King Kiraly, der Pokalheld

+
Dank Gabor Kiraly konnten die Löwen in der zweiten Runde des DFB-Pokals einen Sieg feiern. Der Löwen-Keeper hielt im Elfmeterschießen den entscheidenden Strafstoß von Kacar.

München - Zwei Löwen fahren zur WM, der Hoffnungsträger fällt ein halbes Jahr aus, und im DFB-Pokal besiegt 1860 einen Erstligisten. Der Löwen-September im Rückblick.

Das Löwen-Jahr 2009:

Januar: Die Euphorie hat einen Namen

Februar: Großes Geld, kurz zu Besuch

April: Ein Wolf wird leise und im Training fliegen Fäuste

Mai: Wolf geht, Lienen macht's

Juni: Eine Jogginghose für die Fanartikel-Abteilung

Juli: Miki Stevic fegt den Transfermarkt leer

August: Traumstart, doch dann kam die Krise

Da war er wieder, der Angreifer, den Stefan Reuter als eines der größten Sturmtalente in Deutschland angepriesen hatte. Im September kehrte Marvin Pourie zu den Löwen zurück. Nachdem "Prügel-Pourie" nach einer Schlägerei mit Torben Hoffmann im Frühjahr aus der Mannschaft geflogen war, hatte man versucht, den Spieler beim 1. FC Kaiserslautern unterzubringen - ohne Erfolg. Obwohl Pourie sechs Wochen bei den Roten Teufeln mittrainiert hatte, landete er am Ende doch wieder beim TSV. Schalke 04, der Besitzer der Transferrechte, legte Wert auf eine Ausbildung bei den Löwen. Ein anderes Sorgenkind der Münchner durfte dagegen im September seine weiß-blaue Zukunft endgültig begraben. Nachdem Antonio di Salvo im Sommer keinen neuen Verein gefunden hatte, verbannte ihn Trainer Ewald Lienen aus dem Kader. "Fit halten ja, trainieren nein" hieß es ab sofort für den Stürmer.

Sportlich fing es im Wiesn-Monat dagegen besser an, als es im August aufgehört hatte. Mit 3:1 bezwang der TSV 1860 die SpVgg Greuther Fürth. Für den Sieg mussten die Löwen jedoch teuer bezahlen: Florin Lovin, der neue Stratege im defensiven Mittelfeld, verletzte sich nach einem Pressschlag mit Mokhtari schwer. Nach einem Riss im vorderen Kreuzband und einem Innenbandriss sollte Lovin mindestens sechs Monate ausfallen.

Wie schmerzlich Lovin den Löwen fehlte, merkte man bereits im Spiel gegen Aachen. Beim 0:2 gegen die Alemannia hatten Lauth und Co. nicht den Hauch einer Chance.

Zwei Löwen erfuhren in dieser Zeit von dem Schaffen ihrer Mitspieler nur aus zweiter Hand. Florian Jungwirth und Manuel Schäffler spielten mit der deutschen U20-Nationalmannschaft in Ägypten um den WM-Titel. Bereits im ersten Spiel gegen die USA (6:1) durften sich die beiden 60er in die Torschützenliste eintragen.

Jahresrückblick: Die Löwen im September 2009

Jahresrückblick: Die Löwen im September 2009

Der September der Münchner Löwen begann mit einer Rückkehr. Marvin Pourie, der im Frühjahr nach einer Prügelei auf dem Trainingsplatz suspendiert worden war, tauchte nach einem geplatzten Wechsel zum 1. FC Kaiserslautern wieder bei den Löwen auf.
Für Antonio di Salvo war dagegen ab September die Zeit bei den Löwen als Profispieler endgültig vorbei. Nach dem er im Sommer keinen Verein gefunden hatte, durfte er nicht mehr mit der Mannschaft trainieren. © Getty
Zwei weitere Löwen gehörten im September ebenfalls nicht zum Kader: Manuel Schäffler und Florian Jungwirth vertraten die U20-Nationalmannschaft bei der WM in Ägypten.
Für die Löwen ging der September gut los. 3:1 gewann der TSV das Heimspiel gegen Greuther Fürth.
Doch der Sieg war teuer.
Bereits in der Anfangsphase verletzte sich Florin Lovin schwer. © sampics
Der Mittelfeldspieler zog sich einen Riss im vorderen Kreuzband und einen Innenbandriss zu. Er sollte ein halbes Jahr ausfallen. © sampics
Die richtige Tracht für die Wiesn: Im September wurden die Löwen eingekleidet. © sampics
Für den waschechten Münchner Stefan Aigner war der Termin nichts besonderes. Bei Kenny Cooper und Sascha Rösler gehört die Lederhose dagegen nicht zum festen Bestandteil im Kleiderschrank. © sampics
Bereits gegen Aachen war die Luft bei den Löwen schon wieder raus.
Mit 0:2 kam die Mannschaft von Ewald Lienen unter die Räder.
Im September stand auch das wichtige Pokalspiel gegen Hertha BSC an.
In der zweiten Runde des Wettbewerbs gingen die Löwen früh in Führung. © AP
Nach dem 2:0 durch US-Rakete Kenny Cooper begannen die Löwen schon zu träumen. © AP
Der Amerikaner traf nach schöner Vorarbeit von Sandro Kaiser. © AP
So schön kann Fußball sein. Doch die Löwen gaben das Spiel wieder aus der Hand. © sampics
Nach mehreren Wechselfehlern von Ewald Lienen stimmte bei 60 die Zuordnung nicht mehr. Berlin glich aus. Es kam zum Elfmeterschießen.
Im Elfmeter-Krimi stellte Gabor Kiraly unter beweis, warum ihn Miki Stevic zu den Löwen geholt hatte. © sampics
Der Ungar hielt den entscheidenden Elfmeter von Kacar und war der Held des Abends.
Dass wars dann aber auch schon wieder mit der Euphorie bei den Löwen. © dpa
Im Ligabetrieb gegen den SC Paderborn ließen die Spieler wieder all das vermissen, was sie im Pokal so eindrucksvoll unter Beweis gestellt hatten: ... © sampics
... Kampfkraft, Elan, Zweikampfstärke und Zug zum Tor. © sampics
Es war zum Verzweifeln. Die Löwen wirkten platt, hatten nur wenige Torchancen. © sampics
Zu allem Überfluss sah Stefan Aigner nach einer Tätlichkeit auch noch die rote Karte. © sampics
Der obligatorische Wiesnbesuch durfte natürlich auch in diesm Jahr nicht fehlen. © fw
Ein Bild für die Geschichtsbücher: Präsident Rainer Beeck beim Alkoholtest. Das Resultat: 0,0 Promille © fw

Der Rest des "Münchner Tafelsilbers" durfte in München im DFB-Pokal gegen die Berliner Hertha sein Können unter Beweis stellen. In der zweiten Runde wirbelten Tarik Camdal und Sandro Kaiser über die linke und rechte Außenbahn und trugen einen wesentlichen Teil zur frühen 2:0-Führung bei. Dass die Löwen am Ende doch noch einmal zittern mussten, nahm Trainer Ewald Lienen nach dem Schlusspfiff auf seine Kappe. Aufgrund mehrerer umstrittener Wechsel stimmte bei den Löwen auf dem Spielfeld plötzlich gar nichts mehr, und die Hertha kam zum Ausgleich.  

Doch im Elfmeterschießen bewies Gabor Kiraly sein ganzes Können und hielt beim Strafstoß von Gojko Kacar den Sieg fest.

Ein Sieg im Pokal sollte doch eigentlich Aufwind geben, dachte man zumindest.

Bereits gegen den SC Paderborn ließen die Löwen wieder all das vermissen, was sie gegen Berlin so eindrucksvoll gezeigt hatten: Kampfgeist, Spielwitz und Torchancen.

von Christoph Seidl

Auch interessant

Kommentare