Toptorjäger der kleinen Löwen im Interview

Aussortiert bei Biero - Türk: „Die Situation ist nicht einfach“

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Ugur Türk will sich durch Leistung bei den kleinen Löwen für die Profi-Mannschaft anbieten. 

Ugur Türk ist der Toptorjäger der kleinen Löwen. Im zweiten Teil des Interviews mit Fußball Vorort spricht der 21-Jährige über sein Erfolgsrezept und seine Zukunft. 

Nach einem schwachen Saisonstart ist die zweite Mannschaft des TSV 1860 inzwischen wieder in der Spur und liegt nach der Hinrunde dank einer Serie von sechs Spielen in Folge ohne Niederlage auf Platz acht der Tabelle. Einer der Garanten für diese Serie ist Ugur Türk. In der letzten Saison lief der 21-Jährige noch regelmäßig für die Profis in der Regionalliga auf. Seit dieser Spielzeit kommt er aber nur noch in der Bayernliga zum Einsatz. Nach mehreren Jahren als zentraler Mittelfeldspieler läuft er dort wieder im Sturmzentrum auf und traf in 13 Hinrundenspielen elfmal und bereitete weitere fünf Tore vor. Damit steht Türk in der Torschützenliste auf dem dritten Platz.

Fußball-Vorort hat den Stürmer an der Grünwalder Straße besucht. Im Interview erklärt der Toptorjäger sein Erfolgsgeheimnis und gibt einen Ausblick auf seine Zukunft. 

Du hast in dieser Saison bereits elf Tore erzielt: Woher kommt auf einmal dein Torriecher?

Ich hatte diesen Torriecher schon in der Jugend. In der U17 habe ich elf Tore in 13 Spielen gemacht. Dann habe ich auf der Acht gespielt, jetzt wieder auf der Neun. Das Toreschießen verlernt man nicht. Entweder man hat es im Blut oder nicht. 

Du hast es angesprochen: Du spielst inzwischen wieder im Sturmzentrum: Auf welcher Position fühlst du dich am wohlsten? 

Ich fühle mich auf beiden Positionen wohl, kann aber auch auf der Zehn spielen. Es hängt auch vom Gegner ab, ob er nur hinten drin steht, lange Bälle spielt oder auch selbst Fußball spielen will. Ich sehe meine Stärken auf der Neun. Tore schießen macht Spaß.  

Hast du dir vor der Saison ein Ziel gesetzt, wie viele Tore und Vorlagen du machen willst?  

Nicht direkt. Da es jetzt läuft, will ich in jedem Spiel treffen und der Mannschaft helfen. Am Ende sehe ich dann, wie viele es werden. In der Torschützenliste stehe ich ziemlich weit oben und möchte dort bleiben. Im Endeffekt steht der Mannschaftserfolg aber im Vordergrund.

Durch deine Tore steht ihr im Mittelfeld der Tabelle: Bist du die Lebensversicherung der kleinen Löwen?

Nein, Fußball ist ein Mannschaftssport. Wir müssen versuchen, uns gegenseitig in die bestmögliche Position zu bringen, damit wir Tore erzielen. Deshalb bin ich genauso abhängig. Wenn ich keine Pässe bekomme, kann ich die Tore nicht machen. Ich kann mir nicht einfach von hinten den Ball nehmen und durchmarschieren. 

„Solange ich bei Sechzig unter Vertrag stehe, gebe ich Vollgas“

Ist es ungewohnt für dich als junger Spieler jetzt Leistungsträger und Führungsspieler zu sein?

Nein. In der letzten Saison war ich bei der ersten und zweiten Mannschaft dabei . In dieser Saison bin ich Leistungsträger und möchte der Mannschaft helfen.

Letzte Saison hast du regelmäßig mit der ersten Mannschaft trainiert: Wie ist es für dich, jetzt nur noch in der zweiten Mannschaft zu sein? 

Die Situation ist nicht einfach. Irgendwann habe ich mir gedacht: Du machst das für dich, du musst für dich weiter trainieren und gut spielen. Am Ende weiß man nie, was kommt. Deshalb pushe ich mich noch mehr und möchte erst recht gute Leistung abrufen. 

Wie wurde dir mitgeteilt, dass du nur noch bei der zweiten Mannschaft dabei bist?

Es war eigentlich schon fast klar. Es sind viele neue Spieler gekommen, dadurch wurde der Kader und der Konkurrenzkampf enorm groß. Irgendwann war ich dann immer öfter bei der 2. Mannschaft. Inzwischen trainiere ich wieder ab und zu bei der ersten Mannschaft mit. 

Gibt es dann auch Austausch zu den Verantwortlichen der Profis? 

Ja, mit dem Co-Trainer rede ich schon sehr viel. Wir besprechen die Trainingswoche und die Spiele der Zweiten.

Hattest Du Wechselgedanken, als klar war, dass du nur bei der zweiten Mannschaft eingesetzt wirst?

Es hat sich nichts ergeben, was für mich interessant gewesen wäre. Ich bereue es nicht, dass ich hier bin. Ich kann durch Leistung auf mich aufmerksam machen und dann werde ich sehen, was im Sommer passiert. 

Weißt du schon, wie es weitergeht? 

Nein, es gibt noch nichts Konkretes. Solange ich bei Sechzig unter Vertrag stehe, gebe ich Vollgas und möchte der Mannschaft helfen. Wohin der Weg dann führt, werde ich dann sehen. 

Hier geht es zum ersten Teil des Interviews

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