Stoffers: „Die Arbeit wird Früchte tragen“

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Löwen-Geschäftsführer Manfred Stoffers

München - Im tz-Interview spricht 1860-Geschäftsführer Manfred Stoffers über die sportliche Talfahrt, über Kapitalmaßnahmen und über den Dauerkarten-Verkauf seit der Schlappe gegen den KSC.

Eigentlich sind rotgefärbte Ratschläge beim TSV 1860 mindestens zu ignorieren. Doch im Fall des FC Liverpool darf ausnahmsweise hingehört werden. Also sprach „Reds“-Trainer Rafael Benitez nach dem jüngsten 1:3 gegen Aston Villa: „Wenn man ein Spiel verloren hat, muss man eigentlich nur eine Sache ändern – das nächste Match gewinnen.“

Tja, so einfach ist das. Und prägnanter hätte es auch Manfred Stoffers kaum formulieren können. Von Untergangsstimmung ist beim 1860-Geschäftsführer vor dem Spiel in Ahlen nichts zu spüren. Nichts mehr! „Weil direkt nach dem 1:3 am Montag war ich schon ziemlich fertig“, gesteht Stoffers. „Da hab’ ich mich gefragt: Wofür hast du die letzten Monate eigentlich gearbeitet?“

Die bitteren Bilder: 1860-Schlappe gegen den KSC

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Das tz-Interview:

Herr Stoffers, wie haben Ihre potenziellen Business-Seat-Käufer in der Arena auf die Pleite gegen den KSC reagiert?

Stoffers: Soweit ich das beurteilen kann, hielt sich die Ernüchterung – anders als Sie vielleicht denken – in Grenzen . Man muss zwischen den harten Löwen-Fans und den Fans für einen Tag unterscheiden. Für die einen ist das Fußballspiel ein Teil ihres Lebens und für die anderen ein spannendes Fußballerlebnis. Den Fans für einen Tag verkaufen wir keine Siege, sondern Stimmung und Erlebnisse. Und die 90 Minuten am Montag waren ein Gefühls-Tsunami.

Für den Geschäftskunden geht Erlebnis vor Ergebnis?

Stoffers: Es sollte natürlich beides passen. Aber ich glaube schon, dass jeder am Montag gesehen hat, dass in der Mannschaft mehr steckt, als sie gezeigt hat.

Dem Hardcore-Fan geht’s vor allem um Punkte.

Stoffers: Die wollen wir auch. Aber ich erzähle Ihnen was: Vorhin hat mich unsere ­Ticketchefin, die Frau Frisch, angerufen und gesagt, dass wir seit dem KSC-Spiel schon wieder 60 Dauerkarten verkauft haben. So sind die Löwenfans!

Die besten Stoffers-Sprüche

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Sie rechnen also auch beim Heimspiel gegen Fürth am 12. September wieder mit über 30.000 Besuchern?

Stoffers: Ja. Gegen den KSC haben wir fast 10.000 Tickets an den Tageskassen verkauft. Der Löwenfan kommt nicht nur bei sportlicher Schönwetterlage, sondern er schreckt auch vor einem Gewitter nicht zurück. Er will Teil des Ganzen sein und mit seiner Unterstützung zum Erfolg beitragen. Löwen lieben’s eben live!

Ihr Optimismus hat nicht gelitten…

Stoffers: Von zwei Niederlagen lassen wir uns nicht umwerfen. Die Qualität der Vorarbeit von Miki Stevic und Ewald Lienen ist so hoch, dass sie Früchte tragen muss und wird! Ich vergleiche das mit dem Bau des Kölner Doms.

Aha.

Stoffers: Als dort damals das erste himmelsstürmende Gewölbe zusammengefallen ist, haben die Leute auch nicht hingeschmissen, sondern die richtigen statischen Schlüsse gezogen und weitergebaut. So wird es auch bei uns sein. Besser, es kracht jetzt, als wenn schon fünf Gewölbe stehen.

Vom Bau zur Bilanz. Im jüngst veröffentlichten Geschäftsbericht für das Jahr 2007/08 wird erneut die Dringlichkeit von Kapitalmaßnahmen betont. Wörtlich heißt es: „Ohne derartige Maßnahmen wäre der Fortbestand des Unternehmens bedroht.“

Stoffers: Da wir seit dem gescheiterten Investoren-Einstieg im Februar nicht im Lotto gewonnen haben, besteht weiterhin die Notwendigkeit von Kapitalmaßnahmen und Erlössteigerungen. Wir haben die Eintrittspreise ja nicht aus Spaß erhöht. In Sachen Kapitalmaßnahmen sind wir voll an der Arbeit. Lassen Sie uns noch etwas Zeit.

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