Nur beim Stadion hält 1860 noch mit

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Die Allianz Arena drückt den Löwen nach wie vor aufs Portemonnaie.

München - Eintracht-Vorstandschef Heribert Bruchhagen outet sich immer wieder als Löwen-Fan. Doch die Sechziger und die Frankurter trennen Welten. Ein Problem allerdings haben beide gemeinsam: der tz-Vergleich.

Heribert Bruchhagen hat ein Faible für die Löwen. Immer wieder wies der Vorstandsvorsitzende von Eintracht Frankfurt in den vergangenen Jahren bei Fernsehauftritten oder Interviews darauf hin, wie sehr er sich wünschen würde, dass „dieser Traditionsverein wieder in der ersten Bundesliga“ spielt. Seit einem halben Jahr allerdings ist Bruchhagen mit einem anderen Thema beschäftigt: Nämlich, wie kriegt er seinen eigenen Traditionsverein wieder hoch? Nun, es sieht gut aus für die Eintracht nach dem Abstieg: Tabellenplatz eins, in allen 15 Spielen noch ungeschlagen und 13 Punkte Vorsprung auf den TSV 1860. Aber das kommt nicht von ungefähr. Die Eintracht hat nach dem Abstieg geklotzt, bei den Löwen herrscht nach dem Einstieg von Investor Hasan Ismaik aus bekannten Gründen Stillstand. Löwen-Coach Reiner Maurer lässt deshalb vor dem Duell am Samstag erst „gar keinen Vergleich“ zwischen beiden Vereinen zu: „Frankfurts Etat ist dreimal so hoch wie unserer, das sind ganz andere Dimensionen.“

Investoren im Fußball: Wer bei welchem Verein seine Finger im Spiel hat

Der tz-Vergleich:

Einkaufspolitik: Frankfurts Trainer Armin Veh erhielt Ende August noch die Erstligastürmer Rob Friend und Mo Idrissou, Maurer („Dabei besaß die Eintracht schon gute Angreifer“) bekam trotz dringender Notwendigkeit keinen Innenverteidiger.

Kader: In Frankfurt sitzt Abwehrmann Stefan Bell, den Maurer im Sommer gerne zurückgeholt hätte, lediglich auf der Bank (nur eine Einwechslung bisher), ebenso wie mittlerweile der vom FC St. Pauli im Sommer als vermeintliche Stammkraft verpflichtete Ex-Löwe Matthias Lehmann. Maurer: „Das sagt schon einiges. Frankfurt betrachtet den Abstieg ebenso wie Hertha BSC ein Jahr zuvor als Betriebsunfall und betreibt einen hohen Aufwand, um sofort wieder in die erste Liga zurückzukehren.“

Vereinsführung: Bei der einst als „Skandalnudel“ verschrieenen Eintracht ist mittlerweile in diesem Bereich ziemlich Ruhe eingekehrt. Heribert Bruchhagen leitet die Geschicke in Frankfurt jetzt schon seit fast genau acht Jahren und gilt als anerkannter Fachmann. Seine Idee mit Christoph Daum als Trainer und der damit verbundene Abstieg kostete ihn im Sommer zwar einige Schrammen und er musste – zunächst zähneknirschend – akzeptieren, dass ihm mit Bruno Hübner ein Sportlicher Leiter an die Seite gestellt wurde. Mittlerweile findet der 63-Jährige diese Lösung sogar gut. Und im Hintergrund zieht Präsident Peter Fischer seit über zehn Jahren geschickt die Strippen. Beim TSV 1860 wechselten die Führungskräfte seit dem Abstieg 2004 dagegen fast jährlich, manchmal monatlich, und im Moment weiß man mal wieder gar nicht, wer eigentlich das Sagen hat.

Stadionkosten: Da jammern beide Klubs auf ähnlich hohem Niveau. Die Löwen müssen für die Allianz Arena ebenso wie die Eintracht für die Commerzbank Arena fünf Millionen Euro im Jahr abdrücken. Die Frankfurter haben allerdings noch ein paar Millionen auf der hohen Kante. 1860 hat nicht mal eine ­Kante.

tz

So schön leuchtet die Allianz Arena

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