschneiten München: Radhouene Felhi Dienstag Vormittag beim Lauftraining der Löwen

München - Abwehrchef Radhouene Felhi ist zurück an der Grünwalder Straße und erklärt seinen Rücktritt aus der tunesischen Nationalelf. Auch nahe dem Teamhotel seien Schüsse gefallen, erzählt er.

Den Temperaturunterschied hat er locker verkraftet. Von den 31 Grad in Angola ins frostige und verschneite München – das war für Radhouene Felhi nach seiner Rückkehr vom Afrika Cup kein Problem. Dienstag Vormittag nahm der Tunesier bereits wieder am Training der Löwen an der Grünwalder Straße teil und verriet: „Ich werde nie mehr für unsere Nationalmannschaft spielen!“ Und ein Zurück wird es nach 29 Länderspielen für ihn mit Sicherheit nicht mehr geben. Felhi: „Ich habe meinen Abschied auch offiziell im tunesischen Fernsehen verkündet.“

Der 25-Jährige war total frustriert. Nicht eine einzige Minute ist er beim Afrika Cup zum Einsatz gekommen, und das, obwohl die Mannschaft alles andere als erfolgreich abgeschnitten hat. Nach drei Unentschieden gegen Sambia, Kamerun und Gabun durften die Tunesier bereits nach der Vorrunde wieder die Koffer packen. Felhi: „Wir haben einen neuen Trainer, der auf viele neue Spieler gesetzt hat.“ Für den Löwen eine riesige Enttäuschung: „Mental war das für mich ganz schlecht zu verarbeiten, dass ich dreimal nur auf der Bank gesessen bin und gleichzeitig meinem Verein gefehlt habe. Aber wenn ich in der Nationalmannschaft nur als Zuschauer gefragt bin – dann ist halt ganz Schluss.“

Ewald Lienen soll’s recht sein. Der Löwen-Coach ist von Haus aus nicht glücklich gewesen, dass sein Abwehrchef zu Beginn der Rückrunde nicht zur Verfügung stand. Felhis Entschluss, von dem der Trainer Dienstag früh vor dem Training erfuhr, kam bei Lienen gut an.

Über die Geschehnisse beim TSV 1860 hat sich ­Felhi auch in Afrika stets auf dem Laufenden gehalten: „Die Tore in Koblenz und gegen Hansa Rostock habe ich im Internet gesehen, und jetzt muss ich halt schauen, dass ich mich für das Spiel am Sonntag in Karlsruhe wieder ranarbeite.“

Angola bleibt für Felhi aber nicht nur wegen der sportlichen Enttäuschung in unangenehmer Erinnerung. „Die Geschichte mit dem Terroranschlag auf die Mannschaft von Togo war natürlich furchtbar“, sagt er, „und auch bei uns in Lubango haben wir nachts, wenn wir im Bett lagen, draußen oft Schüsse gehört.“ Durfte die Mannschaft überhaupt das Hotel, außer zum Training, verlassen? Felhi: „Es gab keinen Grund, rauszugehen, so trist, wie die Umgebung dort war…“

Claudius Mayer

Quelle: tz

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