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Kult-Check: Dänen-Bier gegen Löwen-Scheich

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Sandro Kaiser (li.) und Max Kruse im Zweikampf beim letzten Spiel der Löwen auf dem Kiez im Jahr 2009. © dpa

München - "Unser Klub ist Kult!“, ruft der Löwen-Fan. "Unser Klub ist Kult!“, ruft auch jeder St. Pauli-Fan. Am Sonntag sind die Löwen beim Kiezklub zu Gast – die tz macht den Vereinscheck mit Augenzwinkern.

Kultfaktor:

TSV 1860: Unendlich hoch! Man fühlt sich immer noch als amtierender Deutscher Meister, als Besitzer eines eigenen Stadions, ist Münchens große Liebe und könnte immer, wenn man nur wollte. Zum Beispiel den höchsten Zuschauerschnitt in ganz Deutschland haben. Dazu der Löwe – natürlich das grandioseste Emblem im deutschen Profifußball.

St. Pauli und Kult – bitte, was? Wo der Rechtsanwalt im Nadelstreifenanzug neben dem Punk und Hausbesetzer Platz nehmen muss, da dürfte wohl beim Ticketing einiges schiefgelaufen sein. Und was soll eigentlich dieser Totenkopf? Womöglich ein mehr als zarter Wink, dass es mit dem Verein bald zu Ende geht.

Stadion:

Allianz Arena: Sie befindet sich in angenehm ruhiger Lage. Wird vom Vermieter immer sauber und tipptopp in Schuss gehalten. Attraktive Hostessen servieren zudem den VIPs für schlappe 3000 Euro pro Jahr Delikatessen und edle Getränke.

Millerntor: Mitten in der verruchtesten Gegend Hamburgs. Immer noch nicht fertig gebaut, wahrscheinlich fehlt das Geld. Kein Scheich und so, Sie wissen schon. Pommes und Bratwurst werden u. a. per Modelleisenbahn zum Kunden befördert…?!

Zockerfaktor:

TSV 1860: Volle Punktzahl! Das Präsidium pokerte mehrmals sowas von cool mit den Banken, den Bayern und der DFL bis zur letzten Sekunde um die Lizenz. Und jedes Mal gewann man den Pott. Abgezockter geht’s nun wirklich nicht mehr.

FC St. Pauli: Ausbaufähig. Da ließ sich ein Spieler dafür bezahlen, dass er Spiele verschiebt, an denen er gar nicht teilgenommen hat und die dann nicht verloren gegangen sind. Am Ende wurde diesem Amateur angedroht, ihn bei Ebbe an einen Pfahl in der Nordsee anzubinden und die Flut abzuwarten. Der Kerl ist zum Mau-Mau-Spielen zu dumm.

Ausländische Investoren:

Hasan Ismaik tilgte mal so nebenbei mit einer läppischen Überweisung von 18 Millionen Euro die Schulden der Löwen, weitere achtstellige Summen sollen in den nächsten Jahren aus Abu Dhabi an die Grünwalder Straße fließen. Kann man so lassen. Astra Brauerei: Sie gehört der dänischen Carlsberg Brauerei AG, überweist jährlich ein paar Hunderttausend Euro, Summen, die man beim TSV 1860 nicht mal mehr eines Blickes würdigt.

Fans:

Ottfried Fischer: Werbegigant, Kultschauspieler und ein Mann klarer Worte. Na ja, bis vor einigen Jahren jedenfalls.

Reinhold Beckmann: „Ääähhh – mehr sog i ned.“ Nochmal Fischer.

Talente:

TSV 1860: Halfar, Volland, Aigner usw. usw. Wo fängt man an, wo hört man auf?

St. Pauli: Das letzte Talent vom Millerntor war Franz Gerber. Der Torjäger wechselte 1978 zum TSV 1860.

Andere Sportarten im Verein:

TSV 1860: In München ist das vor allem Skifahren. Dann kommen noch Boxen, Tennis, Leichtathletik und Golf. Mit vielen internationalen Erfolgen und olympischen Goldmedaillen gesegnet.

FC St. Pauli: Hier ist nur noch das Bierbecherweitwerfen auf Linienrichter bekannt. War für den Klub eine kostspielige Angelegenheit. Wird auch nie olympisch werden.

Zweitliga-Etats: Löwen im Niemandsland

Claudius Mayer

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